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SCHICKES. SCHÖNES. SCHNELLES.

20. September 2018

Alpenfahrt 2.0

von Markus

Nach der super Alpensause im letzten Jahr musste dieses Jahr wieder eine Tour in den Kalender gepresst werden. Das war letzte Woche und es ging in die Schweiz. Schon die Anfahrt vom Rhein Main Gebiet war ein Vergnügen. Das Wetter herrlich, kaum Verkehr und der Sommer streckte sich noch mal richtig weit in den September hinein. Am frühen Abend erreichen wir das Rhone-Tal und schrauben uns noch die letzten Kilometer bis ins walisische Nendaz hinauf. Hier, wo im Winter die Hölle los ist, herrscht nun beschauliche Ruhe. Genau richtig, um unseren Urlaub zu starten.

Den nächsten Tag haben wir als halben Wandertag eingeplant. Man will sich ja nicht immer den Hintern im Auto plattsitzen. Nach langem hin und her wurde eine schöne Route entlang einer der Suonen – so werden hier die historischen Bewässerungskanäle aus dem 17. Jahrhundert genannt- ausgewählt. Gut drei Stunden vergehen, bis der Hunger kommt und ein Gasthaus am Wegesrand uns mit lecker Rösti (und reichlich Käse) lockt.. Nach der Rückkehr ins Dorf wurden die Autos gesattelt, denn unser Tagesziel lag im Binntal, genauer gesagt im Wallfahrtsort Heiligkreuz im abzweigenden Lengtal. Und das ist recht eng und durch einen noch engeren, schnurgeraden, ca 2km langen, dunklen Tunnel zu erreichen. Da kann man mal einen Gang runterschalten und den Soundcheck machen bis der eh schon lose Putz abbröckelt. Gegen Abend kommen wir am Gasthaus neben der Wallfahrtskirche an und werden von der Hausherrin sehr nett begrüßt und anschließend bewirtet (ok, wir wurden für früher erwartet und die anderen Gäste mussten mit dem Essen auf uns warten, was für ganz schön lange Gesichter gesorgt hat. Aber das war uns irgendwann egal J) Lecker war es allemal. Hausgemachten Rouladen und Polenta, yammmiiiii.

Am nächten Morgen steigen wir etwas früher aus den Federn, wir hatten die grosse Passrunde vor und das Wetter sollte gegen Abend schlechter werden. Also: Carpe Diem! Es geht hinauf zum Furkapass. Wir schlängeln und die engen Kehren hinauf, dann hinunter nach Andermatt und über den Sustenpass. Auf der Abfahrt machen wir einen Abstecher über die Privatstrasse hinauf in Richtung Steingletscher. Und das lohnt sich zweierlei. Einmal ist die Strasse ein Genuss und zweitens ist der Anblick der Berge und des Gletschers der Wahnsinn.  Nach einigen Fotostopps fahren wir weiter ins Tal, um dann links abzubiegen und den Grimselpass zu erklimmen. Unser Etappenziel ist das Grimsel Hospitz, in dem wir schon im letzten Jahr Halt gemacht haben. Bis zum Abendessen ist es noch Zeit und so drehe ich noch ein paar Runden auf der Passtrasse und treffe auch den einen oder anderen McLaren. Der Club aus England macht ebenso im Hotel Halt und ist mit ca 20 Exemplaren vertreten.

Am Freitag führt uns die geplante Route weiter in Richtung Osten, wieder über den Furkapass nach Andermatt und dann hoch zum Oberalbpass. Ein Kaffeestopp auf der Höhe und dann weiter bis nach Vals, wo wir im Hotel 7132 absteigen. Hier ist Peter Zumthors Felsentherme angegliedert und das ist der Grund unseres Besuches. Judith und Lars haben besonderes Glück und bekommen die Penthouse-Suite zugewiesen. Ein Traum in Granit mit Blick rundrum ins Grüne und die Minibar ist frei. Perfekt für eine kleine After-Party, bevor wir noch mal zum Nacht-Schwimmen gehen. Von 23-1h. Ein unvergessliches Erlebnis, die Ruhe, das Licht, das Wasser. Ein magischer Ort , unbeschreiblich schön.

