Berlin Shoe Days @ Postbahnhof

Die tolle Schuhschau im ehrwürdigen Postbahnhof am Ostbahnhof.

Berlin Shoe Days heißt die neue Tradeshow für Schuhe, die sich nicht nur an Einkäufer, Händler und Fachbesucher richtet, sondern den direkten und persönlichen Kontakt zum Endverbraucher in den Vordergrund stellt. 90 Aussteller zeigten, worin im Herbst/Winter unsere Füße stecken könnten…

Das Highlight war das temporäre Schuhmuseum: Die Niederländerin Liza Snook brachte ihr international bekanntes ‘Virtual Shoe Museum’ mit nach Berlin. Über den gesamten Messezeitraum wurden im Erdgeschoss des Postbahnhofes 50 ausgefallene – eigentlich untragbare – Kreationen und zum Staunen schöne Skulpturen unterschiedlichster Designer aus aller Welt gezeigt, die bereits in Museen wie dem Grassi in Leipzig oder der Villa Roth in Ulm ausgestellt wurden.

Berlin Shoe Days
Virtual Shoe Museum

Street Art Meeting 2014 @ Urban Spree Gallery

Die Winter-Edition des Street Art Meetings in der Urban Spree Gallery gab es am Wochenende: Livepaintig, Siebdruck, Party und Führungen auf dem RAW-Gelände in Friedrichshain. Von Freitag bis Sonntag konnte man den Künstlern beim kreativen Arbeiten über die Schultern schauen. Screenprint, Sketch Club, Stickeria und das Darkroom Cinema waren weitere kurzweilige Programmpunkte.

Urban Spree Gallery

Diesterweg-Gymnasium

Restmodern und knallorange.

“Knallorange leuchtet das Gebäude des ehemaligen Diesterweg-Gymnasiums in Berlin-Wedding, dunkelgrüne Details setzten markante Akzente. Neben der Farbe sind abgerundete Fassadenelemente auffällig: soft-edge-Nachkriegsmoderne, leider von Verfall und Abriss bedroht. Die Schule entstand Mitte der 1970er Jahre im Sanierungsgebiet Brunnenviertel auf einem Baublock zwischen der Putbusser und der Swinemünder Straße.”* Der vom vom Architekturbüro Pysall, Jensen und Stahrenberg & Partner entworfene Bau weist den typisch futuristischen poppigen Stil dieser Zeit auf, den man z.B. auch im ICC oder Bierpinsel findet.

Man rechnet heute das Diesterweg-Gymnasium auch der sog. “Restmoderne” zu, ein von dem Architekturkritiker Oliver Elsers und dem Fotographen Andreas Muhs ins Leben gerufener Begriff. “Der Blick richtet sich hier nicht auf die architektonischen Stars, sondern auf die zeittypischen, im Alltagsgebrauch abgegriffenen Bauten, deren Architekten noch nie bekannt oder aber schon lange in der Vergessenheit verschwunden sind. Die Restmoderne ist also eine virtuelle Epoche der Architektur, die einzig davon zusammengehalten wird, dass ihre Ikonen die nächsten zehn bis zwanzig Jahre vermutlich nicht überleben werden.”**

“Leider sind Schule und Bibliothek seit 2011 geschlossen. Das Brunnenviertel, ein Gebiet mit schwieriger Sozialstruktur, hat mit der Schließung der Schule einen wichtigen Bildungsort und Treffpunkt verloren. Die konkrete Nachnutzung von Gebäude und Umfeld sind bislang ungeklärt, geplant ist eine Neubebauung mit Wohnhäusern.”* Was ist aus dem Konzept des Architektenteams Clemens, Horlitz und Hummel geworden?

Unsere Fotostrecke von 2009 findet ihr hier.

