Automuseum Wanner: Oldtimertreffen

Jubiläum in Weil im Schönbuch. Herbstlichst!

Das Kraftfahrzeugmuseum von Robert Wanner in Weil im Schönbuch ist eine beeindruckende liebevoll zusammengestellte Sammlung aus 50 Oldtimerautomobilen und 70 historischen Motorrädern. Am vergangenen Sonntag feierte Familie Wanner das 50jährige Jubiläum des zugehörigen Stuckateurbetriebs mit großem Fest und Oldtimertreffen. Ein schönes Autopotpourri von Goggo und Trabbi bis zum Mercedes-Benz 600.

Bilder vom Museumsbesuch findet ihr in der Fotostrecke zur DKW Frühjahrsausfahrt.

5. Schloss Bensberg Classics__Rallye Historique

Wenn einer eine Reise tut…

Letzten Samstag waren wir mit einem VW Bus auf der Rallye Historique unterwegs, die im Rahmen der  5. Schloss Bensberg Classics veranstaltet wurde. Als Fahrer wurde mir Ralf Becker von den Chromjuwelen zugeteilt, was ziemlich Klasse war, da wir uns zwar virtuell kannten, aber bisher nie richtig kennenlernen konnten. Nun hatten wir mal ausgiebig Zeit zum Plaudern…

Am vorabendlichen Beifahrerlehrgang spitzten wir die Ohren, um nicht völlig planlos unterwegs zu sein und uns zu blamieren. Für Ralf war das alles etwas wie für Frau Merkel das Internet: Neuland! Aber gemeinsam hatten wir dann den Durchblick, präparierten das Roadbook entsprechend und waren guter Dinge für den kommenden Tag.

Am Samstag um 11h sollte es für uns losgehen, der in schickem Lufthansa-Blau-und-Gelb lackierte Bus des Team Volkswagen Classic aus dem Jahr 1965 stand zum Einsteigen bereit. Man sitzt gaaaanz weit vorne auf der Achse, was zum Abschätzen der Wagenlänge beim Durchfahren der Lichtschranken der Wertungsprüfungen sehr praktisch ist. Auch der Druckschlauch liegt beim Überfahren direkt unter dem Hintern, das präzise Auslösen der Stoppuhren sollte also (theoretisch) kein Problem sein. Ansonsten gibt es keine Rätsel. Die Rundumsicht ist gut, der Tacho geht bis 120 und ein Radio gibt es nicht. Weil die Batterie streikt, wurden wir angeschoben, das geht ja gut los! Aber ein alter Bus ist ja kein Neuwagen und wir hatten es ja nicht eilig. Ach doch! Wir mussten ja die Zeitkontrollen pünktlich anfahren, sonst gäbs Stafpunkte.  Also, auf die Startrampe, winken und los!