Gut ausgeruht und tiefenentspannt neigt sich die Alpenfahrt 2.0 dem Ende zu. Jeder hat andere Pläne für die Heimreise. Lorenz fährt gleich zurück, Lars und Judith gehen noch ne Runde wandern und ich fahre nach München. Dort ist das erste ¨Luftgekühlt“ Porsche Treffen in Deutschland, aber das habt ihr ja schon hier gelesen…

Fotos: Judith, Lars, Lorenz und Markus

 

17. September 2018

Luftgekühlt Munich___LuftMUC___Werksviertel Mitte

von Markus

Es ist kurz nach sieben, als ich am Eingang des LuftMUC ankomme und mit Bändchen, Aufkleber und Pass ausstaffiert werde. Viel ist noch nicht los, aber ich wurde gefragt, ob ich früher kommen könnte. Man wolle mir einen schönen Parkplatz einräumen. Jeff Zwart höchstpersönlich radelt unermüdlich vor jedem Teilnehmerfahrzeug her, um ihn dann mit aller Ruhe und Präzision auf seinem ihm zugewiesenen Stellplatz einzuweisen. Nichts ist hier dem Zufall überlassen. Die scheinbar lose auf dem riesigen Gelände verteilten Porsches folgen einer genauen Choreographie, die sich die Macher von „Luft“ rund um den LeMans Gewinner Patrick Long und den Creative Director Howie Idelson ausgedacht haben. Ich werde vor dem dem Containerladen vom Motorrad-Customizer Qualia Monaco platziert, das passt gut.

Musste man bisher immer in die USA reisen, um einer der bisher fünf Luftgekühlt Treffen zu Besuchen, haben die Veranstalter es dieses Jahr über den Teich geschafft. Nach einer etwas verregneten Ausgabe in Bicester Heritage/GB sollte nun eine in Deutschland folgen. Die Wahl viel auf München und das Werksviertel Mitte bietet dafür den perfekten Rahmen. Wo einst Pfanni seine Knödelküche hatte, gibt es heute eine Mischung aus Pop-up Container Dorf und neuer Architektur. Berliner Trash meets Münchner Schickeria. Heute brummen hier die Motoren. Ca 130 Fahrzeuge wurden im Vorfeld aus einem Vielfachen an Bewerbern ausgewählt und decken die ganze Bandbreite der Luftgekühlten Porsche Modelle ab. Umgebaut oder original, restauriert oder mit reichlich Patina, 356, 911, G-Modell, 964 oder 993. Dazu noch ein paar Rennwagen. Die Highlights stehen im 5. und 6. Stock des angrenzenden Gebäudes. Wie Kunstobjekte sind sie im Raum präsentiert, durch die Fenster sieht man die Skyline der Stadt. Hier stehen z.B ein 911 ST 2,3l in Repsol Lackierung oder der 908/2 Spider in dem Steve McQueen und Peter Revson einst den zweiten Platz beim 12 Stunden Rennen von Sebring 1970 gewannen. Eine Etage höher ist die Bar und man kann sich mit Frühstück versorgen, während man hinunter zu den Autos schaut.

Um 10 Uhr geht es offiziell los und die Besucher erobern das Gelände. Der Eintritt ist frei und man kann kommen um zu schauen, zu quatschen zu essen oder einfach nur in der wunderbaren Spätsommersonne zu sitzen. Was für ein Tag!

Luftgekühlt

6. September 2018

Triangle of Madness__Tunnelrun 2018

von Markus

Bereits zum vierten Mal startete am letzten Samstag der Tunnelrun, eine Veranstaltung der ganz besonderen Art. Und in diesem Jahr sollte es noch etwas wilder werden. „Triangle of Madness“ war der Untertitel, was bedeutete, dass nicht nur das heimische Publikum anreiste, sondern die ganze Sache etwas ausgedehnt wurde. Luftgekühlte Motoren rollten aus ganz Europa an, um sich an einem der beiden Treffpunkte in Deutschland und in Belgien am Mittag dann auf nach Amsterdam zum großen Finale zu machen. Aber nun mal der Reihe nach…

Ab 9 Uhr rollten die ersten Fahrzeuge auf den Hof der Bazzar Kaffee-Rösterei im Neusser Hafen. Das Industriegebäude ist eine ziemlich geile Location, passt perfekt zu den alten Autos. Im Inneren stehen neben den alten Kaffeemaschinen zwei feine Karren. Ein aktueller RSR und Daniels 911 GT. Angemeldet wird sich in der angrenzenden Hafenbrasserie Bohai, es gibt Pässe, Poster und das Programmheft, aus welchem sich der Tagesablauf erschließt. Den erklärt Tom auch noch mal vor versammelter Mannschaft und gegen Mittag ist genug gequatscht, fotografiert und relaxed es geht auf die Bahn in Richtung Amsterdam.

