formfreu.de
SCHICKES. SCHÖNES. SCHNELLES.

21. Juni 2015

Berlin Classic Days

von Tom

Die Classic Days Berlin waren auch 2015 wieder ein Publikumsmagnet. Besuchermassen und endlose Altautoreihen auf zwei Kilometer Ku’damm. Auf dem abgesperrten Hauptstadtboulevard kann man die Oldtimer elegant geniessen. Man setzt sich in ein Straßencafé, lässt die Parade an sich vorbeiziehen und lauscht den fachkundigen Moderatoren, die an verschiedenen Stellen die Autos mit ihren technischen Details präsentieren und die ein oder andere Oldtimeranekdote zu erzählen wissen. Ein nachmittäglicher Sommergewitterschauer unterbrach am Samstag die bunte Show. Das machte aber nix: Die gute Laune blieb und der Fotograf freute sich über weniger Beine vor der Linse und auf den Fotos… ;)

Berlin Classic Days

Mehr Ku’damm findet ihr bei formfreu.de übrigens hier

17. Juni 2015

DMY International Design Festival Berlin 2015

von Tom

Nach vier ereignisreichen Tagen endete am Sonntag das diesjährige DMY International Design Festival in Berlin. Präsentiert hatten sich auf der internationalen Plattform für zeitgenössiches Produkt- und Industriedesign 107 Aussteller und 314 Designer aus 21 Ländern im Kraftwerk Berlin. Kunstaktionen, Workshops, Panels, Open Talks und Vorträge gehörten mit zum Programm.

DMY Berlin wurde 2003 gegründet. Nach einigen Jahren im historischen Zentralflughafen Berlin-Tempelhof ist das Festival unter neuer Leitung von nun an im Kraftwerk Berlin beheimatet. Erbaut wurde das einstige Heizkraftwerk Berlin-Mitte etwa zeitgleich mit der Berliner Mauer im Jahr 1961. Der gigantische Komplex war das Kraftwerk Ostberlins und bis 1997 in Betrieb. Eine großartige Location und ein perfekter Rahmen für kreative Events. Viele der DMY-Aussteller haben nur sehr kleine, reduzierte Stände mit vielleicht einem oder zwei Produkten. Im Kraftwerk konnte man daher erfolgreich – im Vergleich zu Tempelhof – kleinere, intime Räume und Bereiche mit handhabbareren Dimensionen schaffen. Die Säulenhalle ermöglicht zudem spannendes Spiel mit Licht und ein interessantes und abwechslungsreiche Inszenesetzen der Ausstellerstände. Klasse!

Der aufmerksame formfreu.de-Besucher kennt das Kraftwerk Berlin natürlich bereits von der Realstadt-Ausstellung… Ein Teil des Areal beheimatet seit 2006 den Technoclub Tresor.

Es gab verschieden Festivalsektionen: Showroom (für etablierte Designer und Brands), LAB (für Nachwuchstalente), Education (für Design-, Kunsthochschulen und Universitäten), Berliner Zimmer (für Designer Designer und Designerinnen der Spree-Metropole) und DMY Store (ein ins Festival integrierter Einkaufsbereich für Designliebhaber). Die Bandbreite des gezeigten Designs auf dem diesjährigen Festival reichte dabei von Mobiliar, Accessoires, Schmuck, Bekleidung bis zu Lifestyleprodukten. Darüber hinaus wurden spannende Materialstudien, entwurfsbasierte Designdiskurse, überraschendes Klimbim, handwerkliche Designobjekte, Kuriositäten und nachhaltige Designkonzepte gezeigt. Für Entspannungsmomente war im DMY-Sommergarten bestens gesorgt. Vorzüglich ließ es sich im sonnigen Stadtgartenambiente relaxen.

Coole Ausstellerlinks:
Jonmct
Sebastian Auray
Sara Mellone
Andreas Neuland
Jorge Penadés
Jule Waibel
Solleydesign
Firelamps
Lamp Chop
steinbuehl
Hoka-Design
Lasch+Prillwitz
Paper Sculpture
MDCplus Design

DMY 2015

Alle unsere bisherigen Beiträge zu DMY gibt es zusammengefasst hier.

