Solitude Revival 2013

Von 1903 bis 1965 röhrten die Motoren von Rennwagen und Motorrädern über die berühmte Strecke der Solitude bei Leonberg und hundertausende Fans pilgerten damals an die Strecke, um Hans Herrman, Karl Kling, Wolfgang Graf Berghe von Trips, Jim Clark oder Jack Brabham live zu sehen. Das Revival fand letztes Wochenende bei tollem Sommerwetter statt, und weil dieses Jahr auch der ADAC sein Gelände für das Fahrerlager zur Verfügung gestellt hat, war auch die Platzsituation gelöst. Davon gab es reichlich, was nicht zuletzt zur entspannten Atmosphäre beitrug, die während der Tage herrschte. 300 Autos und 130 Motorräder waren auf dem 11,3 km langen Dreieckskurs unterwegs, einige waren sogar originale Teilnehmerfahrzeuge von damals. Unterteilt waren sie in Gruppen von Vorkriegsrennwagen, Sportwagen und Prototypen, Grand Tourisme-Rennwagen, Renntourenwagen, Solorennmotorräder und Renngespanne. Porsche feierte ’50 Jahre 911′ und brachte jede Menge Preziosen an die Strecke. Besonders schön: der 67er sandbeige 2,0l, der unserem zum Verwechseln ähnlich sieht….

Solitude Revival

formfreu.de: Solitude Revival 2011
formfreu.de: Rallye Solitude Historic 2012

4. Auto Zeitung Youngtimer Classic

formfreu.de startete im Mercedes-Benz R129 bei der Auto Zeitung Youngtimer Classic 2013.

Autos der Siebziger, Achtziger und frühen Neunziger auf dem Parkplatz der Klassikstadt: Zum vierten Mal gab es vergangenes Wochenende die Youngtimer Tour der Auto Zeitung. Und Frankfurt war wieder der zentrale Dreh- und Angelpunkt der bunten Blechsause. Während im vergangenen Jahr der ahorngelbe Wartburg tapfer am Start war, durfte am Samstag erstmalig der 92er Mercedes-Benz 300SL Rallye-Luft schnuppern.

Das Feld war wieder eine tolle Mischung an Young- und Oldtimern, unvergessenen Sportwagen und Alltags-Rennern. Wann habt ihr zuletzt einen Sierra XR4i oder einen Escort XR2 gesehen? Traumhaft und nur schön: der rote Lancia Delta GT i.e. … Ein besonderer Hingucker war der allerletzte produzierte Lamborghini Countach aus dem Werksmuseum in Sant’Agata Bolognese. Rallye-Partner Audi Tradition schickte eine breite Flotte aus Audi 50, Audi 80, Audi V8 bis hin zum Sport quattro in die Hessenmetropole.

Vor dem Start begeistert Benzin geredet, schnell noch eine Butterbrezel geknabbert, einen Kontrollblick ins Roadbook gemacht, die Stoppuhrensammlung gecheckt, unter die Haube geschaut und nochmals jede Menge Benzin geredet. Dann ging es in einem weiten Bogen über den Großen Feldberg nach Mainz und wieder zurück. Wunderbar spitzfindig und knackig konzipierte Wertungsprüfungen mit Pilonenslaloms des Fahrtleiters Christian Schön warteten auf Piloten und Copiloten. Unser mit den historischen Saccoleisten beplankter Schwabenroadster war angesichts der sommerlichen Temperaturen der perfekte – entspannte und allzeit souveräne – Begleiter für die rund 290 Rallyekilometer.

Ein toller Tag und unser Rallyehighlight der Saison! Wir kommen wieder und melden uns hiermit schon für die 2014er Edition an!

Auto Zeitung Classic Cars
formfreu.de: 3. Auto Zeitung Youngtimer Classic

Goodwood Festival of Speed 2013

Goodwood 2013!! Die PS-Party der Superlative und das Mekka für Freunde hochoktaniger Momente im Vereinten Königreich. Simon Grand pilgerte vorletztes Wochenende zu den Ländereien des Earl of March. Motorengebrülle, Motorengekreische und Motorengedröhne. Es gab mehrere hundert Renn- und Sportwagen sowie aktuelle Designstudien zu sehen, riechen, hören und fühlen. Simon hat für uns einige Impressionen mitgebracht. Viele Ganznahdrandetailbilder. Formfreu.digen Dank!