Nach gut zwei Stunden kurzweiliger Fahrt kommen wir in Holland an. Zielpunkt, zu dem nun auch die Gruppe aus Belgien kommt, ist die Hall1, der mit 15000m2 größten Halle des Messegeländes. Nicht schlecht! Hier steht die mittlerweile auf ca 250 Autos angewachsene Gruppe wie auf einer Perlenkette aufgereiht. Am Nachmittag kann man sich auf den vier ausgearbeiteten Routen Land und Leute anschauen. Wir wählen die „Waterfront“ Tour, die in den Norden und raus aufs Land zu den Deichen führt. Sehr idyllisch hier und man ist geneigt, manchmal den Gasfuß etwas zu zügeln, um die Ureinwohner nicht allzu sehr in ihrer natürlichen Umgebung zu erschrecken. Außerdem sind da ja auch noch die Radfahrer. Und das ist so ein Thema in Holland. Sie sind überall und in rauen Mengen, haben oft Vorfahrt. Da muss man schon mal genau hinschauen und höllisch aufpassen. Nach einem Gruppenfoto mit allen Teilnehmern sollte am Abend die letzte Tour der Höhepunkt werden. Alle gemeinsam durch die Stadt donnern. Aber das war nun vielleicht doch zu riskant, nachdem der Tag relativ störungsfrei und unbehelligt von den Grünen (die hier blau sind) verlaufen ist, machte sich nur ein Teil der Gruppe auf den Weg. Wir blieben noch auf ein Steak im „The Roast Room“ und fuhren dann Richtung Hotel, dem EYE Filmmuseum lag. Es erinnert etwas an das Porsche Museum, wurde es doch vom gleichen Architektenbüro Delugan Meissl erbaut. Wir nutzen die fast menschenleere Umgebung für ein paar Aufnahmen und haben auch am nächsten Morgen noch etwas Zeit für einen Stadtbummel, bevor es wieder zurück nach Mainz geht. Eine tolle Sause geht zu Ende, aber neue Sausen wurden schon für die nächste Zeit angekündigt. #CREWSN und Lunchcontrol- Meat’n eat…. volltanken also.

Tunnel Run 2017_Targa Cannibale

Onassis Porsches

Fotos: Markus Haub & Susana de Val

17. August 2018

Sputnik @ 1. Balkan Express Adventure Rally

von Tom

Die Zeit ist reif für das nächste Abenteuer. Zum ersten Mal geht die Balkan Express Adventure Rally an den Start.

Nach dem Baltic Sea Circle mit dem Wartburg 353 im vergangenen Jahr sind wir 2018 beim ultimativen Abenteuer durch Südosteuropa dabei. Standesgemäß als Team “Sputnik” im historischen Lada 2108 der 80er Jahre. 10 Tage unbekanntes Terrain. Auf staubigen Straßen, vorbei an weißen Stränden, über raue Gebirgszüge und durch einsame Wildnis – mitten durch das Herz des ehemaligen Ostblocks. Pulsierende Metropolen des Südostens Europas sowie Städte und Dörfer in denen die Zeit still zu stehen scheint. Kein GPS und Navi, über 4.000 km durch über 14 Länder. Der Allrounder aus sowjetischer Produktion ist der perfekte Begleiter für diesen Trip. Auf dem Heimatmarkt in der UdSSR kam der Wosmerka (08er), der Lada mit den Porsche-Genen, 1984 als “Sputnik” (Satellit) auf den Markt, in den meisten Exportländern hieß er “Samara”. Unser Sputnik kommt aus Budapest in Ungarn und wurde dort im Herbst 1989 erstmals zugelassen.

Für den Spaß – und für den guten Zweck. We drive, you donate. Auch 2018 gilt: Ein Abenteuer, welches wir sicher ein ganzes Leben nicht vergessen werden. Schön, wenn auch andere es nicht mehr vergessen. Die Grundidee der Rallye ist es, mit Spendengeldern die Welt ein bisschen besser zu machen. Im Rahmen des Baltic Sea Circle sammeln wir Spendengelder für ein Charity-Projekt, das uns besonders am Herzen liegt. Je mehr desto besser, mindestens jedoch 500 €. Wir sind auch 2018 unterwegs für den Anna e.V. – Unterstützung krebskranker Kinder in Aichtal. Wir freuen uns auf Eure Unterstützung für unser Spendenprojekt. Bitte benutzt für Eure Spenden betterplace. Die Aktion läuft noch bis zum Ende der Rallye am 4. September.

Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Die Vorfreude ist akut. Der Rallyewagen wird standesgemäß beklebt. Die Baltic Sea Circle Dachboxen sind ebenfalls wieder mit an Bord. Schick und schön und schnell sieht er aus! Danke Cardekotec.de für die erneute großzügige Unterstützung mit den Klebelettern!

Bitte folgt dem Rallyeteam mit der Startnummer #26 auf facebook und instagram.

Der offizielle Live-Tracker ist aktiv!

Sputnik
Sputnik @ SAC

12. August 2018

Designers Classic Reunion 2018 @ Hochschule Pforzheim Werkschau

von Tom


Alle Jahre wieder.

Die Designers Classic Reunion ist eine coole Sache. Im Sommer treffen sich Autodesigner, Absolventen, Studenten und Freunde des Studiengangs “Transportation Design” der Hochschule Pforzheim zu Cars and Wurst auf dem berühmten Hochschulgelände in der Eutinger Strasse 111.

Auch 2018 gab es die kunterbunte Altblechschau am Samstag des Werkschauwochenendes, so daß sich die Gäste nicht nur der alten Formen erfreuen, sondern auch die futuristischen Visionen der Studenten im Rahmen der Semesterschau begutachten können. Benzin- und Gestaltergespräche sind natürlich obligatorisch.

Bis 2019!

Die Fotoreihen der vergangenen Jahre gibt es hier: 2013, 2014, 2015, 2017.

11. August 2018

Sommerhitze.

von Tom

Sommerhitze. Unterwegs im 2108.

Lada Samara, #ladalust, AutoVAZ 2108

9. August 2018

9. Trabant- und IFA-Treffen der TrabIFAns Karlsruhe

von Tom

Sommer, Sonne, Trabant.

Das traditionelle Trabant- und IFA-Treffen der TrabIFAns Karlsruhe ist seit vielen Jahren eine ein Pflichttermin im Ostfahrzeugkalender. Es fand auch in diesem Jahr an der Kartbahn im badischen Liedolsheim statt. Das Altautoevent ist ein tolles Stelldichein und ein knallbunter Campingplatz mit blauen Zweitaktwolken, lauten Kartmotoren, Soljanka, guter Laune und netten Leuten.

TrabIFAns Karlsruhe

formfreu.de: 6. Trabant- und IFA-Treffen der TrabIFAns Karlsruhe

17. Oldtimertreffen Weissach

von Tom

Sommerhitze im Landkreis Böblingen.

Die heissen Temperaturen waren für viele Altmobilfahrer und -eigner kein Grund, nicht zum traditionellen Oltimertreffen in die “Porschekapitale” nach Weissach zu kommen. In unserem Lada Samara schlägt bekanntlich ein Herz aus Weissach. Sein Auftritt war also ein Pflichttermin.

OldTimer Club Weissach e.V.

formfreu.de: 13. Oldtimertreffen Weissach
formfreu.de: 14. Oldtimertreffen Weissach

8. August 2018

Classic Days Schloss Dyck 2018

von Markus

Es war glühend heiß und es war staubig. Der Jahrhundertsommer macht auch vor den 13. Classic Days in und um Schloss Dyck nicht halt und so glich das Areal größtenteils einer Steppenlandschaft, was für eine besondere Ästhetik sorgte. Wir hatten Glück und unser Fahrzeug durfte auf dem grünen Teil der Museumsinsel parken. Wir nahmen dieses Jahr mit unserem Ferrari 308 GT4 am Schönheitswettbewerb “Jewels in the Park- FIVA a-Concours”, bei dem wir vor zwei Jahren schon für unseren 911er den FIVA Preservation Award erhalten haben. Auch der GT4 war schonmal am Schloss Dyck dabei. Einige Leser erinnern sich vielleicht noch. Es war 2014 beim Sonderlauf “Italia d’Amore”.

