Weihnachtsrodeo 2.0 @ .HBC

unkonventionell Geschenke shoppen / brunchen / chillen

Nach dem erfolgreichen Auftakt im letzten Jahr, ging das Weihnachtsrodeo in die zweite Runde. Dieses Jahr dienten die Räumlichkeiten des Haus Ungarn (.HBC) in der Karl-Liebknecht-Straße als Show- und Verkaufsfläche für mehr als 50 Designer, Künstler und Szeneshops. Es gab eine einzigartige Weihnachtsatmosphäre im einstigen Ostblockbau und ein zeitgemäßes Musikprogramm sowie die Klassiker wie Glühwein, Kekse und gebrannte Mandel. Weihnachtsrodeo ist eine gelungene Alternative zum stressigen Weihnachtseinkauf auf dem Kurfürstendamm, in der Shoppingmall oder im Netz. Es gab viele Ideen für Geschenke, die man so nicht unter jedem x-beliebigen Weihnachtsbaum findet – z.B. von Ein Löffel voll Zucker, berlinesk, legang oder Codierbar?!

Das .HBC ist ein sog. Ad hoc Art Project Space. Das ehemalige Haus Ungarn ist ein temporärer Spielplatz für Künstler, eine Melange aus Parties und Performances oder Installationen. “Funky carpeting, three bars, multiple levels, and a ‘70s sense of interior design all come together in a confusedly charming way.”* Einzigartig und super cool sind die originalen Holzvertäfelungen an den Wänden. Das etwas trashige Siebziger-Jahre-DDR-Ambiente mit abgewetzten Retroplastikstühlen erinnert ein bisschen an das Café Moskau vor seiner Renovierung. Und das ist gut so.

Im .HBC kann man übrigens auch sehr lecker und fein essen – mit grandiosem Blick auf den Fernsehturm….

Weihnachtsrodeo
.HBC

formfreu.de: Weihnachtsrodeo

*Zitat: berlin.unlike.net

#Weihnachtsrodeo

unzertrennlich

Jacques et Brigitte @ CREATE BERLIN Showroom

Eine Begegnung mit zwei surreal ineinander verzahnten und unzertrennbaren Fahrrädern. Fahrradgeflecht oder Fahrradsex. Die Installation ist Teil der Schau FORGET BERLIN des Schweizer Design- und Illustrationsteams Jacques et Brigitte derzeit in der Almstadtstrasse in Berlin-Mitte.

CREATE BERLIN

Changing Room_FRIO 10_____Modemesse

Letztes Wochenende fanden jede Menge Kunst-, Design- oder Modefestivals und Märkte statt. Vom DRAP ART haben wir ja schon berichtet. Zeitgleich aber auch das Festivalet im Raval, oder der Style Life Market im Poble Nou, wo allerlei Handgemachtes, Leckeres oder Exklusives zum Kauf lag. Modemässig konnte man im Convent de Sant Augusti auf dem “El zapato Rojo” Festival zwischen 84 Designern wählen und den DJs lauschen.

Im Hotel CHIC & BASIC fand am Samstag die nunmehr 10. Edition des Changing Room statt. 26 Designer stellen in den Zimmern einer kompletten Hoteletage ihre Produkte aus. Obwohl die Räume alle ähnlich eingerichtet sind, betritt man doch jedesmal eine andere Welt und kann zwischen Bett, Dusche oder Waschbecken auf Entdeckungsreise gehen oder klassische bis experimentelle Klamotten shoppen. Dazu wird Bier gereicht und viel geplaudert…

Changing Room
Hotel Chic&Basic

Barcelona World Race 2010/11

15 Teams mit je 2 Personen starten am 31.12. zum Barcelona World Race. Die Boote gehören in die IMOCA Open 60-Klasse. Das heisst, die Designer haben bei der Gestaltung alle Freiheiten, solange sie die Dimensionen von 60 Fuss (18,28m) in der Länge, 4,50m in der Breite und 29m in der Höhe respektieren. Der Gewinner der letzten Edition brauchte 92 Tage, 9 Stunden, 45 Minuten und 49 Sekunden…

Bis zum Start kann man sich im Hafen die Boote anschauen oder im riesigen Ausstellungszelt sich informieren und die Sponsorenstände besuchen. Hugo Boss, Estrella Bier, Kiri Käse oder Renault Z.E.-Zero Emission…

formfreu.de: Barcelona World Race 2007

DRAP ART ’10_Recycling Festival

Beim internationalen DRAP ART Festival geht es ums kreative Recycling in den verschiedensten Formen. Eine Ausstellung zeigt ausgewählte Objekte, dazu gibt es ein Kunst- und Designmarkt, Workshops und Diskussionen. Das alles noch bis zum 9. Januar 2011 im CCCB in Barcelona.