Goodwood Festival of Speed

Beiträge zu den letztjährigen Fotostrecken aus Goodwood findet ihr bei uns hier und hier und hier und hier

Bilder: Copyright: Simon Grand

19. Oldtimertreffen Neckartailfingen

Der traditionelle Oldiehock im Schulhof.

Jede Menge in der Hochsommersonne blitzendes Altblech im Neckartal: Die Oldiefreunde und der Sängerbund Neckartailfingen luden heute zum 19. Oldtimertreffen bei Roter Wurst, Radler und vielen Benzingesprächen. Vrrrooooom…….

Eine nette Wartburgbegegnung mit Christians 353er aus Berlin. Der aufmerksame formfreu.de-Besucher kennt den atlasweißen Genex-Flitzer natürlich bereits aus Anklam.

Sängerbund Neckartailfingen

Ausfahrt 50 Jahre Porsche 911 @ Ofenwerk Nürnberg

Während am letzen Wochenende in Nürnberg auf dem Norisring die DTM Boliden um den Sieg fuhren, wurde im Ofenwerk im nördlichen Industriegebiet 50 Jahre Porsche 911 gefeiert. Wir hatten uns zur samstäglichen Jubiläumsausfahrt „911 Nürnberger Impressionen“ angemeldet, um ein bisschen Spaß bei Gas mit Gleichgesinnten zu haben. Am frühen Morgen fanden sich die 60 Teilnehmer ein und wurden mit Startnummernaufklebern und Champagner (!) begrüßt. Ein Kaffee hätte es aber auch getan. Eine Stunde später gingen die ersten mit unterschiedlichsten Baujahren und Roadbook bewaffnet auf die Strecke. Zunächst Richtung Neunkirchen und Ittling, dann nach einem zweiten, üppigen Frühstück im Landhotel Grüner Baum, weiter Richtung Südosten zu Winkler Bräu und Mittagsessen. Danach zurück nach Nürnberg, wo uns die Zuschauer, Kaffe und Kuchen empfingen. Die 170 km lange Strecke war erste Sahne, sehr abwechslungsreich und man konnte es auch mal „ laufe lasse“. Dazu wusste Thomas auch noch eine passende Anekdote aus seiner Studienzeit, die wir hier aber nicht noch mal wiedergeben wollen…Ein großes Lob auch an die zahlreichen und netten Mädels, die uns an jedem Stopp begrüßt und eingewiesen haben! Klasse, so war die Ausfahrt ein wirklich schöner Baustein der Veranstaltung.

Zum Eröffnungsabend  mit dem Pre-Opening der „spektakulären Fahrzeugausstellung“ und Eröffnung der Fotoausstellung „Rennsportgeschichte des Porsche 911“ (die ich übrigens am Samstag gar nicht gesehen habe) wurde unsere Akkredition leider abgelehnt, da nur Sponsoren und (zahlende) Gäste erwünscht waren. Sehr schade. Schade auch, dass die anvisierten 911 Porsche-Exemplare bei weitem nicht zusammengekommen sind, am Sonntagmittag waren kaum 50 Zuffenhausener auf dem Gelände, am Samstag jedoch mehr. Auch die angekündigte Ausfahrt über den Hauptmarkt mit anschließendem „großen Fotoshooting in unmittelbarer Nähe eines populären Nürnberger Wahrzeichens“ fand nicht statt. Die ambitiöse Preisgestaltung (relativ hohe Teilnahmegebühr für ein solches Event, Eintrittsgeld für die Besucher, utopische Preise fürs Abendprogramm…) haben leider einen grösseren Erfolg der Veranstaltung verhindert. Sie lebt von Besuchern und Teilnehmern gleichermaßen, wenn diese nicht kommen, bleibt auch der Veranstalter auf der Strecke. Am Wetter kann es nicht gelegen haben, das war bombig!