Die Strecke war hübsch und hügelig, führte vorbei an Kühen, Pferden, fotografierenden Zuschauern oder einem Teilnehmerteam, mit ohne Hinterrad. Bergab legten wir einen flüssigen Fahrstil auf den Asphalt und ließen uns vom vorausfahrenden T1 Pritschenwagen nicht abschütteln, bergauf nutzten wir den Schwung und übten uns dann in Geduld. 42 PS (oder waren es 44?) müssen 1140 kg Leegewicht schieben. Wenn man bedenkt, dass man noch 930 kg Nutzlast draufpacken könnte, wird einem klar, warum in den 60ern die Uhren noch langsamer gingen und Stress ein Fremdwort war. Überhaupt ist so eine Fahrt bestens zur Entschleunigung geeignet, Reisen statt Rasen! Dass der verbaute Tripmaster nur Deko war, merkten wir erst als wir ihn zur Kontrolle der gefahrenen Strecke gebraucht hätten. Beide Zählwerke liefen, jedoch mit riesiger Abweichung. Welcher geht richtig? Keiner, wie sich herausstellte. Die Wertungsprüfungen klappten bei uns erstaunlich glatt. Nur ein dicker Patzer, als wir irgendwie die Lange der Strecke falsch einschätzen und viel zu spät die Lichtschranke durchfahren. Wir waren in der Sanduhrklasse gemeldet, fuhren, also mit mechanischen Stoppuhren. (Ein Teilnehmer dachte beim Lehrgang wirklich, dass man in dieser Klasse mit Sanduhren fährt.) Mal waren 80 Meter in 15 Sekunden zurückzulegen, mal eine Lang-Wertungsprüfung und Kurz-WP hintereinender, mal parallel, mal hatte sich der Fahrtleiter Kniffeliges ausgedacht und ließ uns auf halbe oder krumme Sekundenzahlen fahren, um die Rallye-App-Benutzer auszubimsen. Auch nicht schlecht, die Vorwärts-Rückwärts-Vorwärts-Prüfung. Dreimal 15 Meter hin und her mit drei unterschiedlichen Zeiten. Um den Teilnehmern, die es nicht so mit dem Stoppuhren haben auch eine Chance zu geben, wurden zwei Gymkhana eingebaut. Da ging es dann eher um Geschicklichkeit mit dem Golfschläger beim Putten oder mit dem Fahrzeug: der Fahrer sollte mit dem rechten Hinterrad auf einer kleinen Fußmatte stoppen. Ohne Hilfe des Beifahrers, mit verhülltem Seitenspiegel und das alles vor dem Publikum auf dem Hückeswagener Marktplatz! Da war Stimmung in der Bude. Als Belohnung für die bestandene Aufgabe schenkte man uns eine Wundertüte mit einem lecker süßen Auto-Gebäck. Gegen Abend näherten wir uns nach 176 Kilometern und neun bestandenen Zeitprüfungen leicht erschöpft dem Ziel im Schloss Bensberg und eine aufregende und unterhaltsame Fahrt ging zu Ende. Noch einen erfrischenden Schluck Schampus, einige letzte Fotos und dann gaben wir den Lufthansa-Bus etwas wehmütig wieder zurück in die treuen Mechanikerhände. Nur Fliegen ist schöner!

Die sonntägliche Siegerehrung am Vormittag versackte etwas im Regen. Aber wir mussten ja nicht auf die Bühne! Mit Platz 26 im Gesamtklassement und Platz 12 in der Sanduhrklasse schlugen wir uns dennoch ganz wacker und träumen jetzt schon mal von der nächsten gemeinsamen Rallye und einem Platz auf dem Podium in Bensberg. Wir haben ja jetzt ein Jahr Zeit zum Üben…