dmy#

30. April 2015

Frühlingsfest im Bw Schöneweide

von Tom

Berlin macht Dampf

Am Wochenende öffnete das historische Bahnbetriebswerk Schöneweide seine Tore und lud große und kleine Fans der Eisenbahn zum traditionellen Frühlingsfest. Die Dampflokfreunde Berlin e. V. zeigten mehr als 20 Lokomotiven und Wagen. Eisenbahnromantik zum Anfassen. Man konnte in das ein oder andere Führerhaus hinaufklettern und dort den stolzen Platz des Lokführers einnehmen. Die Besucher durften die riesigen Motoren bestaunen und konnten spannende Dampf- und Dieselgespräche führen. Die Drehscheibe vor dem Lokschuppen bat zum Fototermin. Im historischen MITROPA-Speisewagen gab es Speisen und Getränke. Und der Bahnmarkt bot so manche Sammlerstücke nicht nur für den Modelleisenbahnfreund. Als ein Highlight stand wieder die 52 8177, die einzige betriebsfähige Dampflok Berlins, zu Mitfahrten auf dem Führerstand unter Dampf. Ein ganz besonderer Hingucker war die Diesellok der DR-Baureihe 132 aus der Lokomotivfabrik Woroschilowgrad. Die gezeigte “Ludmilla” wurde 1974 an die Deutsche Reichsbahn ausgeliefert und gehört nach Stationen bei der DB AG und in Polen seit Januar zur WFL – Wedler Franz Logistik in Potsdam. Deren Kolomna 5D49 ist ein 16-Zylinder-Viertakt-Dieselmotor und liefert 3000 PS…

Berlin macht Dampf

2. Januar 2015

Christo und Jeanne-Claude: Verhüllter Reichstag 1995

von Tom

Sommer 1995: Christo und Jeanne-Claude verhüllten, verfremdeten und verzauberten den Reichstag. Sie ließen ihn hinter maßgeschneiderten – mit Metall bedampften – Stoffbahnen verschwinden: je nach Lichteinfall, Wetter und Tageszeit in funkelndes, blitzendes oder gleißendes Silber oder pastelliges und abgetöntes Blau.

Der weggepackte Reichstag wurde damals zum Symbol für ein neues friedliches, spielerisches und unverklemmtes geeintes Deutschland.

Fotos: Copyright Christo 1995, mit freundlicher Genehmigung von Wolfgang Volz.

Berliner Morgenpost: Wie der verhüllte Reichstag Berlin veränderte
Stiftung Dokumentationsausstellung: Verhüllter Reichstag
youtube: Wrapped Reichstag

27. Dezember 2014

Zossener Brücke 2014.12

von Tom

Neonfarbe ist eine Bezeichnung für Farben und Farbmittel von hoher Leuchtkraft.*

Grelle, schreiende Buntheit mit warnender und Aufmerksamkeit erregender Wirkung: Neontapes umwickeln das Brückengeländer und sind optischer Aufheller und kontraststarker Blickfang im Dezembergrau. Die Brücke in Berlin-Kreuzberg führt die Zossener Straße über den Landwehrkanal. Die zwischen 1910 und 1911 errichtete Brücke wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört und 1954 durch die heutige Brücke ersetzt.

* vgl. wikipedia.de

23. Dezember 2014

Weihnachtsrodeo Vol. 6

von Tom

Cooles Dezembershoppen in Berlin.

Der große Erfolg des Designweihnachtsmarktes “Weihnachtsrodeo” spricht Bände: Es gab ihn dieses Jahr bereits zum 6. Mal.

Das 1904 erbaute ehemalige Kaufhaus Jandorf bzw. Warenhaus am Weinberg in Berlin-Mitte verwandelte sich auch dieses Jahr wieder in einen clubbigen Indoormarkt ohne Weihnachtsmann und ohne Bratapfelduft. Über 100 Aussteller aus den Bereichen Kunst, Mode und Design zeigten allerlei Kreatives und Schickes in einer tollen Location: Das einstige Kaufhaus wurde 1904 erbaut und war bis 1945 in Betrieb, danach diente es in der DDR als Institut für Modegestaltung.

Weihnachtrodeo

Unsere Ausstellerfavoriten:
elreinventor. daniel carrion rivas.
Urban Light Factory
Showertower
Antoniya Ivanova
Vera Kochubey
Thomas Overesch
Stilnest
Sektgar
Berliner Winter
Rotholz
Szenekind Berlin

Ausserdem dabei: Die beste Hauptstadtsteinofenpizza von Cicciolina;)

Alle unsere Fotoreihen zum Weihnachtsrodeo aus den letzten Jahren findet ihr hier.