Ähnlich: Ernst-Reuter-Sekundarschule Wedding, Dreilinden, Behördenzentrum Suhl

*Zitat: http://www.urbanophil.net/staedtebau-architektur/adventskalender-tag-20-diesterweg-gymnasium-in-berlin-wedding/
**Zitat: http://www.kultura-extra.de/kunst/spezial/restmoderne.html

ÚS Barcelona Street Art Festival

Vor einigen Jahren war Barcelona ja mal das Mekka der europäischen Streetart- und Graffiti-Künstler. Aufgrund der restriktiven Gesetzgebung ist davon allerdings nicht mehr viel übrig geblieben. Aber es kommt Hoffnung auf. Auf dem grossen, ungenutzten Freigelände am Plaça de les Glòries, wo früher der Ramschmarkt Encants Vells war, fand gestern das große “Ús Barcelona” Festival statt, eine Plattform und Lautsprecher für über 50 Kreative, die sich einen Tag lang an den Wänden verdingen konnten und damit sich und die Besucher begeistert haben. Dazu gabs noch Konzerte, Workshops, Art-Markt und Bereiche für Studentenarbeiten. Prima Sache also!

Ús Barcelona

Pilar Clergue @ Ambulatorium

Auf dem RAW-Gelände in Friedrichshain hat sich eine wilde Mischung aus Clubs, Bars, Kunsträumen, Sportstätten und lokalen Projekten angesiedelt. Man kann den Künstlern der Graffitiszene beim Malen und Sprühen zusehen, durch den Flohmarkt stöbern, kulturelle Veranstaltungen besuchen, das multikulturelle Berlin in vollen Zügen genießen oder einfach die Seele bei gutem Kaffee baumeln lassen. RAW ist das einstige “Reichsbahn-Ausbesserungswerk”.

Das Ambulatorium präsentierte im Januar Arbeiten der französischen Künstlerin Pilar Clergue. Collagen sind das große Thema ihrer Arbeit. Bunt beklebte Luftballons mit comicartigen Grafiken baumelten wie übergroße Ostereier von der Decke der Kunsthalle, andere Werke hingen wie Wäsche an Klammern an an Balken gespannten Seilen. Pilar Clergue stammt aus dem südfranzösischen Perpignan. Nach Stationen in London und San Francisco lebt sie in Berlin.

Pilar Clergue: The Cultural Project
Ambulatorium

ModaFad_”Be ModaFad”

Nach ewigen Jahren des Planens und Umbaus ist die alte Markthalle in Stadtteil Born neulich fertig geworden und wird nun für allerlei Aktivitäten genutzt. Zum Beispiel für die Modeschauen der Fashionweek 080 Barcelona. Heute Nachmittag war dann das letzte Desfile. Unter dem Titel  ”Be ModaFad” wurden junge Talente unter den Abgängern der Designschulen gesucht und den besten eine Chance gegeben, ihre Arbeiten zu zeigen und eine Auszeichnung zu bekommen. Bierbrauer Moritz war Sponsor und stellte eine Flotte von SEAT 600 vor den Pavillon. Während bei der Mode eher schwarz und weiss dominierten, war es draussen quietschgelb und blau. Prost!

ModaFad

mehr ModaFad bei uns: hier

#ModaFad

Flughafen Berlin-Tegel

Flohmarktfund: Historische Aufnahmen des Flughafens Berlin-Tegel

Die Tage von TXL sind gezählt. Zwei gewaltige, sechseckige und mehrstöckige Waben aus Glas, Stahl und Beton markieren den Entwurf der Architekten Meinhard von Gerkan und Volkwin Marg. Der restmoderne “Drive-in-Airport” ist ein typischer Vertreter der Architektursprache der 70er Jahre, eine Zeitreise ins einstige Berlin (West) von Harald Juhnke oder Edith Hancke. Der Flughafen wurde 1974 eröffnet.