So blieb unser Highlight an diesem Wochenende das lang ersehnte Treffen mit Philipp, dessen Porsche vor 45 Jahren genau hinter unserem vom Band in Osnabrück gelaufen ist und der somit die folgende Seriennummer besitzt. Beide Fahrzeuge waren seit ihrer Produktion nie mehr zusammengekommen. Wir werden demnächst darüber berichten. Die Anregung ans Ofenwerk, das „Wiedersehen“ mit ins Programm aufzunehmen oder uns evtl. einen zusammenhängenden Parkplatz zuzuweisen, blieb leider bis zuletzt unbeantwortet… sehr schade.

Nachtrag: Der Veranstalter hat uns inzwischen einige Informationen zukommen lassen. Insgesamt haben an beiden Tagen zusammen ca 600 Porsche auf dem Gelände oder dem umliegenden Parkplatz vorbeigeschaut. Am Samstag waren es ca 350, am Sonntag ca 250. Die Ausfahrt über den Hauptmarkt wurde in letzter Sekunde vom Bürgermeisteramt abgesagt. Dies war auf einem grossen Schild gegenüber dem Infostand angeschrieben.

Ofenwerk

16. Silvretta Classic Rallye Montafon

Schon zum 16. Mal findet die Silvretta Classic statt und lockt ca. 160 meist seltene und historisch wertvolle Oldtimer ins österreichische Montafon. Dieses ‘rollende Automobilmuseum’ in einer einzigartigen Naturkulisse ist aus dem Kalender der wichtigsten Oldtimer-Termine nicht mehr wegzudenken. Traumwagen, Traumstraßen und Traumkurven. Es kommt natürlich nicht auf höchste Geschwindigkeit, sondern auf höchste Präzision an. Die Teilnehmer logieren in einem der kleinen Dörfer im Tal und so herrscht immer reger Verkehr mit altem Blech. Zum Start, zum Ziel, zum Tanken, zum Spaß… Sogar das Vieh auf der Weide scheint sich mit der Zeit schon an das bizarre Treiben gewöhnt haben.

Die E-Auto Rallye Montafon wird parallel veranstaltet, kann aber nicht mit röhrenden Motoren Qualm und Patina prahlen, dafür mit teils schneidigen Formen oder flashigen Lackierungen. Und in 20 Jahren dürfen sie ja dann auch bei der klassischen Ausgabe mitfahren! Der Hotzenblitz auch schon jetzt! :)

Hochoktanige bzw. elektrisierende Tage in den Bergen und jede Menge Impressionen! Viel Spaß!!

 

 

Technische Abnahme Partenen

Wir kommen am Mittwoch auf den letzten Drücker zur technischen Abnahme an. Licht, Blinker, Hupe ok, Aufkleber mit der Nummer 117 drauf. Fertig ist unser sandbeiger 911er für 24 Wertungsprüfungen und 674 Alpenkilometer! Für Pilot und Copilot heißt es, noch einen ausgiebigen Blick in das Roadbook zu machen, Durchschnittsgeschwindigkeiten der Sonderprüfungen zu berechnen und Taktiken festzulegen, um die Etappen zu meistern. Heute Nacht will Petrus noch die Passstraßen kärchern, und morgen soll die Sause bei Sonnenschein beginnen!

 