Besonders interessant und preisgekrönt das Vogelfutter-Häuschen aus Brotteig zum Aufhängen!!

DRAP ART

#drapart

netfabb – the tree story @ EuroMold 2010

Der absolute Hingucker in Halle 11 auf der diesjährigen EuroMold war ein 3,50 Meter hoher im 3D-Print-Verfahren vollständig aus verknüpften Raumgitterstrukturen – sog. Selective Space Strucutres (3S) – hergestellter Baum. Ziel dieses Objekts ist die kreative Stimulation des Betrachters und das Aufzeigen von schöpferischen Möglichkeiten, welche die additiven Fertigungstechnologien bieten. Wow! Zum Nichtsattsehen. Very inspiring!

Die 3D Daten des Baumes wurden mit einem Povray Baumgenerator erzeugt. Nach der Konvertierung in das STL-Format wurden alle weiteren Bearbeitungsschritte mit dem Selective Space Structures Modul der netfabb Software durchgeführt. Die 3D Daten werden hierbei in Raumwürfel oder Zellen zerlegt und jeder dieser Würfel wird beim Export der Daten mit der ihm zugeordneten Struktur ersetzt. Unterschiedliche Strukturen werden hierbei automatisch verbunden. Durch die Nutzung von Redundanzen werden die Daten von komplexen Objekten mit minimalem Speicherverbrauch erzeugt.

Der geschätzte Verkaufspreis des Baums liegt laut netfabb bei 70000 Euro. Für Wälder soll es Sonderkonditionen geben.

netfabb

formfreu.de: EuroMold 2010

EuroMold 2010

Die EuroMold ist die Weltmesse für Werkzeug- und Formenbau, Design und Produktentwicklung. Innovationen zur gesamten Prozesskette – vom Design über den Prototyp bis zur Serienfertigung – waren auf dem Frankfurter Messegelände zu sehen.

Rundgang durch die Halle 11 – ‘House of Creation’. Technologie und Design treffen aufeinander. Mit der Sonderschau „e-Production für Jedermann“ trägt die EuroMold der enormen und rasenten Entwicklung auf dem Markt der „Additiven Technologien“ (Rapid Manufacturing und Rapid Prototyping) Rechnung. Layer by Layer. Die Sonderschau mit den Zukunftsprodukten ist der Zuschauermagnet der Fachmesse. Super faszinierend. So stellte z.B. die Fakultät Gestaltung der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim das weltweit erste Fahrzeug, das in einem Stück in 3D gedruckt und von einem Akkuschrauber angetrieben wird, vor. Das in Finnland gegründete und heute in den Niederlanden angesiedelte Unternehmen Freedom of Creation und seine atemberaubenden im ’3D Printed Design’-Verfahren hergestellten und dabei sehr poetischen Leuchtenkreationen durften natürlich nicht fehlen.

EuroMold

formfreu.de: DMY 2010__FOC Freedom of Creation: Palm Light

Stilblüten @ MA* Frankfurt

Stilblüten. 5 Jahre Stil in Frankfurt.

Stilblüten, das Festival für Mode und Design, fand am Wochenende im MA*, der ehemaligen Diamantenbörse in der Frankfurter Innenstadt, statt. Damit ging Stilblüten in die 11. Runde und feierte das 5-jährige Jubiläum im modemäßig nicht ganz so wichtigen Frankfurt. Stilblüten ist die gemeinsame Plattform für viele interessante Blüten: Designer, die außerhalb studiert haben und in die Heimat zurückkehren, begabte Autodidakten, renommierte Modemacher, international bekannte Labels … Es geht nicht ausschließlich um Mode, denn neben dieser können auch Kreative aus den Bereichen Schmuckdesign, Grafik- und Illustration sowie Fotografie ihre Werke ausstellen. Kurzweilig und perfekt für das eine oder andere nette Geschenk zum Weihnachtsfest…

Stilblüten Frankfurt

Hier gibt es Links zu ein paar coolen Ausstellern:
8inch – David Sievers und Ein Löffel voll Zucker – David Sievers
Coco Lores
Codierbar?!
Goyagoya
Leonid Matthias
Textilkunst Silke Schossig

