Fransenlampen @ Michelberger Hotel

Das Michelberger Hotel ist die erfrischend unkonventionelle Design-Herberge in der Warschauer Strasse in Berlin. An der Theke steigen oft Partys, die nicht nur Hotelgästen vorbehalten sind. Ansonsten ist die legere Sofa-Lounge ein guter Ort zum Rumhängen, Surfen, Lesen und Sichkennenlernen.

Die Lampen im Barbereich haben jüngst Fransen bekommen. Aber keine gewöhnlichen. Sondern Seiten alter Bücher – bis auf einen kleinen Kleberand jeweils wie vom Reißwolf feinst in parallele Streifen geschnitten – bilden fesche Fransenröcke. Die von der hoteleigenen kreativen Werkstatt gestalteten Fransenschirme transportieren die Poesie der Buchseiten und scheinen kleine Geschichten zu erzählen. Sie ergänzen super die Books-Leuchten von Werner Aisslinger und passen überhaupt bestens zum Patina-Flohmarkt-Nurnichtglossypremium-Ambiente des Hotels. Unbedingt anschauen gehen!

Michelberger Lookbook

Mehr Michelberger Hotel bei formfreu.de findet ihr hier und hier.

Werkbundarchiv – Museum der Dinge

Werkbundarchiv – Museum der Dinge. Gegenstände des Alltags als Kulturgut. Produktkultur des 20. und 21. Jahrhunderts.

Seit den 70er Jahren werden designhistorisch bedeutsame Objekte der Warenkultur gesammelt und auf 500 qm in einem ehemaligen Werkstattgebäude in der Oranienstrasse in Kreuzberg gezeigt. Der Museumsbesuch ist eine einzigartige Zeitreise. Es ist alles zu sehen: Gegenstände der frühen industriellen Produktion, der Vorkriegszeit, aus Nazi-Deutschland, Wirtschaftwunderzeit, DDR und alter Bundesrepublik. Der Besucher wird in die eigene Kindheit versetzt und trifft das Kaffeeservice von Tante Lotte und die Bahlsenkeksdose, die es früher nur bei Tante Irmgard gab, wieder. Lurchi ist auch da. Und der Fernsehturm und Dieter Rams und Hans Gugelot. Objekte namhafter Designer und anonymes Design werden gegenübergestellt. Funktionales und puristisches Design – die sog. ‘gute Form’ – und sog. ‘Geschmacksverirrungen’ oder ‘Kitsch’ werden gemeinsam gezeigt. Es gibt Markenwaren und No-Name-Produkte zu sehen. Ein hochinteressantes Potpourri vieler schöner und nicht so schöner Dinge, das einfach nur Spaß macht. Ein Höhepunkt der Sammlung ist ein originales Exemplar der Frankfurter Küche. Die 1926 von Margarete Schütte-Lihotzky entworfene Ikone modernen Wohnens gibt es seit Frühjahr 2010 zu sehen.

Werkbundarchiv – Museum der Dinge

Salone del Mobile Milano 2011

In diesem Jahr feierte die Mailänder Möbelmesse ihr 50-jähriges Bestehen. Schon lange ist die Messe nicht nur mehr einfacher Treffpunkt und Marktplatz der Möbelbranche. Vor allem der Fuorisalone, das Programm außerhalb der FieraMilano in Rho, lockt designinteressiertes Publikum aus aller Welt an.

Simon war für uns vergangene Woche in Mailand unterwegs. Impressionen von Satellite (FieraMilano Rho), L’università degli Studi di Milano und Fuorisalone (Zona Tortona).

Fuorisalone

Fotos: Copyright Simon Grand

#SimonGrand

STULL TUBE ATTACK – Taschen Und Mehr Aus Autoschläuchen

“Wir sind überzeugt, dass es ok ist, alte gebrauchte Materialien innovativ neuen Zwecken zuzuführen. Unserer Meinung nach macht es Sinn, stundenlang in Containern rumzukrabbeln um das prima Material für deine Tasche zu suchen.”

STULL TUBE ATTACK sind STephanie Mainzer und ULLi Hansen. Autoschlauchupgecyclet, gebrauchsstabil und trendig sind die drehmomentigen Bags von Stephanie und Ulli aus Boren im Norden der Republik. Jede der Taschen ist super individuell und einzigartig. Zu haben exklusiv bei MeerWerk in Eckernförde, Wilhelm Busch in Lübeck und natürlich im STULL TUBE ATTACK Shop.

STULL TUBE ATTACK

Hinweis: Die Fotos entstanden in der Klassikstadt Frankfurt.

