formfreu.de
SCHICKES. SCHÖNES. SCHNELLES.

5. Mai 2016

Herrentag__Porsche 911

von Markus

Heute ist Herrentag und das Wetter ist bestens. Also fährt der Herr mal ne Runde um den Block. Habe auch ne schicke Ecke gefunden, um ein paar schöne Fotos zu machen! Kann man sich mal merken… morgen gehts dann weiter zur Weinrallye nach Maikammer. Der Porsche bekommt die Startnummer 338 :) .

#porschegeschichten

5. Juli 2015

Evening Drive__Porsche 911 SWB

von Markus

Wunderschöne Fahrt mit dem 911 2,0l von 1968 bei sommerheisser Dämmerung neulich durch Rheinhessen, um eine schöne Route für die Ausfahrt des ersten Cars ‘n Dinner ins Schloss Sörgenloch zu suchen… :)

Porschegeschichten
Garage 911

#porschegeschichten

7. Mai 2014

Porsche 964 & 993

von Markus

Porsche 964 und 993 sind die Endstufen des luftgekühlten 911 und machen sie schon allein deshalb zu etwas besonderem. Die hier gezeigten Exemplare sind einer der letztgebauten 964 Carrera 4 von 1993 (er wurde sogar erst im Juni 1994 erstzugelassen!) und einer der ersten 993 vom August 1994, beide haben die Farbe nachtblau.

Ende der 80er Jahre steckte Porsche in der Krise, das G-Modell war ausgereizt und die Kundschaft wollte mehr Fahrkomfort. Im März 1984 fiel der Startschuss für das neue Projekt 964. Er wurde 1988 präsentiert, war zunächst  nur in der Allradversion verfügbar, die eine vereinfachte Technik des 959 verwendete. Das Mittel-Differenzial verteilt Elfer-typisch die Antriebskraft im Verhältnis 31: 69 (vorn/hinten). Ab MJ 1990 gab es ihn auch mit Heckantrieb für die Puristen. Beide leisten bei 3,6 l Hubraum 250PS, man sagt jedoch, daß die sich auf dem Prüfstand als leistungsstärker erwiesenen  Motoren in den „4“ gebaut wurden, um die 100kg Mehrgewicht zu kompensieren. Im Vergleich zum Vorgänger waren 85% der Teile neu. Wesentliche Bauteile der Karosserie wurden übernommen, darunter jedoch wurde fast alles neu entwickelt. Er hat ein fortschrittliches Leichtmetall Fahrwerk, erstmals gab es auch ABS und Servolenkung und auch einen elektrisch ausfahrbahren Spoiler (bei 80 km/h), der die Fahreigenschaften entscheident verbesserte, im Stand aber die schicke Form nicht störte. Die Stoßfänger waren runder und der Unterboden war vollverkleidet, was ihm zu einem cw-Wert von 0,32 und Fahrleistungen auf 930 Turbo Niveau verhalf. Verfügbar waren die Versionen Coupe, Cabrio und Targa (der letzte mit dem Bügel, der erst jetzt wieder zum Stilmerkmal geworden ist.) 1991 kam dann noch ein Turbo und im 1993 die Speedster-Variante. Insgesamt wurden über 62000 Stück gebaut, davon 13353 als C4 Coupe.

Die Generation 993 war der letzte luftgekühlte 911 und kam nach der IAA 1993 mit 272, später mit 286  PS auf den Markt. Die Entwicklung kostete 400 Mio. Mark und er musste ein Erfolg werden, denn der 928 verkaufte sich nur schleppend und den Boxter gab es noch nicht. Die Form erwieß sich als eigenständig und sehr harmonisch, hat sich doch Designer Harm Lagaay mit seinem Team um Toni Hatter am Urelfer orientiert, bei dem Karosserie und Stossfänger optisch eine Einheit bilden. Die Scheinwerfer stehen flacher und sind eher in die Gesamtform integriert. Türen, Dach und Scheiben wurden beibehalten, die Kotflügel und Stossfänger abgeändert und um 8cm verbreitert. So wirkt er wesentlich bulliger. Unterm Blech gab es eine neue Mehrlenker-Hinterachse und ein 6-Gang Getriebe. Später folgten der Carrera RS mit 300 PS, eine Turboversion mit 408 PS, ab 1995 einen Carrera 4S und als Krönung den 430PS starken GT2. Porsche landete wieder in der Gewinnzone, aber eine Ära ging zu Ende. Am 31. März 1998 lief der letzte luftgekühlte Porsche vom Band.

964: Markus Haub, 993: Roberto Kühn

Mehr Porschegeschichten: hier

#porschegeschichten

24. Februar 2014

Porschegeschichten: Evan und sein sandbeiger 2,0 SWB 911

von Markus

Verliebt mit 16, Probefahrt im Dunkeln und eine stürmische Überführung

Nachdem neulich unser formfreu.de 911er bei Petrolicious porträtiert wurde, haben mir Phil und sein Bruder Evan aus den USA geschrieben. Er ist Designstudent aus Michigan und hat seit einigen Jahren ein baugleiches Modell von 1968 in der Garage. Hier zeigt er uns einige Fotos und erzählt seine Geschichte zum Auto:

___________English text below

Ich war damals 16 Jahre alt und hatte seit 8 Monaten meinen Führerschein, als ich in den Computerraum des Hauses meiner Eltern ging und meine Augen zum ersten Mal auf meinen 911 trafen. Ich überflog die Fotos (ich wünschte, ich könnte sie noch finden) und nach nicht mal 2 Minuten, fragte ich meinen Vater: “Kann ich mir das leisten?”. (Eine lächerliche Frage für einen 16jährigen … aber meine Eltern hatten mir schon früh beigebracht, dass man für das, was man haben möchte, arbeiten muss. Und so hatte ich schon viele Jahre lang gespart und ich war verdammt gut darin!). Die Preise waren seinerzeit (2007) noch günstig und so konnte ich ihn zu einem guten Kurs erstehen. Wenn ich das heute erwähne, glaubt mir das keiner.