#Weihnachtsrodeo

13. Dezember 2014

Buchstabenmuseum @ HO | Berlin

von Tom

Das Buchstabenmuseum hat sich die Bewahrung und Dokumentation von Buchstaben zur Aufgabe gemacht. Hunderte Buchstaben konnten bereits vor Verwitterung oder endgültiger Verschrottung gerettet werden. Gesammelt werden typografische Exponate – unabhängig von Kultur, Region, Sprache und Schriftsystem.

Studenten der FH Coburg haben das Berliner Buchstabenmuseum im ehemaligen Supermarkt umgestaltet und die Schriftzüge, Logos und die gebogenen farbig-leuchtenden Röhren, die immer mehr aus dem Stadtbild verschwinden, wunderbar in Szene gesetzt. Unbedingt besuchen!

BUCHSTABENMUSEUM
HO | BERLIN
Holzmarktstraße 66
10179 Berlin-Mitte
Öffnungszeiten: Do–So, 13–17 Uhr

Buchstabenmuseum

formfreu.de: Buchstabenmuseum Berlin
formfreu.de: Winterquartier der Zierfische
Buchstabenmuseum Postcards by formfreu.de

30. November 2014

Den Ku’ Damm ‘rauf und runter’

von Tom

Im Oldtimertaxi durch die Berliner Nacht und den Ku’ Damm ‘rauf und runter’.

Der Reinickendorfer Ralf Werner ist 77, sein Gefährt 50 Jahre alt. Beide sind absoluter Kult. Der Chauffeur trägt ein rotes Indienhemd und auf dem Kopf Irokesen-Schnitt. Der Wagen heißt Nepomuk und ist ein heckflossiger Mercedes-Benz 190 Dc der Baureihe 110, Baujahr 1964. Dieselmotor. Farbe Hellelfenbein. 55 PS, 140 km/h Spitze nach Tacho.

Am späten Sonntagabend führt er am Droschkenstand in Schöneberg die wartende Fahrzeugsreihe aus modernen B- und E-Klassen an. Sein schwarz-gelbes Taxischild auf dem Dach ist kleiner und leuchtet schwächer.

Zeitreise! Irgendwo stelle ich mein Auto ab und eile zu den Taxen. Ich greife zur Beifahrertür des Klassikers: “Guten Abend. Einmal Zeitreise bitte. Zeitreise nach Westberlin. Den Ku’ Damm ‘rauf und runter…” Elegante Heckflossen, ein mächtiger Kühlergrill, Säulentacho, Lenkradschaltung, rote Polster und weiße Häkeldeckchen beschwören Stil und Geist der 1960er Jahre. Ich nehme Platz auf den weichen Polstern. Was für eine Rundumsicht! Auf einem Schildchen auf der Armaturentafel ist in Handschrift und mit liebenswertem Schreibfehler zu lesen: „Du fährst im ältestem Taxi Berlins.“ – was wohl mittlerweile nicht mehr ganz so richtig ist, seit es seit ein paar Jahren einen trapezförmigen 1963er Peugeot-Oldie im Berliner Droschkenbetrieb gibt. Über eine Million Kilometer hat Nepomuk jetzt runter. Seine Gebrauchsspuren verleihen ihm eine besondere Ästhetik und machen ihn erst richtig schön – ‘automobile Patina’ heißt das neudeutsch. Zum Taxi wurde die Heckflosse erst 1990 umgebaut und in RAL 1015 umlackiert. Unter der Motorhaube nagelt ein Austauschherz aus einem 123er.

Die Fahrt geht über den Nollendorfplatz, über die bekannte Shopping-Meile Tauentzienstraße am KaDeWe vorbei zum Kurfürstendamm zur Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, dem östlichen Punkt des weltberühmten Boulevards, und weiter Richtung Rathenauplatz und dann zurück.

Ralf Werner erzählt. Viele berühmte Fahrgäste habe Nepomuk schon gesehen. Harald Juhnke oder Paul van Dyk seien mit ihm durch die Nacht gefahren. Für die meisten Kinder heute sei Nepomuk kein stolzer Mercedes, sondern einfach der “große Trabant”. Das kleine Ostauto mit seinen ebenso hohen kreisrunden röhrenförmig aus den Kotflügeln wachsenden Scheinwerfern und spitzen Flossen am Heck sei heute eben vielmehr im allgemeinen Bewusstsein als die W110er trotz ihrer imposanten Kühlermasken…

Zur Weihnachtszeit pflegen Ralf Werner und Nepomuk übrigens eine ganz besondere Tradition. Mit einer brennenden Kerze auf dem Instrumentenbrett sorgen sie für erstaunte – und bisweilen etwas um ihre Sicherheit besorgte – Fahrgäste und für besinnliche Stimmung.