Heldenmarkt @ Postbahnhof am Ostbahnhof

Shoppen für Weltverbesserer

“Nachhaltig leben heißt, gut, gesund, partnerschaftlich und tolerant zu leben, den Dingen ihren Wert gewähren, bewusst genießen, auch genussvoll konsumieren. Das heißt auch, auf Qualität zu achten, nicht jeder Mode nachzulaufen, aber auch nicht jede zu verachten – das gehört zur Lebensqualität.“*

Am letzten Märzwochenende lud die dritte Ausgabe des Heldenmarkts in Berlin dazu ein zu entdecken, wie sich verantwortungsvoller Konsum, Genuss und Freude an ästhetischer und technischer Kreativität im Alltag verbinden lassen. Auf 2000 Quadratmetern im Postbahnhof präsentierten rund 100 Aussteller coole und ungewöhnliche Produkte aus ausgefallenen neuen und alten Materialien. Gebrauchsstabilität, Upcycling und neuer Chic. Daniel Kroh ReClothings, affentor, YEAYEA, …

Heldenmarkt

*Zitat: Lorek, Sylvia und Spangenberg, Joachim H., Sozio-ökonomische Aspekte nachhaltigkeitsorientierten Konsumwandels. Aus Politik und Zeitgeschichte (B24/2001). c/o heldenmarkt.de

VELOBerlin

Am vergangenen Wochenende war es soweit: Die VELOBerlin, die neue Messe rund um Fahrrad und urbane Mobilität öffnete auf dem Berliner Messegelände zum ersten Mal ihre Tore. Ein Pflichttermin für alle, die sich für die neuesten Entwicklungen im Bereich Fahrrad interessieren. Die Messe selbst war in drei Themenwelten gegliedert: “Fine.Art.Handmade”, “Trends & Innovations” sowie “Urban.Wild.Style”. Es war alles dabei: die hochmodernen E-Bikes, die coolsten Liegeräder und das ganz normale City-Rad. Auf mehreren Testparcours durfte außerdem getestet und ausprobiert werden – CO2-freier Fahrspaß garantiert. Ein Teil der Schau fand übrigens im historischen Palais am Funkturm statt…

Im Kontext der VELOBerlin gab es außerdem den Fachkongress “Metromobile – Mensch und Mobilität im urbanen Raum”. Verschiedene Zukunftsszenarien einer menschenfreundlicheren urbanen Mobilität wurden aufgezeigt und die Chancen und Herausforderungen erörtert. Die gestiegene Relevanz des Fahrrades für die Gesellschaft sollte so deutlich gemacht werden.

VELOBerlin

Less and More – The Design Ethos of Dieter Rams @ Daelim Contemporary Art Museum Seoul

Eine Fotostrecke von unserem Fernostmann Roberto Kühn.

Dieter Rams war vier Jahrzehnte lang – von 1955 bis 1995 – für Braun als Gestalter tätig. Die Ausstellung im Daelim Contemporary Art Museum in Seoul zeigt die wichtigsten Momente und Stationen der wegweisenden Designsprache – oder vielmehr ‘Gestaltungshaltung’* – der Marke Braun.

Einer der ersten Entwürfe von Rams für Braun war 1956 die Radio-Plattenspieler-Kombination SK 4 („Schneewittchensarg“), die er zusammen mit Hans Gugelot entwickelte. Das radikal reduzierte Design aus weiß lackiertem Blechkörper mit einer Abdeckhaube aus Acrylglas und Seiten aus hellem Holz wurde zum weltberühmten Klassiker. Der klare und minimalistische Ansatz wurde stilprägend. Schaut euch nur mal die aktuellen Produkte von Apple an…

Die Ausstellung war bisher in Frankfurt, Osaka, Tokio und London zu sehen und wird als nächste Station das MoMa in San Francisco haben. Für alle, die mehr zu Dieter Rams und Braun-Design wissen, lesen und sehen wollen, gibt es das gleichnamige im Gestalten-Verlag erschienene Buch.

Daelim Contemporary Art Museum

* vgl. www.angewandtekunst-frankfurt.de/deutsch/05_rams.html
Fotos: Copyright Roberto Kühn – mit freundlicher Genehmigung des Daelim Contemporary Art Museum

Rheinauhafen 2011.03

Die ehemalige Hafenanlage in der Kölner Südstadt wird gegenwärtig in ein hochattraktives neues Wohn-, Büro-, Dienstleistungs- und Gewerbegebiet umgebaut. Ein städtebauliches Highlight entsteht. Architektonischer Blickfang sind auf jeden Fall die drei sogenannten ‘Kranhäuser’ mit den glänzenden Glasfassaden, die mit ihren Auslegern über den Rheinstrom an Hafenkräne erinnern. Sie ragen 61 Meter in die Höhe. Zwei sind für Büros bestimmt, das nördlichste für chic-exklusives Wohnen mit Ausblick auf Dom und Innenstadt. Sonntagnachmittagspaziergang von Olympiamuseum und Severinsbrücke über Kontor 19 und Siebengebirge zum KAP am Südkai.

