netfabb – the tree story @ EuroMold 2010

Der absolute Hingucker in Halle 11 auf der diesjährigen EuroMold war ein 3,50 Meter hoher im 3D-Print-Verfahren vollständig aus verknüpften Raumgitterstrukturen – sog. Selective Space Strucutres (3S) – hergestellter Baum. Ziel dieses Objekts ist die kreative Stimulation des Betrachters und das Aufzeigen von schöpferischen Möglichkeiten, welche die additiven Fertigungstechnologien bieten. Wow! Zum Nichtsattsehen. Very inspiring!

Die 3D Daten des Baumes wurden mit einem Povray Baumgenerator erzeugt. Nach der Konvertierung in das STL-Format wurden alle weiteren Bearbeitungsschritte mit dem Selective Space Structures Modul der netfabb Software durchgeführt. Die 3D Daten werden hierbei in Raumwürfel oder Zellen zerlegt und jeder dieser Würfel wird beim Export der Daten mit der ihm zugeordneten Struktur ersetzt. Unterschiedliche Strukturen werden hierbei automatisch verbunden. Durch die Nutzung von Redundanzen werden die Daten von komplexen Objekten mit minimalem Speicherverbrauch erzeugt.

Der geschätzte Verkaufspreis des Baums liegt laut netfabb bei 70000 Euro. Für Wälder soll es Sonderkonditionen geben.

netfabb

formfreu.de: EuroMold 2010

EuroMold 2010

Die EuroMold ist die Weltmesse für Werkzeug- und Formenbau, Design und Produktentwicklung. Innovationen zur gesamten Prozesskette – vom Design über den Prototyp bis zur Serienfertigung – waren auf dem Frankfurter Messegelände zu sehen.

Rundgang durch die Halle 11 – ‘House of Creation’. Technologie und Design treffen aufeinander. Mit der Sonderschau „e-Production für Jedermann“ trägt die EuroMold der enormen und rasenten Entwicklung auf dem Markt der „Additiven Technologien“ (Rapid Manufacturing und Rapid Prototyping) Rechnung. Layer by Layer. Die Sonderschau mit den Zukunftsprodukten ist der Zuschauermagnet der Fachmesse. Super faszinierend. So stellte z.B. die Fakultät Gestaltung der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim das weltweit erste Fahrzeug, das in einem Stück in 3D gedruckt und von einem Akkuschrauber angetrieben wird, vor. Das in Finnland gegründete und heute in den Niederlanden angesiedelte Unternehmen Freedom of Creation und seine atemberaubenden im ’3D Printed Design’-Verfahren hergestellten und dabei sehr poetischen Leuchtenkreationen durften natürlich nicht fehlen.

EuroMold

formfreu.de: DMY 2010__FOC Freedom of Creation: Palm Light

Stilblüten @ MA* Frankfurt

Stilblüten. 5 Jahre Stil in Frankfurt.

Stilblüten, das Festival für Mode und Design, fand am Wochenende im MA*, der ehemaligen Diamantenbörse in der Frankfurter Innenstadt, statt. Damit ging Stilblüten in die 11. Runde und feierte das 5-jährige Jubiläum im modemäßig nicht ganz so wichtigen Frankfurt. Stilblüten ist die gemeinsame Plattform für viele interessante Blüten: Designer, die außerhalb studiert haben und in die Heimat zurückkehren, begabte Autodidakten, renommierte Modemacher, international bekannte Labels … Es geht nicht ausschließlich um Mode, denn neben dieser können auch Kreative aus den Bereichen Schmuckdesign, Grafik- und Illustration sowie Fotografie ihre Werke ausstellen. Kurzweilig und perfekt für das eine oder andere nette Geschenk zum Weihnachtsfest…

Stilblüten Frankfurt

Hier gibt es Links zu ein paar coolen Ausstellern:
8inch – David Sievers und Ein Löffel voll Zucker – David Sievers
Coco Lores
Codierbar?!
Goyagoya
Leonid Matthias
Textilkunst Silke Schossig