Freitag ist Check-in und Schnuppertag. Wir kommen am späten Vormittag an und absolvieren die technische Abnahme. Licht, Blinker, Bremse. Alles ok, Aufkleber drauf und weiter, um die Unterlagen, Verpflegungssbändchen und Gutscheine für drei Tage abzuholen und auch die Anmeldung für die Rallye “Drive & Style” zu erledigen, die mit etwas 60 Teilnehmern das Umland erkundet. Um 12:30h gehts los und unterwegs sind einige Aufgaben spielerisch zu lösen, Hauptsache alle haben Spaß und kommen wieder heil mit ihren Schätzchen am Schloss an. Das ist gegen Nachmittag, gerade noch Zeit mal eine Runde über das Gelände zu drehen und die Autos im Abendlicht anzuschauen. Die Stimmung ist wunderbar und die Vorfreude auf den nächsten Tag riesengroß. Wir gehen zum Warm-up Grillen in den Schlosshof, der schon gut mit Teilnehmern und Gästen gefüllt ist. Die rustikal in mit Eis gefüllten Schubkarren bereitgestellt Getränke finden reißenden Absatz. Bei diesem Wetter kommen die Service Leute mit dem Befüllen gar nicht nicht nach. Eine logistische Schwerstaufgabe. Erst nach einer Weile ist der größte Durst gelöscht und die Lage entspannt sich etwas. Der Abend verläuft recht kurzweilig, denn wir treffen nette Leute, Rennfahrer wie Walter Röhrl, Christian Geistdörfer oder Striezel Stuck mischen sich unters Volk und die Band spielt zum Tanz bis spät. Irgendwann reißen wir und los, denn am Samstag heißt es früh Aufstehen.

Mit dem Shuttle Bus sind wir schon um halb neun auf dem Gelände. Danach wäre im Verkehr zum Schloss kein durchkommen mehr. Sowieso ist die Parkplatzsituation wegen der Trockenheit und Brandgefahr sehr angespannt. Das Schilffeld ist schneller voll als sonst, die Autos dürfen wegen der feuerpolizeilichen Auflagen nicht so dicht parken, dadurch gehen einige hundert Plätze verloren. Um 9 Uhr fangen die ersten Fahrzeuge auf dem Rundkurs an zu kreisen und die Classic Days erwachen aus dem Schlaf. Das Programm ist prall gefüllt. Auf der Rennstrecke fahren Motorräder, Rennwagen der verschiedenen Klassen, Sonderläufe von Alfa Romeo, Mercedes SSK und Prinz Heinrich Wagen, der Autostadt, von Audi mit einem Lauf zu 150 Jahren August Horch, DTM Renner von 1974 bis 2018 oder Bizzarini. Auf dem Miscanthusfeld parken die Besucher im Oldtimer, Clubs feiern ihre Jubiläen, so z. B. 50 Jahre VW 411/412. Einige Hersteller präsentieren sich auf den Obstwiesen. Mercedes-Benz hat einen W196R mitgebracht, mit dem Ernst Hans Herrmann fuhr. Dieser feiert heuer seinen 90. Geburtstag und gibt zusammen mit den anderen Markenbotschaftern fleißig Autogramme. Ein schöner Kontrast dazu ist ein Pickup der “Strich-Achter” Baureihe W115. Er reiste auf eigener Achse aus Stuttgart an und leistete viele Jahre lang den Stuttgarter Straßenahnen einen guten Dienst als Service-Fahrzeug zur Schmierung von Weichen. In Argentinien liefen ähnliche Modelle mit Einzel- oder Doppelkabine sogar direkt vom Band. Wir gehen weiter zur Orangerie, wo ein weiteres Mitbringsel der Schwaben steht. Der Mercedes 75PS Spider von 1907, der mit Sechszylinder und 10,2 Liter Hubraum das damalige Topmodell war. Hier im Park stehen auch die Concours Fahrzeuge. Wir parken mit unserem Ferrari hübsch zwischen einem Jaguar E-Type S2 Cabrio und einem Maserati Sebring 3500 S2. Eingeteilt sind wir in Klasse “H”: “Prestige Sportscars” und hier sind wir mit Lamborghini Espada, Maserati Ghibli Coupé, Alfa Romeo Montreal, BMW 2002 Turbo, De Lorean DMC12, dem skurrilen Bricklin SV-1, sowie einem Porsche Gemballa Avalanche 930 von 1986 in guter Gesellschaft. Am Nachmittag kommt die Jury vorbei, um das Exponat zu begutachten. Sie wollen alles wissen über die Geschichte, die Vorbesitzer, die Restaurierung, die Fahrgestell- und Motornummer usw. Nach einer halben Stunde ist alles vorbei und wir haben wieder “frei” und machen noch einen Rundgang. Insgesamt stehen 56 “Jewels in the Park” auf der Halbinsel, die direkt ans Schloss grenzt. BMW 327/328, eine Gruppe von Horch Jubiläumswägen aus den 30er Jahren, ein Alfa Romeo 1900 C Pinin Farina Coupé oder der wundervolle Aston Martin DB2. Sehr schön sind auch die beiden Porsche 911. Ein rotes Coupe von 1965 und ein brauner Softwindow-Targa von 1967. Gegen 18:30 ist die Veranstaltung für die Besucher vorbei und es wird ruhig auf dem Areal. Wir nutzen die Zeit, um ein paar Fotos mit dem GT4 vor dem Schloss und neben den Bertone Fahrzeugen Espada und Montreal zu machen. Als es dämmert sind wir tatsächlich die einzigen, die noch hier unterwegs sind und es wird Zeit zum Abendessen zu gehen. Dieses findet im “Infield-Plaza” statt. Dort, wo auch die Bentey Boys parken und man einen Blick auf den Stand der Autostadt hat, der in der Dunkelheit sehr hübsch beleuchtet ist. Hier “schlafen” Lamborghini Countach, Rallye Käfer, Porsche 930Turbo, Audi quattro oder ein VW SP2 aus Brasilien.