Schloss Bensberg Classics

Schloss Bensberg Classics Concour d’Elegance 2013

5. Schloss Bensberg Classics__Concours d’Élégance

Schick und schön, mit Power und Grandezza

Einen Schirm sollte man schon im Gepäck gehabt haben, wenn man die diesjährigen und nunmehr 5. Schloss Bensberg Classics besucht hat. Zeigte sich das Wetter im Bergischen Land am Freitag noch hochsommerlich und auch bei der Rallye Historique am Samstag noch verträglich, waren bis Sonntag doch einige Grade abhanden und lästiger Sprühregen dazugekommen und die Besucher konnten sich neben dem Benzingeruch auch die Vorboten des Herbstes um die Nase wehen lassen. Das jedoch schmälerte in keinster Weise die Qualität der in acht Wertungskategorien eingeteilten Wettbewerbsteilnehmer. Die 40 Wagen waren in Klassen mit so klangvollen Namen wie „Driven by Excellence“, „Elegance on Wheels“ oder „The Beauty of Power“ eingeteilt und rangen um die 16 Preise. Sportwagenfans kamen dieses Jahr besonders auf ihre Kosten, denn zusätzlich zu den beiden weiteren Wertungsklassen zum Thema Porsche 911 und 50 Jahre Lamborghini wurden im Schlosshof  und dem angrenzenden Park weitere Highlights in einer Sonderausstellungen gezeigt. Porsche hat sein Museums nach „Rallye-Helden“ durchforstet und einiges mitgebracht: 911 SC 3.0 Safari, SC San Remo oder die Rallye Paris-Dakar Siegerwagen Carrera 3.2 4×4 und 959. Als Concorso Teilnehmer traten ein 901 (Nr. 27) von Alois Ruf, ein 911 S Targa von 1967, Steve McQueens 911 S 2.2 von 1970, der als Filmwagen im Klassiker “Le Mans“ weltbekannt wurde, ein 911 S 2.5 und der allererste 911 Turbo (außer Wertung), der noch eine schmale Karosserie hatte und Louise Piech zum 70. Geburtstag geschenkt wurde. Um den runden Geburtstag der Marke mit dem Stier gebührend zu feiern, öffnete der Schweizer Albert Spiess seinen Schatzkammer und zeigte uns faszinierende Einzelstücke und Prototypen. Den Bravo von 1974 und den futuristischen Marzal von 1967, die er beide auf der Auktion 2011 anlässlich des Concorso d’ Eleganza Villa d’Este ersteigerte. Der Marzal wird derzeit einer vollständigen Restaurierung unterzogen und wurde deshalb unlackiert und nur mit halbfertigem Interior gezeigt. Daneben der allererste Lamborghini, der bildschöne 350 GTV von 1963 und der einzige Miura Roadster von 1968. Dazu gesellte sich, etwas unter einem Baum versteckt, der von Touring entworfene 4000GT Flying Star II des Franzosen Jean-Claude Paturau und das erst kürzlich vorgestellte einsitzige Konzept Egoista. Leider waren die Exponate aufgrund der Witterung zeitweise eingepackt und erinnerten an die Installationen des Verhüllungs-Künstlers Christo, was jedoch auch seinen Charme hatte, zeichneten sich doch die radikalen Formen unter den Tüchern oder Folien ab. Im Eleganz-Wettbewerb standen ein 350 GTS, ein Islero GTS, ein Silhouette von 1978 und ein Miura SV teil. Das Highlight, der allererste Countach LP400, der heute wie damals einige Besucher wegen seiner extremen Form schockiert, gehört Lamborghini selbst und nahm nicht an der Wertung der Jury teil.

Ebenfalls Sportliches und zum runden Geburtstag von Aston Martin konnte man in der Klasse „The David Brown Years“ sehen: DB 2/4 Cabriolet oder Saloon, DB4 Zagato ein DB5 Coupe und einer von 12 gebauten DB5 Shooting Breaks von 1965. Die teilweisen skurrilen Entwürfe des Italieners Pietro Frua wurden ebenfalls in einer Sonderklasse gefeiert. Dort standen ein DB Frua Coach, Maserati 5000 GT Frua, ein Glas 1700 GT oder einer von zwei gebauten und mir völlig unbekannten Opel Kadett A Italsuisse Spider, den der Designer 1964 als Opel Equivalent zum erfolgreichen Karmann Ghia entwarf. Man konnte eine Runde nach der anderen über den Rasen des Grandhotels drehen und immer wieder neue Fahrzeuge entdecken oder in die Geschichten derselben oder ihrer Besitzer eintauchen.

Den Best Of Show Pokal gewann ein Talbot Lago T120 Cabriolet, den Preis durch Publikumsabstimmung der Horch 930 V Roadster. Glückwunsch an die Gewinner!

Schloss Bensberg Classics

Mehr Schloss Bensberg bei formfreude: 2010, 2009

#sbc

Buchstabenmuseum Berlin

Buchstaben in allen Farben, Größen und Materialien gibt es im Buchstabenmuseum. Jedes Exponat hat seine ganz eigene Geschichte. Das Museum eröffnet nun sein neues Zuhause in der Holzmarktstraße in Berlin-Friedrichshain.