Tag 1: Silvretta-Hochalpenstrasse-Etappe

Der Donnerstag geht erstmal gemütlich los. Im Rallyelager in Partenen werden wir begrüßt und eingewiesen, um 12:01 startet der erste Wagen, ein Mercedes-Benz 720 SSK. Alle anderen im 30Sekunden-Abstand dahinter. Allesamt sind es automobile Schätze, die die Garagen ihrer Besitzer wohl nur zu ganz besonderen Anlässen verlassen: Bugatti Typ 54 GP, Bentley 4 1/2 Litre, Alfa Romeo 2300 Monza, BMW 328 Jaguar C-Type oder Mercedes-Benz 300 SLS O’shea. Eigentlich alle nach Baujahr geordnet. Nur einige Sponsor- oder Werksteams drücken sich mit jüngeren Fahrzeugen vorne rein. So sind sie immer schön in der Linse der Fotografen und auch die ersten am Buffet. Die erste Sonderprüfung entpuppt sich gleich als Härtetest für die alten Renner: Die rund 14 km lange Rampe der Silvretta-Hochalpenstraße vom Startort Partenen hinauf zur Bieler Höhe wartet gleich mit 32 steilen Kehren auf. In exakt 1500 Sekunden muss die Lichtschranke auf der Bielerhöher in 2032m durchfahren werden. Immer wieder: Anbremsen, einlenken und herausbeschleunigen: Passfahren ist ein süchtig machendes Vergnügen. In Wirl dann eine Rollprüfung mit abgeschaltetem Motor auf einer steil abfallenden Strasse. 150m in 15 Sekunden. Hier heißt es, bloß nicht zuviel bremsen, sonst fehlt der Schwung. Dessen haben wir leider etwas viel und verfehlen die Zeit um ein gutes Stück. Naja. Die Rückfahrt über die selbe Strecke bis nach Gargellen, wo eine weitere Lang WP wartet. Danach noch eine verschachtelte Dreierprüfung mit einer geheimen Teilstrecke, die für Turbulenzen und Herzrasen und chaotischen Verhältnissen bei einigen Teilnehmern sorgte. Die Auswertung deren Zeiten dauerte fast zwei Tage. Vor dem Zieleinlauf in Schruns dann noch eine Kurz WP (30m in 6 Sekunden). Das war der erste Tag mit 109 km.

 

Tag 2: “Rund um den Piz Buin”-Etappe

Heute steht uns ein langer Fahrtag bevor. 350 Kilometer mit Alpenpässen über 2000m, durch Liechtenstein und in die Schweiz. Die ersten starten schon um 7:31h. Lang WP, Dreier WP, Kurz WP. Besonders lustig eine Prüfung, die rückwärts gefahren werden muss. Da sich bei uns der Copilot nicht hinten in den Kofferraum legen kann, lehnen wir und weit aus der Tür, um das Heck beim Durchfahren der Lichtschranke zu erahnen. Hat ganz gut geklappt. Die Kurven um das Schloß Vaduz kennen wir bereits von der diesjährigen Bodensee Klassik. In der Brunchpause geht es mit der Pizol Gondelbahn Bad Ragaz zur Bergstation. Leider ist das noch verbleibende Zeitfenster äußerst knapp: Very Fast Food also auf den Teller und gleich wieder ins Tal und weiter. Die Wertungsprüfungen und Zeitkontrollen warten nicht auf uns. Über Davos nimmt die Kolonne aus schickem und schönem und schnellen Altblech die pittoresken Kehren des 2400m hohen Flüela-Pass unter die Räder. Das schönste Stück der ganzen Rallye!! Traumhaft! Vor uns immer wieder der kleine, aber flotte BMW 1600 GT. Das Heck des bei Frua in Moncalieri entworfenen einstigen Glas-Coupés gefällt uns mit jedem Kilometer immer besser! Weiter durch wunderschöne Dörfer des Engadin und am Piz Buin vorbei. Kaffeepause in Ladis, dann Landeck, Patznauntal und wieder über die Silvretta-Hochalpenstrasse zurück ins Montafon, wo uns die Zuschauer beim Därflifest in Gaschurn empfangen. Bei lecker Bier und Zackzack vom Grill klingt der Tag aus, und der Motor kann abkühlen…puhhh

 