Mein Vater war seit frühester Jugend ein Vintage- Sportwagen- Sammler/ -Enthusiast und teilte das Hobby mit seinem Bruder. So hat sich der Virus auch auf mich übertragen und sich später auch auf die Faszination für Rennautos und historische Motorsportfotografie ausgedehnt, wie man an meiner tumblr Webseite sehen kann. Hauptsächlich amerikanische Sportwagen der 60er Jahre (GT40  Chaparrals  Daytona Coupes, Scarabs…) und natürlich Porsche.

Zurück zum Auto. Es stellte sich alsbald heraus, dass ich mir den 911 leisten könnte und ein paar Wochen später fuhren mein Vater und ich nach St. Louis, Illinois, um ihn abzuholen. Eine sechsstündige Reise von Grand Rapids/Michigan aus. Wir verließen das Haus am frühen Morgen und kamen gegen Mittag an. Ich werde nie vergessen, wie wir den Porsche aus der Scheune auf den Anhänger schoben. Der Verkäufer fragte mich, ob ich ihn nichtmal eine Runde fahren wollte aber ich war zu nervös und so entschied ich mich zu warten, bis ich nach Hause kam. Mein Vater fuhr für etwa 2 Stunden auf dem Heimweg, bevor er sagte: “Es ist jetzt dein Auto und du solltest jetzt auch mal lernen, wie man ein Zugfahrzeug mit einem Anhänger fährt.” Also tauschten wir die Sitze und nach einer kurzen Einführung (schaue in den Spiegel, das Gespann ist breiter als man denk…)  ging es los. Mein Vater schlief und ich schielte ständig in den Rückspiegel auf meinen nun eigenen Porsche. Nach einer guten Stunde sehe ich zur Linken einen riesigen Sturm über die Maisfelder fegen. Es fing an zu regnen und sieben Minuten später kam der ganze Himmel runter! Die vorbeifahrenden Autos überschütteten uns mit Wasser und ich schwamm für einen Moment auf und konnte das Gespann gerade noch abfangen. “SHIT! Mein erstes Auto, das erste mal mit Anhänger und dann abkacken!“ Mein Vater schlief die ganze Zeit schön fest. Kurz vor Mitternacht kamen wir zu Hause an. Als ich den Elfer vom Hänger fuhr, konnte nicht widerstehen und sagte zu meinem Vater: “Ich kann nicht mehr warten, ich muss jetzt mal um den Block fahren.” So habe ich der stockdunklen Nacht gelernt das ziemlich ausgeleierte Getriebe zu schalten und mich offiziell in den 911 mit seinem wunderbaren 6-Zylinderklang, dem trübe Licht der Kombiinstrumente und dem schlechte Grip der dünnen Reifen verliebt!

Was Reparaturen am Auto angeht, habe ich die Synchronringe im Getriebe ersetzt, den Kraftstofftank zweimal ausgebaut, Kraftstoffleitungen überprüft und die Kraftstoffpumpe und Filter ersetzt, um den Motor auf günstige Art zu säubern (als Student kommt die Kohle nicht so schnell rein, wie ich es mir für das Auto wünschen würde). Der Porsche befindet sich im Originalzustand und ich versuche ihn so zu erhalten.  Auch fahre ich nicht immer Vollgas auf den schönen, kurvigen Strassen, aber da kann man ja immer mal eine Ausnahme machen :) . Auch habe ich das Fahrwerk auf die Euro Höhe abgesenkt, das sieht besser aus und nicht wie ein Safari ST! Im Sommer versuche ich ihn mehrmals in der Woche zu fahren und im Winter steht er in einer beheizten Scheune mit anderen Freunden… Alfa GTV, ein 69er 911, 356 ‘59, ein ’31er Hot Rod, den mein Vater gebaut hat und noch ein paar anderen Autos.

Mehr formfreu.de-Porschegeschichten: hier

 

English version:

I was 16 at the time when I walked into the computer room of my parent’s house. It was then when I first laid eyes on my 911. It didn’t take more than 2 minutes of scanning through the images (i wish i could find those!) before I asked my dad, “Can I afford this?”.  (Such a ludicrous thing for a 16 to ask…but my parents taught me at a very young age that you work for what you want. So I had been working for many years before I was 16 and was pretty damn good at being tight with my money.) The market at the time was very different to what it is now. I bought this car at a very low price that when I mention it; people light up with amazement.

My father has been a vintage sports car collector/enthusiast since he was a teenager. Needless to say when I was young the bug bit me at a very, very young age.  Since my dad shared this hobby with my brother and I we were given fortunate opportunities and my father was smart and nice enough to pass on the passion.This passion then formulated into race cars and the vintage history that follows them. If you can tell by my tumblr, I am completely fascinated by them. Primarily 60’s American sports cars (GT40’s, Chaparrals, Daytona Coupes, Scarabs…etc) and of course Porsche’s.

Back to the car, turned out I could afford the 911 and a few weeks later my father and I traveled to St. Louis, Illinois. A 6 hour trip from Grand Rapids/Michigan. We left early morning and got to the car around noon. I will never forget coming up to the barn and pushing the (my) car out and onto the trailer. The seller asked me if I wanted to drive it around the block and to be honest, I was to nervous, so I opted to wait until I got home. My dad drove for about 2 hours on the way home before he said “It’s now your car and you should learn how to drive a truck with a trailer”. So we exchanged seats and off I went. He told me the basics….look in your mirrors..pay attention that you are wider than you think. So off he went to sleep as I stare in the rear view mirror looking at MY very own Porsche. An hour or so into my stint, I look over to my left and I see one of the biggest storms of the season rolling in over the corn fields. It started to rain…7 minutes later the rain came down like a blanket!  There were waves from passing cars and semi-trucks. At one point I hydroplaned into a corner and all I could think of was “SHIT! My first car, my first time towing and I am going to wreck!” I managed to save it just before the shoulder ended and carried on, during the time my dad is fast asleep.  We got it home just before midnight. I backed it off the trailer and couldn’t resist. I looked at my dad and said “I cant wait anymore, im going around the block.”  I learned the dog leg gear box in pitch black with really old syncros and rubber. The stick was all over the place. But it was on that damp, black night that I officially fell in love with the 911. The noise of the flat six, the dim light gauge cluster and the grip from the skinny tires !