Wer A sagt muß auch B sagen. Explodierte Buchstaben, Haus- und Geschäftskennzeichnungen, leuchtende Fische – im 2005 gegründeten Buchstabenmuseum hat man sich ganz dem ABC verschrieben. Dort werden erhaltenswerte Buchstaben und Schriftzüge aus dem öffentlichen Raum gesammelt und bewahrt. Durch das systematische Dokumentieren historischer Zeichen wird das Buchstabenmuseum gleichermaßen zum Sehnsuchtsort vergangener Epochen und zum Labor für aktuelle Diskussionen, z. B. zu den Themen Sprache, Typografie, Reklame und Stadtgeschichte. Ziel ist es, das Bewusstsein für Schrift und Gestaltung zu wecken.*

Bis Ende des Jahres wird eine neue Ausstellung eingerichtet, bis dahin ist ein Besuch der “Buchstabenmuseumsbaustelle” möglich. Gruppenführungen gibt es nach Anmeldung unter visit@buchstabenmuseum.de

Buchstabenmuseum

Unsere Fotostrecke zu den Zierfischen findet ihr hier. Unsere Zierfisch-Bilder sind übrigens als Postkarten erhältlich – natürlich im Buchstabenmuseum… Noch mehr alte Buchstaben bei formfreu.de gibt es hier.

* Text: Buchstabenmuseum

Ferrari Racing Days __Hockenheim

Hockenheim sieht rot!

Die Ferrari Racing Days waren zu Gast in Hockenheim und boten Teilnehmern und Zuschauern gleichermassen eine grandiose Show. Gegen Mittag war der Parkplatz im Fahrerlager voll, und es reihten sich ca 500 Ferrari hübsch entlang der zuvor gezogenen Kreidelinien auf. Hauptsächlich aktuellere Modelle, aber auch ein paar ältere Exemplare: Testarossa, 512, Mondial, 308er, Dino 246, ein 412, und sogar ein F40. Im Mittelpunkt standen die Rennen der Ferrari Challenge Trofeo Pirelli Europa, die ihren fünften Lauf austrugen, und die megaseltenen 599XX und FXX fuhren einige Test Sessions. In den Boxen wurden dazu die Motoren von Technikern für die gut betuchten Kunden/Fahrer vorher aufgewärmt, über eine halbe Stunde wummerten die zehn 599XX und die drei FXX im Leerlauf, welch eine Kulisse! Richtig laut wurde es dann bei den Formel-1-Fahrzeugen aus den Jahren 1998 bis 2008, die das Material nicht geschont haben. Sehr zur Freude der Zuschauer, die überall nah am Geschehen sein durften…

Ferrari Racing Days
Garage GT4

Leipzig Stroll: Alte Messe

Visual Rhythm @ Alte Messe Leipzig.

Riesige Metall-Grafiken in einst poppig gelb-orangener Farbgebung warten vor der Halle 12, dem ehemaligen Sowjetischen Pavillon. Wer kennt deren ursprünglichen Einsatzort?

Und wir haben auch schon Antwort bekommen von Nico Alexander Schminke: Die hingen über dem Haupteingang des Pavillon und bildeten den Schriftzug “UdSSR”. Top! Vielen Dank!!

Porschegeschwister__Wiedersehen nach 45 Jahren

Von Stirling Moss am Steuer, Bierkiste statt Fahrersitz und der “Final Edition” des Urelfers…

Eines schönen Tages im März 1968 rollten zwei sandbeige 911er mit aufeinanderfolgenden Seriennummern (11835211 und 11835212) aus der Fabrikhalle von Karmann in Osnabrück und wurden in die USA ausgeliefert. Danach trennten sich ihre Wege. Nun, 45 Jahre später, trafen die beiden Sportwagen mit ihren heutigen Besitzern am Rande eines Porschetreffens in Nürnberg zum ersten Mal wieder aufeinander.

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Und das kam so: als ich meinen Porsche vor zwei Jahren von Richard aus England kaufte, gab er mir, neben einem dicken Dokumentenordner mit der Historie des Autos, auch den Kontakt zu einem Deutschen, welcher das Fahrzeug mit der darauf folgenden Seriennummer besitzt. Er hatte den Namen von einem der Vorbesitzer und „Early 911 Registry“ Mitglied mit denen er in Kontakt stand, um Details zur Geschichte zum Fahrzeug zu bekommen. Der Deutsche sei Philipp aus Regensburg und Richard hat sich 2008 auch schon mal kurz mit ihm in Stuttgart getroffen, jedoch nicht die beiden 911. Ich nahm Kontakt zu ihm auf und wir vereinbarten ein Treffen. Bis dahin sollte jedoch noch über ein Jahr vergehen. Im Juli war es endlich soweit. Ich lernte Philipp kennen und wir konnten die Autos nebeneinander stellen und ein paar schicke Fotos machen. Ein wundervoller Tag!