Die Oldtimerdroschke fährt zuschlagsfrei zu den regulären Tarifen. Bei Fahrtende zeigt mir das Taxameter 16 Euro an: nicht viel für einen wunderbaren Ausflug in die Vergangenheit und für unvergessliche Streicheleinheiten für die Altautoseele.

15. November 2014

25 Jahre Mauerfall – Lichtgrenze

von Tom

Die Lichtgrenze war eine – außergewöhnliche – temporäre Lichtinstallation entlang des ehemaligen innerstädtischen Mauerverlaufs. Sie bestand aus etwa 8000 Ballons, die zwischen Boesebrücke an der Bornholmer Straße und Oberbaumbrücke den Verlauf der Berliner Mauer nachzeichneten. Die Ballons leuchteten als ein starker Kontrast gegenüber der Brutalität des grauen Betons. Am Sonntagabend wurden sie Stück für Stück in die Luft losgelassen, als symbolisches Zeichen für den Mauerfall vor 25 Jahren. Emotional und zugleich ernsthaft wurde so an eines der bedeutendsten historischen Ereignisse in der Mitte Europas erinnert.

Mauerfall-Jubiläum

formfreu.de: 25 Jahre Mauerfall – Trabant Sternfahrt durch Berlin

10. November 2014

25 Jahre Mauerfall – Trabant Sternfahrt durch Berlin

von Tom

Berlin feierte 25 Jahre Mauerfall – mit zahlreichen Veranstaltungen und dem Aufstieg der leuchtenden Ballons entlang dem einstigen Mauerstreifen als Höhepunkt.

Als am 9. November 1989 die Mauer fiel, rollten tausende Trabant, Wartburg, Skoda & Co. Richtung Mauer. Ihre Besitzer wollten sich mit eigenen Augen von der Öffnung der innerdeutschen Grenze überzeugen und, wenn möglich, gleich in den Westen der geteilten Stadt weiterfahren. Die Bilder der euphorischen Auto-Kolonne mit den tränenüberströmten Insassen gingen um die Welt. Insbesondere der Trabant wurde zum Zeichen und zur Ikone des Aufbruchs. Deshalb darf das kleine Auto bei den Gedenkfeierlichkeiten zu 25 Jahren Mauerfall natürlich nicht fehlen.

Gestern startete die Trabant Sternfahrt in Friedrichshain zwischen Ostbahnhof und Berghain zu einer ganz besonderen Rundfahrt durch die Stadt. Aus allen Himmelsrichtungen der Republik und aus ganz Europa waren über 80 Ostmobile in die Hauptstadt gekommen: aus den Niederlanden, Tschechien, Großbritannien, der Schweiz. Mit einem Dutzend knatternder Pappen waren die französischen Trabant-Freunde ganz besonders zahlenstark vertreten. Wartburg, Barkas und Polski-Fiat vervollständigten die kunterbunte Trabi-Truppe.

Die Rundfahrt führte – mit Umweltzonensondergenehmigung für die Nochnichtoldtimer – über den Potsdamer Platz, den Großen Stern, die Torstrasse zur Bösebrücke. Die berühmte Bogenbrücke der Bornholmer Straße verbindet über die Gleise der Fern- und S-Bahn die Bezirke Prenzlauer Berg und Wedding. Der einstige Grenzübergang Bornholmer Straße war der erste Grenzübergang in Berlin, an dem um 23.30 Uhr die Passkontrollen eingestellt wurden und über den erstmalig Tausende DDR-Bürger die Gelegenheit nutzten, nach West-Berlin zu gehen und zu fahren. Es war ein starkes Symbol mit den Autos von damals nach einem Vierteljahrhundert den geschichtsträchtigen Ort zu befahren. Jubelnde Menschenmassen empfingen die Ostautokolonne. Ganz viel Gänsehaut!

Die Sternfahrt wurde von Klaus Brinkmann und Tom Sendrowski superbestens organisiert. Vielen Dank an Nils fürs Mitfahrendürfen im hellgrauen Wartburg 1.3 ;)


Youtube-Video: 25 Jahre Mauerfall – Trabant Sternfahrt durch Berlin

#FalloftheWall25 #fotw25 #BLN25YearsLater #berlinwall #mauerfall #muroberlino #freedom #Trabant