Am Sonntag geht es genauso früh raus wie am Vortag und wir drehen eine Runde über die verschiedenen Wiesen, bevor die Mittagshitze wieder zuschlägt. Es gibt noch so viel zu sehen. Die Boliden des Sonderlaufs “Bullit und Eleanor” zum Beispiel. Der originale grüne Ford Mustang Fastback von Steve McQueen aus der Serie “Bullit”, sowie der 67er Shelby GT 500 aus dem Film “Gone in 60 seconds” mit Nicolas Cage aus dem Jahr 2000, in welchem er einen Meisterknacker spielt und 50 Auto stielt. Im neuen Fahrerlager stehen fünf orangene Porsche Jägermeister Rennwagen,  darunter  ein 917/30, ein 956 und ein 962. Ein ganz besonderes Highlightsind das gute Dutzend Boliden der Marke American LaFrance. Die rustikalen Geiganten mit bis zu 14,5 Liter Hubraum machen ordentlich Krach auf der Rundstrecke. Den meisten Spaß scheint aber der inzwischen schon 75 jährige Arturo Merzario zu haben, der auf seinem Alfa Romeo Tipo 33TT12 von 1975 lautstark über die Strecke rast und besonders auf der Geraden die Erde beben lässt.  Ab 14h fahren die Teilnehmer des Concours vor der Jury und dem Publikum vor und bekommen ihre Preise. Wir sind mit Nummer 54 recht weit hinten dran und sind sehr überrascht, als eine junge Dame mit einem Pokal auf uns zugelaufen kommt. Wir haben den dritten Platz in unserer Klasse gewonnen! Damit hatten wir wirklich nicht gerechnet und dementsprechend war die Freude groß. Vielen Dank an die Jury…

Schloss Dyck Classic Days

Unsere Fotostrecken der letzten Jahre findet ihr hier: 2010, 2011, 2012, , 2013, 2014, 20152016 und 2017

Fotos: Susana de Val & Markus Haub

29. Juli 2018

Sputnik unterwegs: #LadaLust 01

von Tom

Im August geht unser Lada auf große Südosteuropa-Tour.

Beim SAC Balkan Express heisst es: 10 Tage unbekanntes Terrain. Auf staubigen Straßen, vorbei an weißen Stränden, über raue Gebirgszüge, unvergessliche Passtrassen und durch einsame Wildnis – mitten durch das Herz des ehemaligen Ostblocks. Pulsierende Metropolen des Südostens Europas sowie Städte und Dörfer in denen die Zeit still zu stehen scheint. Über 4.000 km durch über 14 Länder in 10 Tagen. Welches Auto würden denn besser passen, als dieser kultige Held der 80er Jahre und Allrounder aus sowjetischer Produktion… ;)

Bevor die große Tour startet, muß der 2108 noch seine Langstreckentauglichkeit unter Beweis stellen. Der 1900 km Trip führt nach Turin, Limone, Monte Carlo und zurück. Der neue – vorsorglich getauschte – Zündverteiler macht in der piemontesischen Metropole leider schlapp. Alles halb so schlimm. Das Altteil ist mit an Bord und wird verbaut. Es verrichtet tapfer seinen Dienst. Die Zuverlässigkeitsfahrt ans Mittelmeer besteht unser Sputnik quasi mit Bravour.