Ähnlich: Flughafen Berlin-Tempelhof 2010 und Flughafen Berlin-Tempelhof 2008.
Restmoderne in Berlin: ICC Berlin, Bierpinsel

Hinweis: Die gezeigten Fotos wurden auf einem Flohmarkt erworben. Urheber und Rechteinhaber des Bildmaterials sowie die fotografierten Personen sind natürlich unbekannt. Sollte jemand nachweislich im Besitz der Bildrechte sein, bitten wir ihn, sich mit formfreu.de in Verbindung zu setzen.

Tschüß, ICC Berlin

Die Hauptversammlung der Daimler AG am 9. April wird die letzte Großveranstaltung im Internationalen Congress Centrum Berlin (ICC Berlin) sein. Danach wird das Gebäude in den ‘Stillstandbetrieb’ überführt. Das heißt, es wird geschlossen. Ob es saniert und in ein paar Jahren beispielsweise als Einkaufszentrum wieder geöffnet wird, ist offen.

Als ein stolzes Stück Berlin begrüßt das aluminiumverkleidete Raumschiff im Ortsteil Westend des Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf den über die Avus anreisenden Hauptstadtbesucher. Der Bau scheint aus einer Episode der Zeichentrick-Reihe ‘Captain Future’ zu entstammen. Er wird heute der sogenannten Restmoderne zugerechnet. Vor fast 35 Jahren wurde das ICC Berlin nach vierjähriger Bauzeit eröffnet. Es war Europas größte Tagungsstätte und eine der Top-Kongressadressen der Welt. Der neue City-Cube an der Stelle der abgerissenen Deutschlandhalle übernimmt diese Funktion.

Das 320 Meter lange, 80 Meter breite und 40 Meter hohe Gebäude wurde nach Plänen der Berliner Architekten Ralf Schüler und Ursulina Schüler-Witte erbaut. Die markante und ziemlich space-ige Fassade ist typisch für die Architektursprache der 70er Jahre. Wie der berühmte ‘Bierpinsel’ der beiden Architekten gehört das ICC mit seiner Betonung der technischen Elemente zum West-Berlin der 70er und 80er Jahre wie Harald Juhnke, Edith Hancke oder ‘Die drei Damen vom Grill’.

Ich liebe den Parkplatzbereich und die Unterführung zum Messegelände mit den knallorangefarbenen Kacheln. Sehr cool! Ich mag orange, und ganz besonders wenn es glänzt!

Fotostrecke mit mehr als einer Träne. Zum Nichtsattsehen und Nichtvergessen.

formfreu.de: ICC Berlin

Aerodynamischer Park @ Campus Adlershof

Der Trudelturm, der Schallgedämpfte Motorenprüfstand und der Große Windkanal sind das Erbe der einstigen am Flugplatz Johannisthal angesiedelten Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt und bilden heute den Aerodynamischen Park auf dem Campus Berlin-Adlershof. Sie wurden im Laufe der 1930er Jahre errichtet. Maschinenarchitektur von damals. Skulptural, heute reichlich abgefahren und heftig surreal, weird… Der space-ige Charakter wird durch eine Klang- und Kunst-Installation namens ‘Air Borne’ verstärkt, die aus roten ufo-ähnlichen Lautsprechern besteht, welche seltsame Geräusche aus dem Fundus des Deutschen Radio-Archivs von sich geben…

Campus Adlershof: Technische Denkmale

Buchtipp: Pieces of Berlin

Pieces of Berlin ist ein Fotoblog über die schönste Stadt der Welt und ihre Einwohner. Gelegt und eingefangen wird ein Querschnitt durch den Alltag Berlins, ganz Berlins. Leute – Studenten, junge Mütter, Migranten und Rentner – werden auf der Straße angequatscht, mit einem Foto portraitiert und über ihr Zuhause ausgefragt. Seit 2009 streift Florian Reischauer mit seiner analogen Mittelformat Kamera durch die Hauptstadt.