Tag 3: Vorarlberg-Etappe

Vorarlberg Etappe ist mit  ihren 215 km  im Roadbook notiert. Eine Drei-Pässe Tour durch den Bregenzer Wald, über den Flexenpass, Hochtannbergpass und Furkajoch. Eine kleine Entspannung und Nickerchen in der Sonne ist uns in der Mittagspause im Hotel Jägeralpe in Warth gegönnt. Aber die Fahrzeuge stehen so hübsch beieinander, und wir wollen ja auch noch schöne Fotos mit nach Hause bringen, also weiter. Auch Rankweil bereitet uns einen schönen Empfang für eine Stempelkontrolle. Autoconferencier Johannes Hübner kommentiert alle Fahrzeuge (und unseres im Besonderen!!) fachkundig für das Publikum. Heute laufen die zahlreichen Prüfungen besser, wir haben uns eingespielt. Kurzer Schreck jedoch, als bei einer Lang WP ein anderer Teilnehmer zeitgleich mit uns durch die Lichtschranken fahren will und dies auch tut. Manno!! 11,40 Minuten sind doch 11 Minuten 24 Sekunden und nicht 11 Minuten 40 Sekunden!! Das war eng! Wie das wohl gemessen wurde? Unsere Zeit war jedenfalls ok, ein unglaublicher 5. Platz in der Tagesgesamtwertung das stolze Resultat. Nach den mittelprächtigen Platzierungen der Vortage eine willkommene Abwechslung! Der Zieleinlauf nennt sich “Grosser Preis von Vandans”, man muss vor den zahlreichen Zuschauern zweimal eine Schleife durchs Dorf fahren und dann ins Ziel. 5,86km in 582 Sekunden. Geschafft. Am Abend wird bei der Siegerehrung im Bergrestaurant Kapell noch ein bisschen gefeiert und von den schönen Tagen und den automobilen Heldenleistungen erzählt, bevor am Sonntag wieder die Heimreise angetreten wird. Schön war‘s!!!

 

Silvretta Classic

Mehr: formfreu.de: Silvretta Classic 2012.
Auch gucken: formfreu.de: Sachsen Classic 2010 und formfreu.de: Hamburg-Berlin-Klassik 2011.

Lonsee 2013

Trabant- und IFA-Treffen Lonsee 2013

Die Alb stand vergangenes Wochenende im Zeichen der azurblauen Abgasfahnen. Im schwäbischen Lonsee-Ettlenschieß trafen sich die Ostautofahrer aus Süddeutschland und der Schweiz. Gut 50 Fahrzeuge aus der einstigen DDR präsentierten sich neben Zelten und Wohnwagen auf der grünen Wiese. Es gab Trabanten, Wartburg, Skoda und Lada zu sichten. Mit dabei die “Zweitakterz Süd” aus Stuttgart. Veranstalter des Treffens ist das Trabant-Team Ulm.

Trabant Team Ulm

Übrigens: Am 17. August gibt es das Zweitakt- und Ostautotreffen in Denkendorf. Hinkommen!

61. Coppa Intereuropa

61. Coppa Intereuropa. Photos by Daniele Madia.

Die Coppa Intereuropa ist die wichtigste sportliche Veranstaltung für historische Fahrzeuge in Italien. 250 einstige Rennfahrzeuge – von der Nachkriegszeit bis in die 1970er Jahre gebaut – traten vergangenen Monat im Autodromo Nazionale di Monza nördlich von Mailand gegeneinander an. TZ1, TZ2, T33 “Periscopica”, 33TT3, 33TT12, Giulietta Promiscua Collie hatten dabei ein grandioses Heimspiel. Zahlreiche Automobilklubs zeigten ihre Fahrzeuge. 150 Porsche 911er feierten auf dem Rundkurs den 50. Geburtstag ihres Modells. Ein hochoktaniges italienisches und lombardisches Wochenende. Die Coppa Intereuropa gilt als das “italienische Goodwood”.

Wir haben diese wunderbaren Impressionen von Daniel Tomicic, dem Gründer der Scuderia Zagreb erhalten, welche im Rahmen der diesjährigen Coppa Intereuropa die Convention “Milano&Cars” veranstaltete. Mailänder Automobilkultur und Leidenschaft für einzigartige Fahrzeuge waren das Thema der Veranstaltung. Verschiedene Vortragsreihen fanden im röhrenden Kontext der Rennstrecke statt. Alessandro Maccolini (Alfa Romeo), Giulio Partisani (Bertone), Gioacchino Acampora (Castagna) und Marco Bonetto waren einige der Redner.

Coppa Intereuropa
Scuderia Zagreb
Daniele Madia

Photos: Copyright: Scuderia Zagreb/Daniele Madia

Arlberg Classic Car Rallye 2013

Um diese Jahreszeit ist in Lech noch nicht besonders viel los. Das durchwachsene Wetter tut ein Übriges. Nur einige Wanderer streifen durch die Wiesen, Kühe fressen das saftige Gras und, ja und jede Menge Oldtimer röhren umher. 118 Teilnehmerfahrzeuge haben sich zur Arlberg Classic Car Rally eingefunden, um 535km der schönsten alpinen Bergstraßen im Umkreis zu erfahren, Wertungsprüfungen zu absolvieren und am Abend gesellig beisammenzusitzen und von den Abenteuern des Tages zu erzählen. Das Motto: Mit Freunden durch alpine Traumkulissen!