As far as repairs to the car I replaced the rubber syncros for smooth, direct shifting. I dropped the fuel tank twice and went through fuel lines and bought new fuel pumps/filters to help clean up the engine in a minimal expense way. (im a student and funds aren’t coming in as strong as I’d like for this car).  So for now im preserving the car, trying not to be tempted on stepping on the gas whenever I have an open road of twisty’s….but there is always an exception :) . Oh and I lowered the car to euro height since it gives it a little better stance in my opinion. It was still at US ride height when i got it and looked like a safari ST!

During the summer I try to drive it more than once a week and during the winter it is stored in a heated barn with other friends. Alfa GTV’s, a ’69 911, ’59 356, a ’31 Hot rod my father created along with a few other cars.

#porschegeschichten

Fotos: Evan Knudsen und Harrison Fry

4. November 2013

Porschegeschichten__ Arthur und sein sandbeiger 2,0 SWB 911

von Markus

Von einem hässlichen BH, kleinen Rostbläschen und dem (fast) letzten seiner Art

Über unser facebook-Schwesterportal Garage 911 haben wir kürzlich eine Nachricht von Arthur aus Frankreich bekommen. Er besitzt einen unserem formfreu.de-911 fast identischen Exemplar!! Ebenfalls ein US-Modell von 1968, sandbeige mit ähnlicher Ausstattung. Die Freude war groß und er erzählt uns hier die Geschichte seines Porsches:

“Den Porsche Virus habe ich mir im Jahr 2000 eingefangen, als ich mit einem Freund und seinem 912er von Paris nach Deauville gefahren bin. 2003 bin ich dann beruflich nach Texas gezogen und habe meinen eigenen Elfer schließlich im selben Jahr in Chicago gekauft. Seit längerem war ich schon auf der Suche nach einem guten Auto, war lange unschlüssig, evtl. einen ‚S’ oder sehr frühen SWB kaufen zu wollen, doch diese waren auch damals schon etwas teuer für meine Budget. Schließlich wollte ich ein gutes Fahrzeug haben. Nach vielen schlechten Erfahrungen mit ungenauen Angebots-Beschreibungen und Ladenhütern bin ich auf eine Anzeige bei eBay gestoßen. Die Schwachpunkte des angepriesenen 911 waren sehr genau und ehrlich vom Verkäufer beschrieben. Der Zustand war gut, außerdem war ein dicker Dokumentenordner dabei, der die Geschichte des Porsches haarklein belegt. Ausgeliefert wurde er am 12. August 1968 nach Bethesda/Maryland an den Porsche-Händler ‚Manhattan Auto’ und ist mit Fahrgestellnummer 11835735 das acht-letzt gebaute US Modell! Wahrscheinlich sogar aller SWB überhaupt, da die letzten in die USA gingen. Mit dabei waren auch noch das originale Werkzeugset mit Luftdruckmesser, Serviceheft, die originale Porsche Rechnung und sogar der hässliche „BH“, eine Maske, die man zum Schutz der Frontpartie vor Steinschlag anbringen konnte! Auch wurde er noch mit Holzlenkrad ausgeliefert, ein damals immer schwieriger zu bekommendes Extra, weil die Behörden es als zu unsicher ansahen. Er hatte nur drei Vorbesitzer und wurde vom ersten, Robert Masters, im Februar 1969 beim Händler mit 2421 Meilen auf dem Tacho gekauft und 26 Jahre gefahren. Die alten Rechnungen belegen alle ausgeführten Reparaturen, einen kleinen Unfallschaden 1970, etwas Ölverlust, ansonsten gab es über 60000 Meilen hinweg wenig Probleme. Auch hat er Kaschmeere Fußmatten in der Lackfarbe anfertigen lassen. Dadurch sind die daruntergelegenen Originale noch wie neu. 1994 hat der dann 80 jährige sein Schmuckstück an Liz Darrig verkauft, die ihm erstmal eine große Inspektion verpasste, ihn ansonsten aber wenig fuhr und ihn nach einem knappen Jahr für 10300 Dollar an Frank E. Kruesi, den Chef der Chicago U-Bahn, veräußert hat. Dieser hat viel Geld in das Fahrzeug investiert und es in einen guten Zustand versetzt. Roststellen wurden entfernt, Kupplung und Bremsen erneuert. Jedoch hat er nur 3000 Meilen in seinem Fahrzeug zurückgelegt. Von ihm habe ich den Porsche über einen Zwischenhändler in Chicago gekauft. Für 13500 Dollar! Ich hatte das Geld überwiesen, ohne das Auto vorher live gesehen zu haben…

Am nächsten Tag machte ich mich auf die Rückreise nach Dallas und bin auch die Nacht durchgefahren. So war meine erste Fahrt am Steuer eines Porsche gleich mein eigener und 1600 km am Stück, mehr als der Wagen in den letzten Jahren zurückgelegt hat. Von November 2003 bis Dezember 2005 war er dann mein daily driver und ich habe 25000 km draufgespult. Es war wie ein zweites Leben und während der gesamten Zeit hatte ich keinerlei technische Probleme. Die Batterie ist noch immer die von 1994. Das Auto ist unglaublich zuverlässig und mechanisch in sehr gutem Zustand. Ich hatte lediglich anfangs die alten Kettenspanner ausgetauscht. Die waren noch die Originalen und ich wollte keinen Motorschaden riskieren. Auch habe ich die verrostete Vorderradaufhängung reparieren lassen, bevor ich das Auto nach Frankreich verschiffen ließ. Dort angekommen hatte ich überlegt, ihn auf euopäischen Look umzurüsten. Habe aber letztendlich alles original belassen. Die europäischen Frontscheinwerfer hatte der frühere Besitzer montiert. Mein 911 hat einen Defekt seit seiner Jugend, der nie behoben wurde: ein schlechter Zündkontakt lässt den Motor bei über 5000 Touren stottern. Das ist der Grund, warum der Motor nie überbeansprucht wurde. Dieses Jahr habe ich mich entschlossen, eine elektronische Zündung einzubauen, die kann man aber leicht wieder zurückrüsten. Sie hat jedoch das Fahrverhalten entscheidend verbessert. Bis heute wurde das Motorgehäuse nie geöffnet und ist bereits 130000km gelaufen. Er verliert lediglich etwas Öl, weshalb ich überlege, ihn mal überarbeiten zu lassen, um auch mal entspannter an Rallyes oder Ausfahrten teilnehmen. Alle je ausgeführten Reparaturen und Werkstattaufenthalte habe ich in einer Tabelle aufgelistet. In über 500 Positionen kann man genau erkennen, was wann wo von wem gemacht wurde. Auch was es gekostet hat. Insgesamt stehen über 60000 Dollar in der Liste. Mit den schwankenden Wechselkursen über 40 Jahre ist eine Umrechnung natürlich schwierig.