Montjuic Revival

Das Montjuic Revival fand im Rahmen der Auto Retro statt. über 200 Fahrzeuge und Motorräder trafen sich gestern, um ab 15h in Gruppen über die 3km lange alte Rennstrecke des Montjuic-Berges zu fahren. Von den Messehallen gings hoch zum Olympiastadion und dann über kurvige Strassen wieder zurück. Auch viele Clubs nutzten die Gelegenheit um ihre Schätzchen auszufahren und SEAT präsentierte einige Museumsstücke. Meine persönlichen Highligts waren der rote Lotus Elite, der froschgtüne SEAT 1200 Sport und ein wunderschöner, gelber Lotus Esprit S1, den ich allerdings erst später auf dem Freigelände der Messe gesehen habe…

Montjuic Revival

Adventliches Motorenorgeln @ Russ Automobile

Russ Automobile in Wiesbaden ist die feine Adresse für klassische Porsche und Käfer in Rhein-Main. Am gestrigen Adventssamstag lud Andreas Russ zu einem ungewöhnlichen vorweihnachtlichen Event auf das Firmengelände. Der Mainzer Künstler Thomas Thurn präsentierte seine einzigartige Motorenorgel, die zwar noch nicht ‘Stille Nacht’ spielen kann, aber immerhin tapfer ‘Alle meine Entchen’ zum Besten gab. Die zwei alten Renault-Kleinwagenmotoren sorgten für kräftigen Klang und großen Beifall vor dem Showroom in der Zabernerstrasse.

Russ Automobile nutzte die Gelegenheit und bot den Besuchern einen Einblick in die heilige Werkstatthalle. Zwei super schön beleuchtete und fast schon surreal inszenierte – in komplementärem Knallrot und Maigrün frisch lackierte – Rohkarossen von 356 Speedster und Karmann-Ghia komplettierten den künstlerischen Abend. Für das leibliche Wohl durfte natürlich feiner Glühwein nicht fehlen.

Russ Automobile

IFA W50

Retroshooting by René Rollin

Der IFA W50 war der legendäre DDR-Laster. Er wurde von 1965 bis 1990 weit über eine halbe Million mal hergestellt. W steht übrigens für Werdau. Im VEB Kraftfahrzeugwerk „Ernst Grube“ Werdau sollte der 5-Tonner (=50 dt) ursprünglich gebaut werden. Aus Kapazitätsgründen musste dann allerdings ein neues Werk erstellt werden. So kam es, dass der W50 nicht in Werdau, sondern in Ludwigsfelde gebaut wurde. Die unverwüstlichen Fahrzeuge gab es für alle Lebenslagen, in 40 Varianten: unter anderem als Pritschen-, Kasten- oder Kipperwagen, als Kran-, Tank- oder Feuerwehrfahrzeuge…

Der gezeigte W50 gehört René’s Cousin. Der Laster stammt aus dem Jahre 1968 und soll für’s H-Kennzeichen fit gemacht werden. “Wir haben uns extra dementsprechend gekleidet, wie man damals halt so unterwegs war. Absoluten Respekt vor den Fahrern damals, des war Arbeit am Steuer!”

Copyright der Fotos: René Rollin

#RenéRollin

Auto Retro Barcelona 2010

Vom 4.-8. Dezember kann man auf der Auto Retro wieder alte Autos schauen und kaufen gehen. Neben tollen Rennern wie dem gelben McLaren Formel 1, einem weissen Farrari Daytona oder dem orangenen Miura(!!!), gibt es auch banaleres, was nicht minder hübsch anzuschauen ist. Auch eine Sonderschau zu 100 Jahren Alfa Romeo wurde aufgestellt. Wohl die letzte in diesem Jahr. Interessant dabei ein 1900 S Supergioiello Ghia von 1955. Also, ein Besuch lohnt sich!