Ich bin im Team von Mercedes-Benz Classic dabei und fahre als Copilot, Navigator, Stoppuhrenbediener und Fotograf mit Robert Wägerle in einer 230 SL Pagode von 1965. Wir haben die Langschläferstartnummer 99. Gestoppt wird ausschließlich mit mechanischen Instrumenten, was für mich ein Novum ist. Ich bin digitale Eieruhren gewöhnt, die laufen rückwärts und sind gut lesbar! Vom i-Pad mit Rallye App kann ich nur träumen…


 

1. Tag: Prolog

Der Donnerstag verläuft noch gemütlich. Anreise gegen Mittag, dann Begrüßung und Einweisung im extra für die Veranstaltung aufgebauten Glasszelt. Anschließend stellen sich die Teilnehmer zum Start auf. Rallyeleiter und Renn-Ass Armin Schwarz schickt den ersten Wagen, einen Bentley 4 1/2 Liter, um 16:30h auf die Strecke. Die aus über 170 Bewerbungen ausgewählten Fahrzeuge sind wirklich aussergewöhnlich, auch ungewöhnlich ist die große Anzahl an Vorkriegsmodellen, die auf der Strecke gehalten und über die Pässe bewegt werden wollen. Dabei sind einige Mercedes-Benz SSK, der erwähnte Bentley in verschiedenen Ausführungen, Jaguar SS100, Alvis 12/70 Speed 20, Rolls Royce Phantom, Alfa Romeo 8C Monza, 6C 1750 Zagato Spyder und 6C 2500 SS Pinin Farina, Triumpf 2000, Lagonda V12 und LG 6, Invicta 4,5 S, BMW 328 Roadster oder Maybach SW 38 Sport.

Etwas jünger dann ein VW Käfer, Jaguar XK 120 C-Type, E-Type, zwei Aston Martin DB2, Fiat Abarth 750 GT Zagato Coupe, mehrere Mercedes-Benz 300SL, Pagoden, ein 300S Cabrio, BMW 507 und 502, Facel Vega Typ FVS, Porsche 550, 356 und 911, Lancia Fulvia, Maserati 3500GT und Vignale Spyder, ein Enzmann 506 Rennspider oder einige bildschöne Ferrari: 250 SWB, 275 GTB, 250 GT/L Lusso 330 GT 2/2 oder ein 330 GTC Coupé! Mit in unserem Team die AMG „Rote Sau“, ein 300SL (W198), eine weitere Pagode (280SL), und ein 450SEL 6.9er von 1975 und der 190 SL eines Kunden.

Wir starten heute im 30 Sekundenabstand. Es regnet, ist ziemlich kalt und bin froh ein (Stoff)dach über dem Kopf zu haben. Der Prolog führt uns durch den „Lech Canyon“, ein kurvenreicher, extra gesperrter Streckenabschnitt in Richtung Warth mit tollen Aussichten. Bei den ersten Prüfungen versuchen wir, uns aufeinander einzuschießen. Robert konzentriert sich aufs Fahren, ich aufs Zählen. Klingt einfach, ist es aber nicht. Ist es die Aufregung? Sind es die Kühe, die unvermittelt die Strasse überqueren, ist es die frische Bergluft? Man weiß es nicht. Auch ist in die Fahrt eine „geheime Wertungsprüfung“ eingebaut, die nicht im Roadbook angekündigt wurde. Laut Reglement kann sie jeden Tag auftreten, ist immer 75 m lang und muss in 10 Sekunden gefahren werden. Gut, dass ich mir alles auf Post-It’s an der Handschuhfachklappe notiert habe. Spezialität der Veranstaltung und ein weiteres Novum für mich: die Flaggen WP, die OHNE Stoppuhr gefahren werden muss. Als Startsignal wird eine Flagge gesenkt, man fährt 50 Meter in einer kurz zuvor bekannt gegebenen Zeit, die ich aus dem Bauchgefühl runterzähle. Die Tagesresultate stehen am Abend zur Einsicht am Aushang bereit. Platz 44…wir sind ganz zufrieden, aber es ist noch Luft nach oben…