Realstadt.Wünsche als Wirklichkeit @ ehemaliges Kraftwerk Mitte

Realstadt.Wünsche als Wirklichkeit

“Städte sind aus Wünschen gebaut und von Wünschen durchlebt. Alltägliche Wünsche und spektakuläre, idealistische und ökonomische, lokale und weltumspannende: Sie verbinden den architektonischen mit dem sozialen und dem utopischen Raum. Davon erzählt Realstadt.Wünsche als Wirklichkeit am Beispiel deutscher Städte und den Potenzialen ihrer Normalität”*

In Nachbarschaft zur düsteren Technohöhle “Tresor” zeigt – im beeindruckenden Ambiente der gewaltigen Turbinenhalle des 1961 erbauten und 1997 stillgelegten Kraftwerks Berlin-Mitte – die Ausstellung Realstadt.Wünsche als Wirklichkeit 250 Architekturmodelle und 65 Projekte aus ganz Deutschland. Bis über DDR-Zeiten hinaus wurde dort für den gesamten Berliner Osten Energie erzeugt. Jetzt ist aus der einst zerfallenen 30 Meter hohen Halle des alten Vattenfall-Kraftwerkes in der Köpenicker Straße ist ein bizarr-bezaubernder Ausstellungsraum und eine wunderschöne Kunstgalerie geworden. Kirchenartig. Wie eine Basilika. “(…) dieser Bau bietet in seiner massiven Brüchigkeit einen überwältigenden Resonanzraum für die Stadtimpulse, die dort auf zwei Geschossen ausgebreitet werden.”*

Die Ausstellung ist eine Reise durch die Republik. Man reist von Aachen nach Bremen, von Hamburg nach Ulm. Man überblickt West- und Ostberlin. Konkrete Projekte. Neuartige Wohnformen. Experimente. Und Surreales und Utopisches.

Natürlich ist der Schloßplatz in Berlin ein Hauptthema der gezeigten Projekte. “Berlin 2057: Das Stadtschloss ist eine militärgraue Kaserne. Gleich daneben ragt der ehemalige Palast der Republik, senkrecht aufgestellt, als kupferfarben verspiegeltes Hochhaus in den endlosen Raum. Und die Spitze des Fernsehturms verschwindet in einem Wald aus Wolkenkratzern.Die Zukunftsvision “A question of Lust – der Berliner Schlossgarten d.D. 2057″ von Michael Birns lässt sich mit ein paar Schritten umrunden und wie von einem Adler im Flug von oben herab betrachten.”** Konstanze Noack, Katrin Günther und Joseph Rustom mischen die öffentlichen Plätze der Hauptstadt kräftig durcheinander. Das ICC steht plötzlich neben dem Dom – genau da, wo einst der Palast der Republik war. Sie nennen dieses Spiel Rochade – urban switch Berlin. Karsten Konrad zeigt aus seiner Serie Trauerarbeit/lost architecture das Modell DDR(aussen) aus dem Jahre 2005. Er hinterfragt die Interessen hinter dem Abriss des ehemaligen DDR-Außenministeriums. “Das Modell mahnt die Erinnerung an ein Bauwerk, das – so der Künstler – architektonisch anspruchsvoller war, als so mancher “deprimierender Mainstream der letzten 15 Jahre”.”*

Ein weiterer Höhepunkt der Ausstellung ist ein riesiges Ostberlin-Modell im Maßstab 1:500. Das historische Planmodell der DDR “Zentrumsbreich Ost-Berlin läßt den Besucher in einer Zeitreise die ehemalige Hauptstadt der DDR überfliegen.

Mit dem ehemaligen Kraftwerk Mitte hat Berlin – neben dem alten Flughafen Tempelhof, dem Berghain oder dem Stattbad im Wedding – ein weiteres faszinierendes ‘Zwischennutzungsgebäude’. Wir sind alle hochgespannt auf die kommenden Veranstaltungen!!