Dieses Jahr wollte ich eine kleine Roststelle am linken Kotflügel beseitigen lassen. Es waren nur ein paar kleine Blasen zu sehen, aber es sollte sich als größere Sache herausstellen. Wenn man bei alten Autos mal anfängt, was auseinanderzubauen, kommt es fast immer zu Überraschungen. Und so wurde aus der Geschichte eine mittelgroße kosmetische Restauration mit großflächigen Lackarbeiten, wie man auf den Fotos sehr schön erkennen kann. Ich wollte es schließlich richtig machen. Und nun ist der SWB in einem fantastischen Zustand und bereit für weitere 40 Jahre ohne Probleme. Er sieht fast aus wie neu. Ich bin mir ziemlich sicher, ihn nie mehr zu verkaufen…”

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English version:

“The Porsche virus caught me in 2000, when I was driving with a friend in his 912 from Paris to Deauville. Then -in 2003- I was living in Texas and found my car in the same year in Chicago. I had been on the hunt online for more than a year and after having had a lot of disappointments on unfair descriptions of supposedly gem cars, I really found this one very well documented and with the flaws honestly described by the seller. At the time I was hesitating still in buying a S or a early SWB 911. But all S were already a bit expensive for my budget as I wanted a very good condition car. This one was in very good condition and came with a big file of documents which tracked ist life. It was first delivered on 12.08.1968 to Bethesa/Maryland and is with VIN 11835735 the eigth last produced US SWB! Probably of all SWB, because the last ones were delivered ti the US. The car came with a lot of goodies such as: full original tool set including the tire pressure tester, owner original record book of the car, original invoice from Porsche, the “bra” that they put on the nose of the cars there, quite ugly but I have it ;) , all wheels are dated and correct and it even came with the wooden steering wheel that was already a complicated option to get at the time, they were about to forbid them as they saw them as dangerous. It came also with a set of carpet protection in cashmere that the previous owner had made at the color of the car with 911 written on it. So the original carpet set and rear seats are in New condition. The car has only three owners of which the first one- Robert Masters- bought it on 1st of Feb 1969 at Manhattan Auto with 2421 mls on the odometer. He kept it for 26 years and hat little problems with it as the invoiced proof. 1994 he was 80 years old and sold it  to a Liz Darrig who made a large inspection, but drove very little and kept it only for 1 year.Then sold it to Frank E. Kruesi, the boss of Chicago subway company. He invested a lot of money in his 911, had some rust , the clutch and brakes repaired and put it at a very good condition level. Then he sold it to me via a Chicago dealer who detailed it very well on eBay. So I bought it for 13,500 USD, transfered the money without having seen the car!

I then drove it back from Chicago to Dallas in one day and night (1600 km) so the car did more miles in one day that it had done in the last years. I used the car from November 2003 till December 2005 in Dallas as my personal car and did 25,000 km with. It was like a second life. I did not have a problem with the car for all those KMS. The battery is still from 1994, still the same today. Those cars are amazingly reliable. It is in excellent shape mechanically. I had the rusted front of the chassis remade in Texas before shipping it to France. When I arrived in Europe I hesitated to put it in European style, but after I experienced some difficulties with customs I decided to keep it as original. So it still has its US turn signal lenses, which I like better for the rear of the car. On the front it has some European head light that previous owner had installed. All repairs and workshop visits I have listed in a table. In over 500 positions you can see exactly what was done by whom, when and where. Also the costs. A total of about $ 60,000 went into the car. With the fluctuating exchange rates for over 40 years, a conversion is obviously difficult. The car had a default from its youth. A bad ignition connection that made it sputter when you were going over 5000 RPM. Thats why the engine had never been overused. But this year I decided to put on it a electronic ignition (not noticeable and that you can reverse easily) that just changed totally the behavior of the car. Only thing is that the engine has never been opened so it is now around 130000 KM and ist leaking oil. I will eventually do a restoration of engine probably if I want to participate to historical rallies it would be more prudent. The only thing I did on the engine is that I changed the chain tensioners in 2003 right after I bought it because they were still original and are quite fragile on those cars. If they break they kill the engine. I also took advantage to change the shock absorbers that were quite old and then I put it on a top quality paint shop that has reworked all the details that I did not like. It mainly had a spot of rust on the front left fender that was beginning to show with little bubbles. But of course, when you begin to work on rust on those cars, you just discover that you should do more and more every time you dismantle something. So eventually the car underwent a quite extensive cosmetic restoration this summer because I wanted to do it right. Now the car is just in fantastic shape, ready to cross over other 40 years without any troubles. The car looks almost new. I am quite sure I will never sell it.”


#porschegeschichten

28. August 2013

Porschegeschwister__Wiedersehen nach 45 Jahren

von Markus

Von Stirling Moss am Steuer, Bierkiste statt Fahrersitz und der “Final Edition” des Urelfers…

Eines schönen Tages im März 1968 rollten zwei sandbeige 911er mit aufeinanderfolgenden Seriennummern (11835211 und 11835212) aus der Fabrikhalle von Karmann in Osnabrück und wurden in die USA ausgeliefert. Danach trennten sich ihre Wege. Nun, 45 Jahre später, trafen die beiden Sportwagen mit ihren heutigen Besitzern am Rande eines Porschetreffens in Nürnberg zum ersten Mal wieder aufeinander.