Wie bei Geschwistern, die getrennt wurden, haben auch unsere Fotomodelle sehr unterschiedlich entwickelt, dennoch gibt es Gemeinsamkeiten: ursprünglich waren beide sandbeige mit 2,0l  Maschinen, Philipps Modell wurde jedoch schon früh in silber umlackiert und zum 2,2S umgebaut. Beide wurden in den Westen der USA ausgeliefert, wo sie auch die meiste Zeit ihres Lebens verbrachten. Auch haben die zwei Autos eine schwere Naturkatastrophe überlebt. Der 5212er blieb wie durch ein Wunder unversehrt, als 1989 sein damaliger Besitzer in den Flitterwochen mit ihm in einen Waldbrand geriet und ihn in einem Tal zurücklassen musste. Mein 5211er erfuhr ein heftiges Erdbeben 1994 in San Francisco, bei welchem Gartenstühle, die in der Garage lagerten auf ihn fielen und ihm die Front ziemlich zerdellt haben. Ein späterer Besitzer ließ alle Beulen beseitigen, nur eine auf dem vorderen Kotflügel sollte als Narbe das Unglück bezeugen. Sie ist heute noch gut zusehen.

Dank Richards peniblen Recherchen und der sorgfältigen Buchhaltung der Vorbesitzer, lassen sich die meisten Puzzlestücke der Geschichte von xxx35211 zusammensetzen. John Samson, ein Raumfahrtingenieur bei Howard Hughes Aviation aus Culver City/Kalifornien war der stolze Erstbesitzer. Als Extras orderte er Colorverglasung und mit Gummi bezogene Export Stossfänger. Das war damals modern und praktisch noch dazu. Außerdem ließ er sich vor der Auslieferung vom Importeur noch eine Klimaanlage einbauen, die damals einfach unter dem Armaturenbrett angeschraubt wurde. John war Mitglied in einem Carpool-Club (Carsharing war in Kalifornien schon damals aktuell..), weshalb er den Wagen wenig fuhr. Er litt auch an einem Herzproblem und seine Frau mahnte ihn, er solle doch nicht zu oft den Porsche zu nehmen, das sei sonst zu aufregend für ihn! So hat man den Wagen in seinen ersten Lebensjahren sehr geschont. 1988 wurde er an das Porsche 356 Registry-Club Mitglied Olaf Shipstead in Santa Monica verkauft, der ihn 13 Jahre lang besaß, ihm endlich mal ein paar mehr Meilen auf den Tacho spulte und eine Menge Dollar in den 911 investierte. 1994 gewann er sogar mit seinem 911 den Klassensieg beim Porsche Club of America Concours d’Elegance. Schliesslich verkaufte er den Elfer an einen Clubfreund, der ihn nach drei Jahren für 11000 Dollar an einen weiteres Porsche-Clubmitglied weitergab. Dieser versteigerte ihn im selben Jahr bei Ebay, wo ihn Galen Buisson aus Texas kaufte. Der hatte vorher schon eine Menge 911er, war aber in den letzen Jahren eher den 356ern zugetan. Eines Abends sah er den Film „Spygames“ mit Robert Redford, der darin ein 69er Modell fuhr (912) und war wieder infiziert. Also machte er sich auf die Suche nach einem hübsch patinierten Exemplar und wurde im Onlineauktionshaus fündig! 3.. 2.. 1..meins! Nicht ohne sich vorher eine Einschätzung beim kürzlich verstorbenen Porsche Experten Bruce Andersen zu holen, der den Wagen für gut befand. Galen nahm ihn persönlich in San Jose in Empfang, um nach Los Angeles zu fahren. In einem  Artikel „ From Ebay to LA“ für das PorscheNaut-Magazine schildert er das Abenteuer des Kaufs und den anschließenden Roadtrip über den Highway Nr 1. Als er einen Stopp in Ventura auf dem German AutoFest machte, welches sich zu einer der größten Porsche Veranstaltungen an der Westküste entwickelt hatte, gewann er völlig unerwartet den ersten Platz in der ’65-68er Klasse. Sogar Bruce Anderson schaute vorbei, um den Wagen live zu sehen. Galen schrieb: “Compared to the spotless, colorfully painted and restored cars, my Sand Beige car seemed just a bit plain and ordinary. (..), when I heard my name was announced on the loudspeaker, (…) I thought I was being punished.”. Am Ende seiner Fahrt gab der Texaner den Wagen in Long Beach beim Spezialisten John Willhoit ab, um einiges wieder in Schuss bringen zu lassen. 11455 Dollar wanderten so in den Wagen. 2006 verkaufte Willhoit Restauration das Auto in Galens Namen an eine befreundete Porsche Werkstatt in England, wo es Richard Sellers schließlich 2007 erwarb und sich rührend um den 911 kümmert. Zum 40. Geburtstag des Fahrzeugs reiste er mit seiner Frau von England nach Zuffenhausen, wo ihn Porsche empfing. Auch schaffte er es, mit Stirling Moss am Steuer seines Wagens auf dem  Goodwood Circuit ein paar Runden zu drehen oder mit Richard Attwood, der 1970 mit Hans Herrmann auf Porsche 917 den Sieg in Le Mans holte, ein Fahrertraining zu absolvieren. Beide signierten im Türholm des Wagens. Ich kaufte den 911er im April 2012 und habe ihn in den folgenden Monaten mit H-Kennzeichen zugelassen und ihm wieder die schrulligen, aber originalen US-Scheinwerfer montiert, die ich inzwischen Klasse finde! Mit ihnen sieht der Wagen wieder aus wie damals bei der Auslieferung, nur hat er 175000 km mehr auf dem Tacho…