Sputnik @ Balkan Express 2018

#LadaLust

24. Juli 2018

Happy Birthday Porsche__Our 911 turns 50

von Markus

Happy Birthday Porsche!

Porsche feiert in diesm Jahr den 70.Geburtstag und unser 911er wir 50 Jahre alt. Genau genommen wurde er das schon im März, denn er wurde am 18.03.1968 in Culver City in Kaliforien an seinen ersten Besitzer genau so ausgeliefert, wie er heute noch dasteht. Nur hat er ca 185000 Kilometer mehr auf dem Tacho. Immer gut gepflegt, nie restauriert, noch heute trägt er das originale Lackkleid und auch das Interior ist unberührt vom Zahn der Zeit. Zu unserem Fuhrpark gehört er seit 2012, als ich ihn von einem Freund aus England gekauft hatte und ihn nach all den Jahren zurück nach Deutschland gebracht habe. Seitdem haben wir viel mit ihm erlebt. Viele Rallyes sind wir mit ihm gefahren, die Königstein Classic,  die Rallye Solitude Historic , die Silvretta Classic, der Rheinhessen Rallye, die HMSC Rallye Wiesbaden der Nibelungenfahrt,  die Saar-Lohr-Lux Classic, die Weinrallye, haben uns mit seinem Schwesterauto mit der darauffolgenden Fahrgestellnummer getroffen, waren beim Oldtimer Meeting in Baden Baden und haben bei der Classic Gala in Schwetzingen den “Preis der AvD-Classic-Gala” und den zweiten Platz der Klasse gewonnen.

Den grössten Erfolg aber feierten wir, als unser 911 bei der Teilnahme am Concours d’Elegance “Jewels in the Park” bei den Classic Days Schloss Dyck 2016 mit dem FIVA Preservation Award“ für das Fahrzeug mit der höchsten erhaltenen historischen Konfiguration ausgezeichnet wurde. Die Classic Days waren in diesesm Jahr der Platz in Deutschland, an dem die FIVA die Feiern zum „World Motoring Heritage Year“ mit der Präsentation dieses besonderen Preises beging, der unter dem Patronat der UNESCO stand. Anschliessend wurde er mit den anderen Gewinnerfahrzeugen aus Amelia Island, Villa d’Este, Le Mans, Pebble Beach, oder Chantilly im UNESCO Hauptsitz in Paris in der AusstellungA Century of Heritage in Motion” gezeigt.

Der 911 ist ein wunderbares Auto und wir hoffen, mit ihm noch viele tolle Reisen zu machen und genausoviel Spass mit ihm zu haben, wie in den letzten sechs Jahren. Danke 911! :)

 

22. Juli 2018

50 Jahre Ferrari Dino @ Maranello__Road Trip to Italy #2

von Markus

Nach dem ersten Teil unserer Italienfahrt erzählen wir hier nun vom Treffen in und um Maranello und den Feierlichkeiten zum 50.Geburtstag des Ferrari Dino 206/246.

Am Donnerstag Nachmittag treffen wir mit denanderen Teilnehmern im Hotel in der Nähe von Bologna ein. Der Parkplatz steht bereits voll mit ca 80 Dinos aus ganz Europa, einer hat sogar sein Fahrzeug aus den USA einfliegen lassen und machte anschliessen mit seiner Tochter eine Fahrt durch ganz Europa.

