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26. September 2009

Bayer K67 – der Polyurethan-BMW

von Tom

nochmal Knallorange!

Die siebte und letzte Etappe der Creme 21 Youngtimer Rallye 2009 endete vergangenen Sonntag unmittelbar vor dem Bayer Kommunikationszentrum („BayKomm“) am Stammsitz in Leverkusen. Das erste Kunststoffauto der Welt, der K67, passt sowohl zum Lebensgefühl als auch zur Optik der “creme-21-igen” 70er Jahre: Es besticht ebenfalls durch orangefarbenen Lack in knalligstem RAL-2000. Bayer baute dieses Fahrzeug vor über 40 (!!) Jahren in Zusammenarbeit mit BMW in München und stellte es zur Siegerehrung der besten Rallye-Teilnehmer ebenfalls vor dem BayKomm aus. Bei seiner Präsentation anlässlich der Kunststoffmesse 1967 galt das Auto als Inbegriff der automobilen Zukunft. Und selbst heute wirkt der K67 kaum gealtert. Super schöne Ecken und Details. Die Talbot-Außenspiegel des K67 mit integrierten Blinkleuchten waren Lichtjahre ihrer Zeit voraus…

“”Wenn du das Geld lockermachst für die Kunststoffentwicklung”, sprach einst BMW-Manager Paul Hahnemann zu Hermann Holzrichter, Vorstandsmitglied des Chemie-Riesen Bayer Leverkusen, “dann mache ich die Mittel locker für die Mechanik und deren Abstimmung.” Beide machten locker, Bayerns Gloria verbündete sich mit dem Bayerkreuz. Der Liaison (…) entsprang das erste Auto der Welt mit nichtmetallischem Rückgrat – sein Chassis war aus Kunststoff. “So einen fahrstabilen Schinken habe ich bisher noch nicht unterm Kreuz gehabt”, verwunderte sich BMW-Versuchsingenieur Heinrich Eppelein nach Probefahrten mit dem bayrisch-rheinischen Prototyp ohne Dach und Türen, den Designer der Gugelot Design GmbH in Neu-Ulm entworfen hatten.”* Horst Diener war übrigens zu dieser Zeit designverantwortlicher Prokurist im Studio von Gugelot. “Man wollte es den Stahlleuten mal so richtig zeigen. Schließlich hofften die Bayer-Oberen, dass der K67-Prototyp auf BMW 1600ti-Basis die Autobosse dazu bewegen würde, von Metall auf Plastik umzusatteln.(…) Verblüffend, wie sich Bayer schon damals mit der Unfallsicherheit beschäftigte. So genannte Crashpads aus Integralschäumen am Instrumententräger sollten bei einem Unfall Aufprallenergie der Insassen absorbieren: Funktion ähnlich den Knieschützern beim Fußball.”**

Der K67 wird BMW-intern als E4 geführt.

daz24.de: Oliver Lauter: Der Polyurethan-BMW

Ein Ur-Enkel des K67 ist übrigens der Hyundai i-Mode aus dem Jahre 2008. Auch er ist das Resultat einer engen Entwicklungspartnerschaft zwischen Bayer MaterialScience und einem Partner aus der Automobilindustrie… Info zum i-Mode gibt es hier.

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* Zitat: Zukunft im Sack. Der Spiegel 46/1987 vom 09.11.1987, Seite 280B-284
**Zitat: http://www.daz24.de/03_redaktion/magazin.php?artikel=once&from=list&id=3809&SerchHersteller=&SerchTyp=&opener

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