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Und das kam so: als ich meinen Porsche vor zwei Jahren von Richard aus England kaufte, gab er mir, neben einem dicken Dokumentenordner mit der Historie des Autos, auch den Kontakt zu einem Deutschen, welcher das Fahrzeug mit der darauf folgenden Seriennummer besitzt. Er hatte den Namen von einem der Vorbesitzer und „Early 911 Registry“ Mitglied mit denen er in Kontakt stand, um Details zur Geschichte zum Fahrzeug zu bekommen. Der Deutsche sei Philipp aus Regensburg und Richard hat sich 2008 auch schon mal kurz mit ihm in Stuttgart getroffen, jedoch nicht die beiden 911. Ich nahm Kontakt zu ihm auf und wir vereinbarten ein Treffen. Bis dahin sollte jedoch noch über ein Jahr vergehen. Im Juli war es endlich soweit. Ich lernte Philipp kennen und wir konnten die Autos nebeneinander stellen und ein paar schicke Fotos machen. Ein wundervoller Tag!

Wie bei Geschwistern, die getrennt wurden, haben auch unsere Fotomodelle sehr unterschiedlich entwickelt, dennoch gibt es Gemeinsamkeiten: ursprünglich waren beide sandbeige mit 2,0l  Maschinen, Philipps Modell wurde jedoch schon früh in silber umlackiert und zum 2,2S umgebaut. Beide wurden in den Westen der USA ausgeliefert, wo sie auch die meiste Zeit ihres Lebens verbrachten. Auch haben die zwei Autos eine schwere Naturkatastrophe überlebt. Der 5212er blieb wie durch ein Wunder unversehrt, als 1989 sein damaliger Besitzer in den Flitterwochen mit ihm in einen Waldbrand geriet und ihn in einem Tal zurücklassen musste. Mein 5211er erfuhr ein heftiges Erdbeben 1994 in San Francisco, bei welchem Gartenstühle, die in der Garage lagerten auf ihn fielen und ihm die Front ziemlich zerdellt haben. Ein späterer Besitzer ließ alle Beulen beseitigen, nur eine auf dem vorderen Kotflügel sollte als Narbe das Unglück bezeugen. Sie ist heute noch gut zusehen.

Dank Richards peniblen Recherchen und der sorgfältigen Buchhaltung der Vorbesitzer, lassen sich die meisten Puzzlestücke der Geschichte von xxx35211 zusammensetzen. John Samson, ein Raumfahrtingenieur bei Howard Hughes Aviation aus Culver City/Kalifornien war der stolze Erstbesitzer. Als Extras orderte er Colorverglasung und mit Gummi bezogene Export Stossfänger. Das war damals modern und praktisch noch dazu. Außerdem ließ er sich vor der Auslieferung vom Importeur noch eine Klimaanlage einbauen, die damals einfach unter dem Armaturenbrett angeschraubt wurde. John war Mitglied in einem Carpool-Club (Carsharing war in Kalifornien schon damals aktuell..), weshalb er den Wagen wenig fuhr. Er litt auch an einem Herzproblem und seine Frau mahnte ihn, er solle doch nicht zu oft den Porsche zu nehmen, das sei sonst zu aufregend für ihn! So hat man den Wagen in seinen ersten Lebensjahren sehr geschont. 1988 wurde er an das Porsche 356 Registry-Club Mitglied Olaf Shipstead in Santa Monica verkauft, der ihn 13 Jahre lang besaß, ihm endlich mal ein paar mehr Meilen auf den Tacho spulte und eine Menge Dollar in den 911 investierte. 1994 gewann er sogar mit seinem 911 den Klassensieg beim Porsche Club of America Concours d’Elegance. Schliesslich verkaufte er den Elfer an einen Clubfreund, der ihn nach drei Jahren für 11000 Dollar an einen weiteres Porsche-Clubmitglied weitergab. Dieser versteigerte ihn im selben Jahr bei Ebay, wo ihn Galen Buisson aus Texas kaufte. Der hatte vorher schon eine Menge 911er, war aber in den letzen Jahren eher den 356ern zugetan. Eines Abends sah er den Film „Spygames“ mit Robert Redford, der darin ein 69er Modell fuhr (912) und war wieder infiziert. Also machte er sich auf die Suche nach einem hübsch patinierten Exemplar und wurde im Onlineauktionshaus fündig! 3.. 2.. 1..meins! Nicht ohne sich vorher eine Einschätzung beim kürzlich verstorbenen Porsche Experten Bruce Andersen zu holen, der den Wagen für gut befand. Galen nahm ihn persönlich in San Jose in Empfang, um nach Los Angeles zu fahren. In einem  Artikel „ From Ebay to LA“ für das PorscheNaut-Magazine schildert er das Abenteuer des Kaufs und den anschließenden Roadtrip über den Highway Nr 1. Als er einen Stopp in Ventura auf dem German AutoFest machte, welches sich zu einer der größten Porsche Veranstaltungen an der Westküste entwickelt hatte, gewann er völlig unerwartet den ersten Platz in der ’65-68er Klasse. Sogar Bruce Anderson schaute vorbei, um den Wagen live zu sehen. Galen schrieb: “Compared to the spotless, colorfully painted and restored cars, my Sand Beige car seemed just a bit plain and ordinary. (..), when I heard my name was announced on the loudspeaker, (…) I thought I was being punished.”. Am Ende seiner Fahrt gab der Texaner den Wagen in Long Beach beim Spezialisten John Willhoit ab, um einiges wieder in Schuss bringen zu lassen. 11455 Dollar wanderten so in den Wagen. 2006 verkaufte Willhoit Restauration das Auto in Galens Namen an eine befreundete Porsche Werkstatt in England, wo es Richard Sellers schließlich 2007 erwarb und sich rührend um den 911 kümmert. Zum 40. Geburtstag des Fahrzeugs reiste er mit seiner Frau von England nach Zuffenhausen, wo ihn Porsche empfing. Auch schaffte er es, mit Stirling Moss am Steuer seines Wagens auf dem  Goodwood Circuit ein paar Runden zu drehen oder mit Richard Attwood, der 1970 mit Hans Herrmann auf Porsche 917 den Sieg in Le Mans holte, ein Fahrertraining zu absolvieren. Beide signierten im Türholm des Wagens. Ich kaufte den 911er im April 2012 und habe ihn in den folgenden Monaten mit H-Kennzeichen zugelassen und ihm wieder die schrulligen, aber originalen US-Scheinwerfer montiert, die ich inzwischen Klasse finde! Mit ihnen sieht der Wagen wieder aus wie damals bei der Auslieferung, nur hat er 175000 km mehr auf dem Tacho…