 

2. Tag: Lechtal bis zur Zugspitze

Um 8:00h grollen die startenden Fahrzeuge durch das noch verschlafene Lech. Wir haben noch etwas Aufschub und können in Ruhe Frühstücken. Die hohe Startnummer hat auch Positives. Um 9:34h gehen wir auf die 250km lange Strecke. Zunächst durch das Lechtal, aufs 1894m hohe Hahntennjoch, dann durchs Pitz- und Ötztal. Über den Fernpass nach Leermoos zum Mittagsstopp. Zuschauer sind nicht so viele an der Strecke, aber als gegen 12 die Schule aus ist, kommen die Kinder in Scharen. An einer Stempelkontrolle holen sie sich von allen Teams Autogramme in ihr Programmheft. Fast vergessen wir unseren Stempel in der Bordkarte. Die Wertungsprüfungen laufen nicht ganz optimal, dafür ist aber unerwartet schönes Wetter unser Begleiter geworden. Am Nachmittag wagen wir sogar, das Dach zu öffnen und lernen unsere Pagode jetzt akustisch noch mehr zu schätzen. Sie kann flott bewegt werden, den Porsche 356 C Carrera 2 können wir aber nicht abschütteln. Am Nachmittag fahren wir durch das Bergwangertal und das entlegene Hinterhornbach zurück nach Lech. Tagesplatzierung 55. Hmmm…es war auch Luft nach unten.

 

3. Tag:  durch den Bregenzerwald auf den Arlberg

Es regnet und es ist ziemlich ungemütlich. Einige Teams kapitulieren wohl oder sind ausgefallen, denn unsere geplante Startzeit verschiebt sich um 20 Minuten nach vorne. Die Strecke geht zunächst Richtung Zürs, über den Flexenpass und die bereits 1897 spektakulär aus dem Fels gehauene Flexengalerie nach Stuben-Langen. Hier fand 1927 das erste Arlbergrennen statt, welches Hans Stuck auf Austro Daimler gewann. Am Abschlussabend wurden lustige Originalfilme gezeigt, die die Fahrer bei ihrer halsbrecherischen Fahrt über die damals noch ungeteerte Strasse zeigten. Nicht selten kam es zu spektakulären Abflügen und Überschlägen.

Am Abend hatte ich noch die letzten Änderungen ins Roadbook eingetragen und die Durchschnittsgeschwindigkeiten der Wertungsprüfungen ausgerechnet und notiert. Wir waren also gut gerüstet. Beim Test der Stoppuhren kam dann jedoch ein mittelgroßer Schreck: Kaputt! Zeiger klemmt? Kann doch  gar nicht sein! Ahhh. Als wir anhalten, gibt uns ein hilfsbereiter Kollege den Rat, sie mal aufzuziehen. Äehhh…, genau! Die haben ja keine Batterie (wie meine Eieruhren). Dann der zweite Schock: Tank leer! Gerade schaffen wir es noch rechtzeitig Oktansaft für den Tag zu fassen. Das geht ja gut los!

Die erste Prüfung ist gleich eine Doppelte. Zwei Start- und zwei Zielpunkte. Die Geschwindigkeitsschnitte ändern sich von langsam auf schnell. Wir kommen gut durch die erste Lichtschranke, aber zur zweiten schaffen wir es nicht in der vorgegebenen Zeit. Bei weitem nicht, obwohl wir alles rausholen. Die Strasse ist nass, die Kurven eng und uneinsehbar. Wegen der Witterung wird die Prüfung später annulliert werden. Glück gehabt! Die anderen WPs laufen gefühlt gut. Interessant war die „Rollprüfung“. Mit abgeschaltetem Motor (oder im Leerlauf) musste man eine steile Strasse runter rollen und die Doppelprüfung fahren. In BBBB müssen wir ein Paar Kühe auf der Bundesstrasse überholen, die auf eine andere Weide wollen. Die Route geht über Bludenz nach Dornbirn, wo uns die Mohrenbrauerei zum Mittagstisch empfängt. Die Bierfässer und Flaschenkisten im Lager und auf dem Hof bilden eine tolle Kulisse für unsere Oldtimer. Gut gestärkt mit Weißwurst, Gemüsestrudel und Schinkenspeck geht es in den Bregenzerwald, dann über Hitisau, Reutte, Egg, Au über den Hochtannbergpass zurück. Der Scheibenwischer läuft den ganzen Tag und im Ziel angekommen ist das Sonnenlandverdeck komplett durchweicht und auch im Fußraum wird es langsam feucht. Wir sind erschöpft aber glücklich, der Sekt im Ziel schmeckt!

