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12. Juli 2016

Le Mans Classic 2016

von Markus

Mein letzter Le Mans Classic Besuch ist schon 10 Jahre her ist und alle zwei Jahre überlege ich, mal wieder hinzufahren, scheue aber letztendlich den Aufwand und die weite Strecke. Dieses Jahr gab es aber keine Ausreden, denn es musste einfach mal wieder sein! Am Freitagmorgen mache ich mich mit dem 964er auf in Richtung Festival der Superlative. Die Wetteraussichten sind perfekt und die Vorfreude und Spannung steigt mit jedem Kilometer durch die französische Provinz. Am frühen Abend erreiche ich die Rennstrecke und parke auf der riesigen Wiese des Porsche Club France. Er ist zentral im Motodrom gelegen und mit Abstand der größte aller Clubs. An die 1000 Fahrzeuge werden erwartet. Er ist schon gut gefüllt und alle werden schön säuberlich nach Modellreihen aufgestellt und ausgerichtet. Ich schlendere gleich mal los in Richtung Paddock, um mir einen Überblick zu verschaffen. Es gibt acht Fahrerlager, gestaffelt nach Baujahren oder Marken. Vorkrieg, Nachkrieg, Jaguar, Ferrari oder Ford. Überall knattern Rennwagen, alte VW Busse, Enten oder Mehari als Shuttle Fahrzeuge, Mopeds und Gendarme mit Trillerpfeifen auf Motorräder über die Verbindungswege, auf der Rennstrecke röhren die Gruppe C Boliden der 80er Jahre, die dieses Jahr zum ersten Mal dabei sind und auf dem Freigelände neben den alten Renntransportern spielt eine Band.  Während die Sonne langsam untergeht, freue ich mich auf den nächsten Tag…

Um 6:30h klingelt der Wecker, extra früh aufstehen ist angesagt. Ich wohne in Vendome, eine knappe Stunde südöstlich von Le Mans und hier schläft um diese Zeit noch alles. Frühstück im Hotel gibt es erst ab 8h, also fahre ich mit leerem Magen los und endecke gleich um die Ecke einen leckeren Bäckerladen, wo ich mich mit allerlei Essbarem für den Tag eindecke. Mandel-Croissant inklusive :) .Die Anfahrt zu den Clubparkplätzen ist gut beschildert und führt über kleine und kleinste Nebenstrassen durch ein Wohngebiet direkt zur Rennstrecke. Ich bin aber nicht der einzige, tausende von Sportwagen und Klassikern müssen abgefertigt werden. Um einen gigantischen Rückstau zu vermeiden, werden wir auf einem großen Gelände in neun Reihen nebeneinander aufgestellt und blockweise abgefertigt. Nach einer ganzen Weile geht es endlich auf den Porsche Parkplatz, der sich rasch füllt. Da die Rennen hauptsächlich erst am Nachmittag losgehen (das Training am Freitag ging ja bis 3h morgens), entscheide ich mich zu einem Rundgang über die Clubparkplätze. Alpine ist ganz groß! Neben der Neuauflage stehen etliche Rennwägen zur Schau, daneben die alten Modelle aufgereiht. Auch ein paar Renault Sport Spider und R5 Turbo sind dabei. Im Zelt von Artcurial findet eine Auktion von 115 Oldtimern statt. Die Verkaufsquote ist eher mager und so bleiben der Ferrari 250GT Berlinetta SWB, der 330 GTS Spider Pininfarina, der 365 GTC/4 (das Ausstellungs-Fahrzeug vom Genfer Autosalon 1971) oder der Lancia Delta S4 Prototype unverkauft stehen.

Langsam wird es heiß. Nicht nur auf der Rennstrecke, nein auch die Sonne brennt erbarmungslos und jeder noch so dünne Baum muss als Schattenspender herhalten. Auf dem Clubarial reiht sich ein Highlight ans andere. Lotus ist wie immer stark vertreten und bekommt wohl dank dichter Parkweise am meisten Auto/Quadratmeter aufs Gelände. Auch Aston Martin ist zahlenmäßig gut dabei. Leckeres für die Augen gibt’s bei Lamborghini, Ferrari oder auch beim Ford GT40 Club, wo unfassbar viele Modelle zusammen gekommen sind. Die neueren GT werden sogar nach Farben sortiert. Gegen 16h gehen die eigentlichen Rennen los, die dann in immer wieder wechselnden Gruppen durch die ganze Nacht und den Sonntag gehen. Klassiker ist natürlich der typische „Le Mans Start“, bei dem die Fahrer erst zu ihren Rennern laufen müssen und dann so schnell wie möglich vom Fleck kommen sollten. Die Bandbreite der Fahrzeuge ist endlos und es fällt schwer seinen Liebling herauszupicken. Porsche 356, 550, 917, Ferrari Breadvan, Jaguar E-oder D-Type oder die 12 Ford GT40, die gegen 14 Shelby Cobras kämpfen. Zu schauen gibt es immer und überall etwas und man kann schön an der Rennstrecke vorbeilaufen und bekommt so immer wieder andere, faszinierende Blickwinkel auf den Circuit an der Sarthe zu sehen. Aber es sind auch die Zuschauer, die das Festival prägen, die teilweise neben ihren Fahrzeugen campen und sich alle zwei Jahre hier treffen, um drei Tage und zwei Nächte Motorsport vom Feinsten zu erleben. 123000 waren es in diesem Jahr und die allermeisten werden bei der nächsten Ausgabe wieder dabei sein. Ich bleibe noch bis zum späten Abend und mache mich am Sonntag schon wieder auf den Heimweg, während in Le Mans noch bis zum Nachmittag die Motoren röhren.

Le Mans Classic

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