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16. Mai 2008

Universität der Künste Berlin: lili Gestalterinnenpreis #6

von Tom

Der UdK-Gestalterinnenpreis “lili” wird jährlich an herausragende Abschlussarbeiten der Fakultät Gestaltung verliehen. Die Preisverleihung fand am 8. Mai 2008 statt. Die Preisträgerinnen stellten ihre Arbeiten in der Quergalerie des Hauptgebäude der UdK vom 9. – 16. Mai 2008 der breiten Öffentlichkeit vor.

Hier eine Fotostrecke mit den preisgekrönten Arbeiten aus den Studiengängen Architektur, Experimentelle Mediengestaltung, Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation, Bekleidungs- und Textildesign, Produktdesign und Visuelle Kommunikation.

Mit dem lili-Preis #6 erhalten die Gewinnerinnen übrigens neben der Ausstellung auch die Möglichkeit, einen Workshop für Studenten der UdK eigenständig zu gestalten.

Eine der herausragenden Arbeiten ist von Viktoria Kirjuchina aus dem Bereich Visuelle Kommunikation: “Die Welt zerfällt in Tatsachen” (Ludwig Wittgenstein). Komposition als Mittler zwischen Raum und Bild.

“Die Arbeit befaßt sich mit dem Erleben der Gleichzeitigkeit von Raum und seiner Abbildung. Die typographischen Fragmente setzen sich aus dem Blickwinkel einer Videokamera zu dem Schriftzug “Die Welt zerfällt in Tatsachen” zusammen, der als Livebild auf drei verschiedenen Monitoren zu sehen ist.”

Sylvia Schön zeigte “Der Traum vom Fliegen – Höhenflug und Absturz” im Bereich Bekleidungs- und Textildesign.

“Man hat die Wirklichkeit gewonnen und Traum verloren (Robert Musil). Die Arbeit und Kollektion knüpft an einen der ältesten und scheinbar überholten Wunschträume der Menschheit an: Dem Fliegen. Der Traum vom Fliegen pendelt sich zwischen der kindlichen Vorstellung und der technischen Realität ein. Genau diese Aspekte drückt Sylvia Schön mit ihrer Kollektion aus, deren Stimmungsebene eine Mischung aus emotionaler und verträumter Haltung zum Fliegen, gemischt mit traditioneller, technischer Fliegerkleidung bildet.” “Das Gefühl des Aufsteigens in die Luft und das erhabene Gefühl der leichtigkeit veführte die Luftpioniere zu halsbrecherischen Versuchen mit ihren Flugzeugen. Dies brachte ihnen bei einem unfallfreien Flug das Interesse und die Bewunderung des Publikums und ihnen persönlich ein beherrschend, dominantes Gefühl ein. Bei einem Absturz hingegen waren die Entgeisterung und die Bestürzung vor allem der Flugkritiker sehr deutlich zu verspüren. Dieser Gegensatz von Höhenflug und Absturz wird, ausgehend von einer Basis typischer Fliegerbekleidung, die zu Beginn des motorisierten Menschenfluges männlich attribuiert war, als atmosphärischer Leitgedanke der Kollektion stehen. Die tatsache, daß es keine adäquate Bekleidung für Pilotinnen gab und diese daher Männerkleidung kombiniert mitweiblichen Accessoires, nutzen mußten, ist elementar für die weiterführende Entwicklung. Die männliche und weibliche Kategorisierung der Bekleidung ist im Besonderen in der Wahl und somit der Schnittführung der Entwürfe zu sehen.”

Die lili-Preisträgerinnen Lisa Welming und Stefanie Schleipen entwickelten im Fachbereich Architektur ihre Arbeit “FLUX – Berlin im Fluß”. Nach Arena Badeschiff, Oststrand, MS Hoppetosse Club- und Restaurantschiff, Spreetours Eventschifffahrt oder des einfachen Tretbootverleihs eine weiteres nur logisches Projekt auf und mit dem Wasser.

“FLUX ist ein Ausstellungsraum für Gegenwartskunst, dessen Standort im Fluß ist! FLUX wechselt nach einem bestimmten Zeitraum seinen Standort, wird der Situation entsprechend formiert und generiert so ständig neue Situationen. Die architektonischen Grundbestandteile sind zwei lange, schwimmende Räume sowie ein ebenfalls schwimmender Außenraum, der aus einzelnen Plattformen besteht.” Über FLUX stehen die einzelnen Standorte in einer neuen Beziehung zueinander sowie auch die Menschen, die FLUX nutzen. “Es ist spannend zu beobachten, wie FLUX und die Nutzer von den Qualitäten der Orte profitieren. Gleichzeitig decken sie versteckte Qualitäten auf und schaffen neue.”

Welming und Schleipen verweisen in der Ausstellung auf die veränderte Sinneswahrnehmung auf dem Wasser. “Unbetretbarkeit”, “Langsamkeit”, “Schwanken”, “Bewegung”, “Weite”, “Sicht” sind einige ihrer gewählten Begriffe. Super cool! Genial! Unbedingt realisieren!

Mehr dazu gibt es im BerlinDesignBlog zu lesen – darunter eine lebhafte Diskussion zum Thema GestalterINNENpreis und Gleichberechtigung und Diskriminierung männlicher Designer…

Zitate: Universität der Künste Berlin/lili UdK Gestalterinnenpreis, Studentinnen

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