Unserem zweiten Schmuckstück, dem heute silbernen Porsche mit der Seriennummer xxx35212, spendierte der erste Besitzer ein elektrisches Schiebedach für 985 Extramark und eine elektrische Antenne, ansonsten glich er dem Schwestermodell wie ein Ei dem anderen. Philipp kaufte ihn vor vielen Jahren und beschreibt das Abenteuer:

Wie bei den meisten prägte sich mein Wunsch, einen alten Porsche besitzen bereits in meiner frühen Jugend mit 15 Jahren. So kam es, dass mein damals 24 jähriger Cousin Dino mit einem solchen Auto bei uns vorgefahren ist. Ein silberner Porsche 911 mit kurzem Radstand. Ich fand das Auto einfach wunderschön und wollte seither unbedingt so einen Wagen besitzen. Mit 26 erhielt ich dann meine ersten Gehälter und begab mich auf die Suche nach meinem Traumauto, musste jedoch bald feststellen, dass ein vernünftiger Wagen für mich viel zu teuer war. Also rief ich meinen Cousin an und bat Ihn um Rat. Er hatte den Wagen schon lange wieder verkauft und meinte, dass die frühen Elfer vor 12 Jahre nun mal viel billiger gewesen seien. Vor ein paar Tagen jedoch habe er zufällig die Telefonnummer des damaligen Käufers in den Händen gehabt. Was für ein Zufall! Über 10 Jahre später….genau zum richtigen Zeitpunkt! Ich rief die gesuchte Person an und bekam die Auskunft, dass er das Auto immer noch besäße, es aber damals leider kurz nach dem Kauf einen kapitalen Motorschaden erlitten hätte. Das Auto stünde nun seit fast 10 Jahren unberührt in einer Tiefgarage in einem Vorort von München. Er sei just im Moment dabei, das Auto zu veräußern und habe bereits einen Interessenten…..Ich kaufte das Auto noch am Telefon ungesehen für und holte es am nächsten Tag mit einer dicken Staubschicht auf einem gemieteten Hänger ab. So kam ich tatsächlich genau zu dem Auto vor dem ich als 15 Jähriger mit leuchtenden Augen stand. Den Motor bekam ich in Kisten dazu. Es war ein 2,2S mit mechanischer Einspritzanlage. Einige Teile habe ich  verkauft und andere für den neuen Motor verwendet, den ich eingebaut habe. Ein Originalmotor von 1968. Das Getriebe und das Fahrwerk wurden auch noch überholt. Ebenso bekam der Porsche ein neues Lackkleid im selben silber, wie ich Ihn gekauft hatte (Porsche Silber von 1968). Im Fahrzeugschein standen 3 Einträge: der Importeur (Norbert), mein Cousin (Dino) und der Typ, der mir den Wagen verkauft hatte. Durch Kontaktaufnahme mit Norbert erfuhr ich, dass dieser den Wagen 1994 währen seiner Flitterwochen in Los Angeles gekauft hatte und anschließend mit nach Deutschland genommen hat. Auf dieser US-Reise mit dem Porsche waren er und seine Frau in einen großen Waldbrand geraten und hatten dabei das Auto in einem Tal zurücklassen müssen, welches  dann glücklicherweise vom Brand verschont geblieben ist.  Er hatte zufällig noch die Abmeldebescheinigung aus den USA in einem Ordner (12 Jahre später!) und so konnte ich Kontakt zu einem weiteren Vorbesitzer aufnehmen. Ted, ein Polizist/Dozent der Polizei/FBI Akademie in Sana Ana und er besaß noch Fotos mit dem Auto vor seinem Haus. Er berichtete, dass er ihn 1989 von einem “Key Grip” aus Hollywood gekauft hatte. Das ist so was wie ein Regieassistent beim Film. Leider kann sich Ted nicht an den Namen erinnern, so endet meine Car History 1989. Mein Wagen war also tatsächlich im Filmgeschäft angemeldet. Den S-Motor und die Farbe hatte der Wagen damals übrigens schon. Die komplette Instrumentierung (von 1968!) habe ich einmal günstig bei Ebay bekommen. Die jetzt verbauten Ledersitze sind nicht original. Mein Cousin hatte das Auto damals ohne Sitze gekauft und den Wagen auf einer Bierkiste nach Hause gefahren…

Besonderheiten des Modelljahrs 1968:
Die beiden Exemplare gehören zur sogenannten A-Serie, die nach den Werksferien ’67 bis zu den Werksferien ’68 produziert wurden. Davor gab es die 0-Serie, danach die B-Serie mit Umstellung auf den langen Radstand. Die Veränderungen von der A- zur B-Serie sind jedoch derart umfassend, dass die Autos ab Modelljahr 1969 eigentlich nicht mehr zu den echten Urelfern gezählt werden können; kaum eine Baugruppe blieb unverändert. Die A-Serie hingegen kann man also als die “Final Edition” des Urelfers bezeichnen, die Veränderungen von der 0- zur A-Serie sind nur beim genauen hinsehen erkennbar, auch wenn diese zum Teil zu einer enormen Verbesserung führten. Mechanisch sind beide mehr oder weniger identisch. Das Ausmaß der Veränderungen bewegt sich im selben Rahmen wie von Modelljahr zu Modelljahr innerhalb der 0-Serie.