Rheinauhafen Köln
formfreu.de: Rheinauhafen

Ffm-Ostend 2011.02

“Die Ecken und Kanten, die Schönheit in der Hässlichkeit, die bewahren das Ostend vor dem Schicksal des Westends.” Ari Goldman*

Frankfurter ‘Ostalgie’. Ostendfotos.

*Zitat: Heike Klauer: Die Frankfurter Ostalgie. frankfurt.prinz.de

RE:arrange @ Freies Museum Berlin

RE:arrange – Als Antwort steht die Neuordnung.

RE:arrange lautet das Thema der Abschlussarbeiten der 46 Studenten aus den Studiengängen Motion- und Interaction Design der Berliner Technischen Kunsthochschule (BTK).

RE:arrange beschreibt den Prozess des Umgestaltens und der Neuorientierung. Die Absolventen verbinden Analoges und Digitales: RE, die digitale Antwort aus dem E-Mail-Verkehr und arrange, das analoge Gestalten. Mit einer vielseitigen Mischung an Arbeiten fand die Ausstellung im Freien Museum statt, wo sie sich auf drei Etagen präsentierte. Neben fotografischen und filmischen Arbeiten zeigte sie Webgestaltung, Illustrationen und Printdesign, sowie Ideen für Advertising- und Imagekampagnen. *

Super interessante Arbeiten:
Christoph Andrews: Typographie als Objekt www.christophandrews.com
George König: Die Ästhetik der Fehlfunktion
Matthias Müller: Wenn Träume Wirklichkeit werden
Kevin Nerlich: Berlin – Beat einer Großstadt www.kaizenkan.de
Matthias Müller: Wenn Träume Wirklichkeit werden www.sublimegraphic.com
Stefan Schaubitzer: Vernunft und Moral: Eine Spurensuche

RE:arrange

*vgl. www.btk-fh.de

Panton and contemporary Danish design @ Nordische Botschaften

Viele viele Designerstühle in den Nordischen Botschaften in der Rauchstraße.

Der Name Verner Panton steht wie kein anderer für visionäres Design und einen historischen Wandel in der Farb- und Formgestaltung. Eine knallbunte und fröhlich-organische Plastikwelt. Pop-Art trifft die Welt der Möbel. Die Dänische Botschaft zeigt zum ersten Mal eine der breiten Öffentlichkeit nicht zugängliche Sammlung aus seltenen Original-Möbeln und -Objekten. Von Pantons Frühwerk wie dem Tivoli-Chair, Pantons ersten seriell gefertigten Stuhl (1955), den er eigens für den berühmten Kopenhagener Tivoli-Vergnügungspark entworfen hat, bis zum Spätwerk mit dem Panto Swing (1994), zeigt die Ausstellung vor allem seltene und wenig bekannte Möbel und Textilien. Natürlich darf auch der berühmte Freischwinger (The Panton chair) nicht fehlen.

Neben den Panton-Klassikern gibt es im Felleshus auch aktuelle Arbeiten zeitgenössischer dänischer Designer zu sehen. Wie groß Pantons Einfluß bis heute ist, belegen Busk+Herzog, Tine Mouritsen, Hay Furniture, GRID Montanagroup und Kvadrat.

Nordische Botschaften

Winterquartier der Zierfische

Die Zierfische sind gerettet. Barbara Dechant und Anja Schulze haben sich die Bewahrung und Dokumentation von Buchstaben zur Aufgabe gemacht und auch den Neonröhrenfischen plus dem charmanten Schriftzug vom Frankfurter Tor ein Weiterleben gegeben. Das Buchstabenmuseum präsentiert noch bis Ende März dieses grafische Kulturgut exklusiv in der Karl-Marx-Allee 85. Das Schaudepot des Buchstabenmuseums findet ihr sonst in der Karl-Liebknecht-Str. 13.

Ort Karl-Marx-Allee 85, 10243 Berlin
Laufzeit 29.01. bis 26.03.2011
Öffnungszeiten jeden Samstag 16–20 Uhr

Buchstabenmuseum

formfreu.de: Buchstabenrettungsaktion: Rettet die Zierfische