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SCHICKES. SCHÖNES. SCHNELLES.

9. September 2013

5. Schloss Bensberg Classics__Concours d’Élégance

von Markus

Schick und schön, mit Power und Grandezza

Einen Schirm sollte man schon im Gepäck gehabt haben, wenn man die diesjährigen und nunmehr 5. Schloss Bensberg Classics besucht hat. Zeigte sich das Wetter im Bergischen Land am Freitag noch hochsommerlich und auch bei der Rallye Historique am Samstag noch verträglich, waren bis Sonntag doch einige Grade abhanden und lästiger Sprühregen dazugekommen und die Besucher konnten sich neben dem Benzingeruch auch die Vorboten des Herbstes um die Nase wehen lassen. Das jedoch schmälerte in keinster Weise die Qualität der in acht Wertungskategorien eingeteilten Wettbewerbsteilnehmer. Die 40 Wagen waren in Klassen mit so klangvollen Namen wie „Driven by Excellence“, „Elegance on Wheels“ oder „The Beauty of Power“ eingeteilt und rangen um die 16 Preise. Sportwagenfans kamen dieses Jahr besonders auf ihre Kosten, denn zusätzlich zu den beiden weiteren Wertungsklassen zum Thema Porsche 911 und 50 Jahre Lamborghini wurden im Schlosshof  und dem angrenzenden Park weitere Highlights in einer Sonderausstellungen gezeigt. Porsche hat sein Museums nach „Rallye-Helden“ durchforstet und einiges mitgebracht: 911 SC 3.0 Safari, SC San Remo oder die Rallye Paris-Dakar Siegerwagen Carrera 3.2 4×4 und 959. Als Concorso Teilnehmer traten ein 901 (Nr. 27) von Alois Ruf, ein 911 S Targa von 1967, Steve McQueens 911 S 2.2 von 1970, der als Filmwagen im Klassiker “Le Mans“ weltbekannt wurde, ein 911 S 2.5 und der allererste 911 Turbo (außer Wertung), der noch eine schmale Karosserie hatte und Louise Piech zum 70. Geburtstag geschenkt wurde. Um den runden Geburtstag der Marke mit dem Stier gebührend zu feiern, öffnete der Schweizer Albert Spiess seinen Schatzkammer und zeigte uns faszinierende Einzelstücke und Prototypen. Den Bravo von 1974 und den futuristischen Marzal von 1967, die er beide auf der Auktion 2011 anlässlich des Concorso d’ Eleganza Villa d’Este ersteigerte. Der Marzal wird derzeit einer vollständigen Restaurierung unterzogen und wurde deshalb unlackiert und nur mit halbfertigem Interior gezeigt. Daneben der allererste Lamborghini, der bildschöne 350 GTV von 1963 und der einzige Miura Roadster von 1968. Dazu gesellte sich, etwas unter einem Baum versteckt, der von Touring entworfene 4000GT Flying Star II des Franzosen Jean-Claude Paturau und das erst kürzlich vorgestellte einsitzige Konzept Egoista. Leider waren die Exponate aufgrund der Witterung zeitweise eingepackt und erinnerten an die Installationen des Verhüllungs-Künstlers Christo, was jedoch auch seinen Charme hatte, zeichneten sich doch die radikalen Formen unter den Tüchern oder Folien ab. Im Eleganz-Wettbewerb standen ein 350 GTS, ein Islero GTS, ein Silhouette von 1978 und ein Miura SV teil. Das Highlight, der allererste Countach LP400, der heute wie damals einige Besucher wegen seiner extremen Form schockiert, gehört Lamborghini selbst und nahm nicht an der Wertung der Jury teil.

Ebenfalls Sportliches und zum runden Geburtstag von Aston Martin konnte man in der Klasse „The David Brown Years“ sehen: DB 2/4 Cabriolet oder Saloon, DB4 Zagato ein DB5 Coupe und einer von 12 gebauten DB5 Shooting Breaks von 1965. Die teilweisen skurrilen Entwürfe des Italieners Pietro Frua wurden ebenfalls in einer Sonderklasse gefeiert. Dort standen ein DB Frua Coach, Maserati 5000 GT Frua, ein Glas 1700 GT oder einer von zwei gebauten und mir völlig unbekannten Opel Kadett A Italsuisse Spider, den der Designer 1964 als Opel Equivalent zum erfolgreichen Karmann Ghia entwarf. Man konnte eine Runde nach der anderen über den Rasen des Grandhotels drehen und immer wieder neue Fahrzeuge entdecken oder in die Geschichten derselben oder ihrer Besitzer eintauchen.

Den Best Of Show Pokal gewann ein Talbot Lago T120 Cabriolet, den Preis durch Publikumsabstimmung der Horch 930 V Roadster. Glückwunsch an die Gewinner!

Schloss Bensberg Classics

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#sbc

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