Jetzt hat Florian Reischauer eine Reihe seiner zufälligen Straßenbekanntschaften als Buch veröffentlicht. Es ist eine tolle Dokumentation über das Geschehen und die Veränderungen der Stadt geworden. Die eigentlich unauffälligen, “alltäglichen” Menschen, die man eigentlich nicht unbedingt beachten würde, und Orte wie beispielsweise Freiflächen mit verfallenen Fabriken oder überwucherte Fußballfelder, interessieren den Fotografen und bewegen Blogbesucher und Buchanschauer.

Das Buch ist bis März 2014 exklusiv nur auf piecesofberlin.com erhältlich.

Eckdaten zum Buch:
208 Seiten – Hardcover
C-Print – Fadenbindung
deutsch/englisch
nummeriert – signiert
Gestaltung – Stefan Bauernberger
Vorwort – JM Stim
Auflage 1000 Exemplare
Eigenverlag

Pieces of Berlin

Alle Buchtipps bei formfreu.de gibt es übrigens hier.

#Buchtipp

Druck Berlin Print Festival @ STATTBAD

Das STATTBAD in Wedding ist der Hotspot für zeitgenössische Kunst, Musik und urbane Kultur in Berlin. Das im preussischen Stil 1907 errichtete, im Krieg beschädigte und Anfang des Jahrtausends stillgelegte ehemalige Stadtbad atmet irgendwie noch immer den Geist und die Ästhetik der 60er Jahre, in denen es zuletzt – zeitgemäß modern – wieder auf- und umgebaut wurde. Ein spannender Kontext für Ausstellungen und Events. Und der perfekte Veranstaltungsort für das Druck Berlin Festival – riesig und wasserfest!

Im kühl-rohen Schwimmbadcharme gab es einen tollen Einblick in die Siebdruckszene, ihre Methoden, Techniken und Ästhetik des Siebdrucks. Abtauchen: Das leere Schwimmbecken wurde zum großen Eventbereich. Aktuelle Urban Art im gekachelten Ambiente konnte man zudem in den Umkleideräumlichkeiten entdecken…

Druck Berlin Festival
STATTBAD

STATTBAD bei formfreu.de: hier und hier und hier und hier und hier

Weihnachtsrodeo Vol. 5

Jingle-Bells-Atmosphäre im ehemaligen Warenhaus Jandorf in Berlin-Mitte

Zum 5. Mal öffnete das Weihnachtsrodeo seine Pforten. Keine gebrannten Mandeln, keine Holzkrippen, keine Thüringer Rostbratwurst und kein Weihnachtsmann weit und breit. Stattdessen gab es allerlei Schönes und Kreatives zu schauen und zu kaufen bei einer clubbigen DJ-Klangkulisse. Nachdem das Stadtbad Oderberger im letzten Jahr nicht mehr ausreichend Platz geboten hatte, hatten sich die Organisatoren für eine neue, größere aber ebenso einzigartige Location entschieden, das einstige Warenhaus am Weinberg. Eine genialer Kontext für die Aussteller aus den Bereichen Design, Kunst, Fashion und Accessoires. Tolle Atmosphäre. Mein tolles Schnäppchen von der Schau: Der eigentlich nicht zu verkaufende Spiegel vom les D’Arcs-Stand bzw. aus Annas Badezimmer…

Das Warenhaus Jandorf wurde 1904 von Adolf Jandorf an der Brunnenstraße in Berlin-Mitte eröffnet. Das Warenhaus war bis 1945 in Betrieb, danach diente es in der DDR als Institut für Modegestaltung.

Weihnachtsrodeo

Klasse-Austeller:
elreinventor. daniel carrion rivas.
This City Rocks
Berlin Boombox
Utoberlin
TIMELESS by William Laubert
Berlin Underwear
les D’Arcs – Anna Ingensand
MilaEtMila
formes Berlin
Yackfou
Project Graft Berlin – Anna-Kristina Schröder

Und alle unsere Fotostrecken zum Weihnachtsrodeo aus den letzten Jahren findet ihr hier.

#Weihnachtsrodeo