Die meisten Veränderungen zielten dabei auf eine Erhöhung der Fahrzeugsicherheit ab oder passten sich den US-Regularien an. So wurde eine Zweikreis-Bremsanlage und Verbundssicherheitsglas verbaut. Die Scheibenwischer mit Anschlag links wurden zur Verringerung der Blendgefahr schwarz lackiert, ebenso der Innenspiegel. Die Türen haben eine optische Auffrischung und mit neuer Türpappenverkleidung bekommen. Auch wurden die Außenspiegel (Durant)  größer und die Türgriff-Knöpfe sind durch 2 Stege versenkt, um ein Öffnen bei einem Unfall zu vermeiden. Das Armaturenbrett ist erstmals aus geschäumtem Kunststoff, selbst der Aschenbechergriff ist nun aus weichem Gummi und nicht mehr aus scharfkantigem Bakelit. Die Armaturen sind schwarz/weiß mit roten Zeigern und so besser lesbar. Felgen wurden auf auf 5,5″ verbreitert  und der 911 bekam neue Größen der Gummilager an den Hinterachsschwertern (identisch mit dem LWB). Ebenso lassen sich an den Vorderachsnarben des 68er auch breitere Felgen/Reifenkombinationen montieren. US-Export Fahrzeuge verfügen über zusätzliche Seitenreflektoren, Gummiüberzüge aller Knöpfe und Hebel sowie eine Abgas-Luftanreicherung  zur Verringerung der Emissionen. Das S-Modell konnte trotz dieser Luftanreicherungspumpe die geänderten US-Normen  nicht einhalten und war in diesem Modelljahr in den USA nicht verfügbar. Dafür wurde der 911L eingeführt und auch die Sportomatic, das halbautomatische Schaltgetriebe konnte man erstmals ordern. Ebenfalls im MJ 68 erfolgte der Wechsel vom Aluminium- auf das deutlich leichtere Magnesiummotorgehäuse. Dieses Detail wird in der Literatur kaum erwähnt, ist jedoch eine der besten Veränderungen, trägt sie  wohl mindestens genauso zur Verbesserung des Kurvenverhaltens bei bei, wie die spätere Verlängerung des Radstands. Ein schönes Detail ist auch der Montecarlo-Aufkleber auf der Heckscheibe. Nachdem es Vic Elford erstmals gelang, die schnellen Mini Cooper zu besiegen, wurden alle nach der Rallye ausgelieferten Fahrzeuge der A-Serie damit versehen (nach Februar 1968). Da danach eigentlich alle Porsche-Fahrzeuge einen Aufkleber der einzelnen Rennerfolge bekamen, ist der seltene Montecarlo Sticker als Beginn dieser Marketing-Strategie zu sehen.

Garage 911

#porschegeschichten

Text: Markus und Philipp

21. August 2012

911er Sommersonnenuntergangsimpressionen

von Markus

#porschegeschichten

7. April 2012

Welcome Porsche 911 SWB 2,0l

von Markus

Aus dem formfreu.de Fuhrpark: Überführungsfahrt Porsche 911 SWB, 1968

Es ist Donnerstag,  3:00h früh, ich schäle mich aus dem Bett und ich mache mich noch vor Fuchs und Hase auf den Weg zum Flughafen Hahn, um den Flieger meiner Lieblingsairline Ryanair nach London zu nehmen. Kindergequengel, die dämlichen Ansagen und vor allem aber die Aufregung lassen mich keine Mütze Schlaf mehr nehmen.

Vor 4 Wochen hatte mir Richard, ein guter Freund aus England, die Verkaufsanzeige für seinen geliebten Porsche zum Weiterleiten geschickt. Habe ich aber nicht gemacht, sondern mir das Auto kurz darauf bei Ihm zu Hause angeschaut und mich kurzerhand zum Kauf entschlossen. Das gute Gefühl hat entschieden. Heute kommt er mich am Flughafen abholen und wir fahren noch gemeinsam bis nach Dover, wo wir die Formalitäten erledigen und er sich sichtlich gerührt verabschiedet. Die ersten Meter im nun eigenen Wagen sind sehr kurz und führen erst einmal in den dicken Bauch der Fähre. Ich habe Zeit und versinke im dicken Dokumentenordner mit alten Rechnungen, Werbeanzeigen, Fotos und Briefen. Richard hatte in den letzten Jahren mit allen noch lebenden Vorbesitzern und Porsche in Stuttgart Schriftverkehr, um Fragen nach Auslieferungsdetails, ausgeführten Reparaturenund oder Zustand zu klären und Anekdoten zu erfahren, um so einige der Puzzlestücke der Fahrzeughistorie zusammenzusetzten. Es ist eines von 742 bei Karmann 1968 gebaute USA Modelle, noch mit kurzem Radstand und original erhalten. Jedoch mit Spuren seines Lebens, so erinnert am vorderen Kotflügel eine kleine Beule daran, dass ein Gartenstuhl in der Garage bei einem schweren Erdbeben in San Francisco daraufstürzte. Hinten am Stossfänger ist Steinschlag von den breiteren Fuchsrädern zu verzeichnen, die einer der Vorbesitzter montiert hat. Nun sind wieder originalen 1968er Stahlfelgen drauf. Ich finde einen Artikel von einem Texaner, der das Auto für 4000 Dollar bei Ebay ersteigerte. Auf der Rückfahrt nahm er am Ventura German AutoFest in Kalifornien teil und gewann völlig unerwartet den ersten Platz in der ’65-68er Klasse. “Compared to the spotless, colorfully painted and restored cars, my Sand Beige car seemed just a bit plain and ordinary. (..), when I heard my name was announced on the loudspeaker, (…) I thought I was being punished.” Richard selbst fuhr zum 40. Geburtstag des 911ers nach Zuffenhausen und wurde vom Porsche Museum mit offenen Armen empfangen und mit seinem Auto fotografiert. Auch hat er es geschafft, dass er mit Stirling Moss am Steuer seines Wagens in Goodwood ein paar Runden drehen konnte oder mit Richard Attwood, der 1970 mit Hans Herrmann auf Porsche 917 den Sieg in Le Mans holte, ein Fahrertraining absolviert. Beide Rennfahrer haben sich auf dem Auto verewigt. Während die Fähre auf der bewegten See vor sich hin schaukelt und sich Calais nähert, bleibe ich besonders an einem Foto hängen. Es zeigt die Shipsteads aus Santa Monica neben ihrem damaligen Wagen. Sie waren die zweiten Besitzer und haben 1994 beim Porsche Club of America-Concours d’Elegance den ersten Preis in ihrer Klasse gewonnen. Sie sehen sehr glücklich aus…