Realstadt.Wünsche als Wirklichkeit
architekturzeitung.eu: Der Flaneur in der Realstadt

* Zitat: Realstadt.Wünsche als Wirklichkeit
** Zitat: Camilla Péus. www.art-magazin.de/architektur/34514/realstadt_berlin

OKAY STUDIO&Friends en BCN__Otrascosas de Villarrosàs

Villarrosàs ist eigentlich eine Werbeagentur, die jedoch auch “anderen Sachen” zweckfrei eine Plattform bieten will. Daher der Name “Otrascosas de Villarrosas”.  In den extra dafür gewidmeten Räumen werden in regelmässigen Abständen Ausstellungen abgehalten. Objekte aller Art, Fotografie, Malerei oder Video und Filme werden gezeigt und bei einem Bierchen trifft man Freunde und Bekannte oder lernt neue Leute kennen.

Die neue Ausstellung zeigt noch bis Mitte Januar eine Retrospektive von Prototypen und Produkten des Londoner Designerkollektivs Okay Studio und deren Freunde. Sie haben sich während ihres Studiums am Royal College of Art kennengelernt und arbeiten nun sporadisch zusammen und organisieren Ausstellungen mit ihren Objekten, die sich immer durch eine gewisse Ironie, Witz oder Einfachheit auszeichnen. Interessant war z.B. eine kugelförmige Lampe, die sich langsam drehte. Darauf tropfte Farbe, lief herunter und schuf im Lauf des Abends ein Muster. Ein ähnliches Prinzip war bei einem anderen Skulptur zu beobachten. An einer heissen Lampe vorbei drehten sich kreisförmig aufgehängte Schokoladentafeln, die so zum Schmelzen gebracht wurden. Die Lampe wurde über einen Mechanismus unmerklich nach oben gezogen, um der kleiner werdenden Schokotafel zu folgen. Aus der Schüssel darunter konnte man mit Keksen die Schokolade löffeln… lecker Design.

Otrascosas de Villarrosàs

A Night at the Opium Den @ Direktorenhaus

Opium fürs kreative Volk. Grand Opening der Ausstellung ‘Opium Den’.

Das Direktorenhaus ist der Standort für zeitgenössische Kunst und experimentierfreudiges Design in Berlin. Im Anschluß an die Verleihung des Swatch Young Illustrators Award ging es am 5. November in die Tiefen der ‘Opiumhöhle’. Mit einem verruchtem Spektakel eröffnete das Direktorenhaus die Wintersaison – “a night of artistic extremes as internationally renowned artists transform the building (…) into an unreal and magical scenery. Direktorenhaus will be filled with performance both oblique and subtle that… blur the lines between performer and audience. In the Opium Den everything is possible: the dark, the daunting, the psychedelic and the decadent.”*

Im Direktorenhaus weiß man, wie man feiert: Prunkvoll, mit Phantasie und Stil. Und so verwandelten vier Künstler – der Brüsseler Comic-Zeichner François Schuiten, der holländische Glaskünstler Hans van Bentem, das Mailänder Duo Carnovsky und der Filmemacher und Berlinale-Preisträger David O’Reilly – das Haus am Spreehafen in eine glitzernd märchenhafte Kulisse. Zusätzlich gab es Performances, Musik, Mode und Tanz. Surreal, ironisch, eigensinnig.

Als Programmergänzung zur sinnlichen Saisoneröffnung des Direktorenhaus bot die Performance-Gruppe date-an-artist einen bewusstseinserweiternden Fullservice der besonderen Art. Zu einem ‘Spottpreis’ konnte sich jeder Besucher bei Trixxi&Co im exklusiven Club Mindfuck einmieten und die Leistungen der bereitstehenden Künster/innen für einige private Minuten erleben. Eine sehr ungewöhnliche Sinnesstimulation im Künstlerbordell… “In acht Kabinen wird eine Bandbreite an künstlerischen Services angeboten. Die Performance geschieht in Interaktion mit dem Künstler. In dem privaten Rahmen der Einzelsessions kann man mit etwas Glück eigene Wünsche erfüllen, sich dem chronischen Hirndurchfall ergeben, aber auch auf in der Atemlähmung oder auf dem forcierten Opioidentzug in Narkose landen. Zum Schutze ihre Persönlichkeiten, möchten die Künstler, die Ihre Dienste zur Verfügung anonym bleiben. Die Künstler/innen stellen den Service der entgeltlichen Verfügbarkeit von Kunst aus Protest zur Ausbeutung der Kreativwirtschaft zur Verfügung. Was ist ein Konzept oder eine Idee wert? Club Mindfuck – Willst du auch kommen?”**

Direktorenhaus

Mehr zum Direktorenhaus bei formfreu.de gibt es hier.

* Direktorenhaus
** date-an-artist