Am nächsten Morgen geht es erstmal entspannt los. Nach der Ansprache und Begrüßung  fahren wir auf fast direktem Weg nach Modena, um das Museuo Casa Enzo Ferrari zu besuchen. Wir parken auf der Freifläche direkt dahinter, die für uns reserviert wurde. Eng and eng stehen wir, sonst hätten nicht alle Platz. Das Museum wurde 2012 eröffnet und  es war einer der letzten Projekte des Architekten Jan Kaplicky des Londoner Studios „Future Systems“. Eine 5000m2 große Halle, überspannt von einem gelben Dach mit Festern, die an die Lüftungsschlitze der Rennwagen in den 50er Jahren erinnern. Darin befinden sich die Exponate der wechselnden Ausstellungen. Derzeit über Frauen, die einst vom selbst ans Volant griffen und Ferrari fuhren. Das Nachbargebäude war ursprünglich die Werksatt und das Elternhaus Enzo Ferraris, hier ist heute das Motorenmuseum untergebracht. Nach dem Essen fahren wir zurück, machen noch einen kurzen Stopp in Sant’Agata Bolognese. Nicht um Pasta zu essen, sondern um kurz dass Lamborghini Museum zu besichtigen. Der arme Parkwächter wusste gar nicht wie ihm geschah, als auf einmal zig Ferraris vor den Eingang rollten, wo gerade Presse-Testfahren für irgendwelche Basketballprofis stattfand. Vor dem Abendessen war noch Zeit, um eine Runde im Pool zu paddeln. Eine kleine Abkühlung nach diesem heissen Tag. Es ist über 30 Grad und unser GT4 hat keine Klimaanlage. Er heizt sich enorm auf! Auch bleiben an diesem Tag einige der alten Autos wegen Kühlungsproblemen liegen. Am Ende sollten aber alle wieder zurück ins Hotel finden. Der Abend klingt auf dem Weingut Zuffa aus. Wir machen eine Führung durch den Weinberg und essen im Garten des Anwesens. Dank der netten Tischnachbarn wird es recht gesellig und einige Flaschen Wein wandern über unseren Tisch. Aber am nächsten Morgen heißt es früh aufstehen, denn der große Tag steh auf dem Programm:

Heute ist Samstag der 30.Juni und fast auf den Tag genau rollte vor 50 Jahren der erste Dino 206 vom Band und aus dem Fabriktor des Ferrari-Werks in Maranello. Wir machen uns schon um 7 Uhr auf den Weg. Diesmal über eine schöne Strecke durch die Berge bis zur Galeria Ferrari in Maranello. Dort ist die Registrierung für alle Teilnehmer der Veranstaltung. Dank der neuen Datenschutzverordnung müssen wir zig Dokumente unterschreiben und das dauert alles ziemlich lange. Einmal fertig bekommen wir einen großen Aufkleber für die Windschutzscheibe und dürfen nach Fiorano auf die Teststrecke von Ferrari fahren. Hier, in der Nähe des Werkes und am Rande der Teststrecke stand ich schon mal vor 30 Jahren und habe davon geträumt, eines Tages diese mal besuchen zu können. Heute war der Tag gekommen! Und dazu noch im eigenen Ferrari. Ein Traum geht in Erfüllung…

Wir werden über das Gelände geleitet und parken alle auf einer großen, kreisförmigen Fläche, um das Jubiläumslogo mit den Autos abzubilden. Ca 180 Fahrzeuge sind gekommen und stellen sich in Form von Schriftzug, Zahl oder Kreisumrandung auf. Danach fahren wir in eine Parade einige Runden über die Strecke. Der Wahnsinn, wie ein langer Stau aus Dinos. Schließlich fährt der Autokorso weiter zum nahegelegene Werksgelände. Noch nie gab es so viele Dinos hier, die mitten auf der Allee vor den Fabrikationshallen parkten. Wir essen in der futuristisch gestalteten Kantine, die dem Profil eines Flugzeugflügels nachempfunden ist. Nach Tortellini al Ragù und einem Espresso werden wir durchs Werk geführt. Heute stehen die Bänder still und so wirkt alles etwas gespänstisch. Wir sehen die Produktionshalle für die Endmontage der 8-Zylindermodelle und bekommen die verschiedenen Etappen der Fertigung erklärt. Auch die Motoblockherstellung und anschließend noch die Classiche Abteilung. Hier werden die alten Ferraris bis ins letzte Detail originalgetreu restauriert, egal ob Serien- oder Rennwagen. Leider darf man in den Hallen nicht fotografieren. Am Nachmittag ist unsere Tour zu Ende und wir dürfen das Gelände durch das historische Werkstor verlassen. Wie einst der erste Dino…

Am Abend treffen sich alle Teilnehmer zum großen Dinner wieder. Eherngast ist Leonardo Fioravanti, der sein Buch „Il Cavalino nel Cuore“ vorstellte. Er verfolgte damals den von Aldo Brovarone gestalteten Dino Berlinetta Speziale (1965) weiter hin zum Serienmodell des Dino 206GT.

Weitere Fotos und einen englischen Text haben die Kollegen von Petrolicious veröffentlicht.

Fotos: Susana de Val & Markus Haub

Foto Luftaufnahme Fiorano: Ferrari