Die Autobahn erwartet mich nun wieder auf der richtigen Seite und sie führt mich durch Frankreich und Belgien. An einer Tankstelle hinter Aachen treffe ich einen Engländer in seinem Jaguar MK2, der Frau und Kinder in Köln besuchen will und wir plaudern ein bisschen, während es langsam dunkel wird. Erschöpft komme ich nach 18 Stunden Reise wieder an, der Porsche hat die 850km Etappe von Oakham nach Mainz ohne Zwischenfälle überstanden. Aus den Nachrichten erfahre ich, dass am selbigen Tag Ferdinand Alexander Porsche, der Designer der Porsche 911, verstorben ist. Welch ein trauriger Zufall.

Wir denken, dass der Porsche ein schöner Ersatz für den Karmann Ghia ist und hoffen, dass er uns bei den kommenden Ausfahrten genauso viel Freude bereiten wird und wir so einige weitere Kapitel in seiner Geschichte schreiben können.

#porschegeschichten

8. September 2010

Familientreffen _Porsche 911 im Autowerk

von Markus

Das Treffen der ungleichen Brüder fand in der grandiosen Kulisse einer alten Fabrikhalle im Autowerk auf dem Opelgelände statt. Ein Porsche 911 G-Modell von 1985 tritt zum optischen Vergleichstest gegen einen der letztgebauten 964er von 1993 an. Puristischer Heck- gegen progressiven Allradantrieb.

Die aus den 60er Jahren stammende Urform des 11ers wurde  in den darauf folgenden 30 Jahren nur behutsam verändert und technischen Anforderungen oder dem Zeitgeist angepasst. Unser G-Modell zieren die Faltenbalg-Stoßstangen, die aufgrund der US-amerikanischen Parkrempler-Vorschriften seit 1973 verbaut wurden und über 16 Jahre stilprägend waren. Auch trägt er die von F.A. Porsche entworfenen Fuchsfelgen aus geschmiedetem Aluminium. Einen feststehender Heckflügel gab´s damals optional. Die Formfreunde verzichteten aber darauf. Der 964 hingegen stellt mit seinen aerodynamisch geglätteten Stoßfängern und dem ausfahrbarer Heckspoiler die Endstufe der klassischen Form dar. Der Unterboden war vollverkleidet und so wurde der CW-Wert entscheidend reduziert und die Fahrleistungen auf die der Turboversion von 1989 gehievt. Im direkten Vergleich wirkt er deutlich bulliger und schwerer, als der zierliche Bruder aus der G-Serie. Auf seinen silbernen 17 Zoll 5-Speichen Felgen steht er auf dem vom Öl vieler Jahrzehnte verschmutzen Holzboden der alten Produktionshalle. Durch die Dachfenster fällt die Nachmittagssonne und reflektiert sich im dunkelblauen Lack beider Carreras. Schön zeichnen sich die Formen ab.  Man fühlt sich in die Zeit versetzt, als die Welt noch schwarz/weiß war und irgendwie kann man in der Stille noch den Lärm der Maschinen hören. Er scheint für immer in den Wänden zu stecken. Die ca. 10000 m2 große Halle bietet einen wunderbaren Rahmen und lässt die Autos winzig klein erscheinen. Säulen und Rohre wohin man blickt. An den Wänden hängen Schalterkästen, die Farbe schält sich von den Wänden und Efeu wuchert durch die Fenster herein. Hier, wo ist die Zeit stehen geblieben ist, finden wir die perfekte Kulisse….

Als Teil des künftigen Opel-Forums soll das Autowerk in seinen denkmalgeschützten, historischen Räumen und Hallen den Ort für eine markenübergreifende Oldtimerwelt bieten. Mit Teilehandel, Restauration, Wartung, Pflege, Gastronomie, Eventbereichen und Abstellflächen für Old-und Youngtimer soll der größte Treffpunkt für Freunde klassischer Automobile im Rhein-Main Gebiet entstehen. Im April und Juni fanden bereits der Saisonstart und ein Teil des Rüsselsheimer Kultursommers statt. Weitere Veranstaltungen sind geplant. Die Vermietung von Büro-, Lager- oder Werkstattflächen hat begonnen.

Autowerk

formfreu.de: Porsche 964 im Autodromo Terramar Sitges

#porschegeschichten

23. Juli 2009

Autodromo Sitges Terramar__Porsche 964

von Markus

Das Autodromo Nacional Terramar in der Naehe von Sitges wurde 1923, nach nur einem Jahr Bauzeit eroeffnet und war die zweite permanente Rennstrecke in Europa! Sie wurde jedoch nur 2 Jahre lang genutzt. In den 30er Jahren wechselte der Besitzer und veranstaltete ua Rennen von Flugzeugen gegen Autos.
Heute liegt das Oval mit seinen riesigen Steilkurven verlassen in der Landschaft. Von Bueschen und Unkraut befreit zeigt sich der Belag noch in erstaunlich gutem Zustand und ist befahrbar. Wir hatten die Gelegenheit genau das auszuprobieren und durften einige Runden drehen. Ein Riesenspass!

Weitere tolle Fotos aus den 20ern und heute gibt’s hier.

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#porschegeschichten