Am Abend hängen die Ergebnisse aus und wir können es kaum fassen. Heute ein 6. Platz! Bei zwei Wertungsprüfungen nur ganz knapp den Sieg verpasst. Es ist alles rund gelaufen. Am Ende stehen wir auf Position 31 im Gesamtklassement. Das geht in Ordnung…

Die Veranstaltung klingt bei der Siegerehrung im Glaszelt des Hotel Arlberg aus und an der Bar wird noch lange weitergefeiert. Es war trotz des mäßigen Wetters eine fantastische Rallye, die sehr viel Spaß gemacht hat. Ich habe die Höhen und Tiefen des Oldtimerrallyefahrens hautnah in einem tollen Wagen miterleben dürfen und einiges gelernt. Mit Freunden durch alpine Bergkulisse eben…

 

Arlberg Classic Car Rally
Mercedes-Benz Classic

StarMaxx 2013

Die Rallye für Youngtimer und Klassiker der Zukunft.

Die StarMaxx-Rallye gilt längst als fester Bestandteil der Youngtimer-Szene. Die Devise lautet: viel Fahren und dabei jede Menge Spaß haben. Vergangenes Wochenende war es wieder soweit.

Auf dem Programm standen rund 500 Kilometer durch Donautal, Oberschwaben und Schwarzwald. Gestartet wurde in Tuttlingen. Jede Menge reinen Fahrvergnügens auf abgelegensten Strecken. Zwischendurch gab es zahlreiche, bisweilen sehr unterhaltsame Sonderprüfungen, die mal alles und mal nichts mit dem Auto zu tun hatten: vom Beschleunigungsrennen zum Reifenstapeln, vom Kartfahren zum Baumstammweitwurf…

Teilnehmen kann jeder Youngtimer oder ein “anerkannter” Klassiker der Zukunft. Mit dem Nissan 350 Z passten wir somit bestens in Feld. Der tummelte sich dort unter anderem mit R129, R230, 996, Crossfire, Ferrari F430 Spider, Suzuki Cappuccino, MX5, Clio V6 und weiteren interessanten Schätzen. Nissan 300 ZX, Audi 80, B1-Passat Variant, Santana, Polo G40, W201, 924, 928, 911 und der M3 E30 waren tolle Vertreter im Youngtimerfeld. Top-Navigation von Copilot Jan. Dankeschön!!

Ziel war das Boxenstop-Museum in Tübingen. Ein besonderes Highlight am Abend war die Begegnung mit Horst Clauss und seinem berühmten Katmandu-Bulli.

Vroooooooommmm…..!!

Boxenstop

Klassikwelt Bodensee

Das Messegelände in Friedrichshafen war drei Tage lang wieder das Mekka der Oldtimerszene, insgesamt 37 300 Besucher wurden gezählt. Die sechste Verkaufs- und Eventmesse für Klassiker zu Lande, zu Wasser und in der Luft bot alles, was historisch wertvoll ist, fliegt, fährt oder schwimmt: Klassische Autos, Motorräder, Traktoren, Flugzeuge und Boote. Altblech mit Patina oder Perfekterhaltenes oder Perfektrestauriertes. Viele Markenclubs präsentierten wieder ihre Schätzchen, darunter auch der DKW-Stammtisch Solitude mit seinen zweitaktenden Schätzchen. Besucher im Oldie hatten auf dem Innenhof einen ganz besonderen Parkplatz – gänzlich zur Freude der Messebesucher. Vroooooom……..

Klassikwelt Bodensee