Mehr formfreu.de Auto Retro von 2007, 2008 und 2009: hier

Auto Retro

autoretrobarcelona#

Realstadt.Wünsche als Wirklichkeit @ ehemaliges Kraftwerk Mitte

Realstadt.Wünsche als Wirklichkeit

“Städte sind aus Wünschen gebaut und von Wünschen durchlebt. Alltägliche Wünsche und spektakuläre, idealistische und ökonomische, lokale und weltumspannende: Sie verbinden den architektonischen mit dem sozialen und dem utopischen Raum. Davon erzählt Realstadt.Wünsche als Wirklichkeit am Beispiel deutscher Städte und den Potenzialen ihrer Normalität”*

In Nachbarschaft zur düsteren Technohöhle “Tresor” zeigt – im beeindruckenden Ambiente der gewaltigen Turbinenhalle des 1961 erbauten und 1997 stillgelegten Kraftwerks Berlin-Mitte – die Ausstellung Realstadt.Wünsche als Wirklichkeit 250 Architekturmodelle und 65 Projekte aus ganz Deutschland. Bis über DDR-Zeiten hinaus wurde dort für den gesamten Berliner Osten Energie erzeugt. Jetzt ist aus der einst zerfallenen 30 Meter hohen Halle des alten Vattenfall-Kraftwerkes in der Köpenicker Straße ist ein bizarr-bezaubernder Ausstellungsraum und eine wunderschöne Kunstgalerie geworden. Kirchenartig. Wie eine Basilika. “(…) dieser Bau bietet in seiner massiven Brüchigkeit einen überwältigenden Resonanzraum für die Stadtimpulse, die dort auf zwei Geschossen ausgebreitet werden.”*

Die Ausstellung ist eine Reise durch die Republik. Man reist von Aachen nach Bremen, von Hamburg nach Ulm. Man überblickt West- und Ostberlin. Konkrete Projekte. Neuartige Wohnformen. Experimente. Und Surreales und Utopisches.

Natürlich ist der Schloßplatz in Berlin ein Hauptthema der gezeigten Projekte. “Berlin 2057: Das Stadtschloss ist eine militärgraue Kaserne. Gleich daneben ragt der ehemalige Palast der Republik, senkrecht aufgestellt, als kupferfarben verspiegeltes Hochhaus in den endlosen Raum. Und die Spitze des Fernsehturms verschwindet in einem Wald aus Wolkenkratzern.Die Zukunftsvision “A question of Lust – der Berliner Schlossgarten d.D. 2057″ von Michael Birns lässt sich mit ein paar Schritten umrunden und wie von einem Adler im Flug von oben herab betrachten.”** Konstanze Noack, Katrin Günther und Joseph Rustom mischen die öffentlichen Plätze der Hauptstadt kräftig durcheinander. Das ICC steht plötzlich neben dem Dom – genau da, wo einst der Palast der Republik war. Sie nennen dieses Spiel Rochade – urban switch Berlin. Karsten Konrad zeigt aus seiner Serie Trauerarbeit/lost architecture das Modell DDR(aussen) aus dem Jahre 2005. Er hinterfragt die Interessen hinter dem Abriss des ehemaligen DDR-Außenministeriums. “Das Modell mahnt die Erinnerung an ein Bauwerk, das – so der Künstler – architektonisch anspruchsvoller war, als so mancher “deprimierender Mainstream der letzten 15 Jahre”.”*

Ein weiterer Höhepunkt der Ausstellung ist ein riesiges Ostberlin-Modell im Maßstab 1:500. Das historische Planmodell der DDR “Zentrumsbreich Ost-Berlin läßt den Besucher in einer Zeitreise die ehemalige Hauptstadt der DDR überfliegen.

Mit dem ehemaligen Kraftwerk Mitte hat Berlin – neben dem alten Flughafen Tempelhof, dem Berghain oder dem Stattbad im Wedding – ein weiteres faszinierendes ‘Zwischennutzungsgebäude’. Wir sind alle hochgespannt auf die kommenden Veranstaltungen!!

Realstadt.Wünsche als Wirklichkeit
architekturzeitung.eu: Der Flaneur in der Realstadt

* Zitat: Realstadt.Wünsche als Wirklichkeit
** Zitat: Camilla Péus. www.art-magazin.de/architektur/34514/realstadt_berlin