Unserem zweiten Schmuckstück, dem heute silbernen Porsche mit der Seriennummer xxx35212, spendierte der erste Besitzer ein elektrisches Schiebedach für 985 Extramark und eine elektrische Antenne, ansonsten glich er dem Schwestermodell wie ein Ei dem anderen. Philipp kaufte ihn vor vielen Jahren und beschreibt das Abenteuer:

Wie bei den meisten prägte sich mein Wunsch, einen alten Porsche besitzen bereits in meiner frühen Jugend mit 15 Jahren. So kam es, dass mein damals 24 jähriger Cousin Dino mit einem solchen Auto bei uns vorgefahren ist. Ein silberner Porsche 911 mit kurzem Radstand. Ich fand das Auto einfach wunderschön und wollte seither unbedingt so einen Wagen besitzen. Mit 26 erhielt ich dann meine ersten Gehälter und begab mich auf die Suche nach meinem Traumauto, musste jedoch bald feststellen, dass ein vernünftiger Wagen für mich viel zu teuer war. Also rief ich meinen Cousin an und bat Ihn um Rat. Er hatte den Wagen schon lange wieder verkauft und meinte, dass die frühen Elfer vor 12 Jahre nun mal viel billiger gewesen seien. Vor ein paar Tagen jedoch habe er zufällig die Telefonnummer des damaligen Käufers in den Händen gehabt. Was für ein Zufall! Über 10 Jahre später….genau zum richtigen Zeitpunkt! Ich rief die gesuchte Person an und bekam die Auskunft, dass er das Auto immer noch besäße, es aber damals leider kurz nach dem Kauf einen kapitalen Motorschaden erlitten hätte. Das Auto stünde nun seit fast 10 Jahren unberührt in einer Tiefgarage in einem Vorort von München. Er sei just im Moment dabei, das Auto zu veräußern und habe bereits einen Interessenten…..Ich kaufte das Auto noch am Telefon ungesehen für und holte es am nächsten Tag mit einer dicken Staubschicht auf einem gemieteten Hänger ab. So kam ich tatsächlich genau zu dem Auto vor dem ich als 15 Jähriger mit leuchtenden Augen stand. Den Motor bekam ich in Kisten dazu. Es war ein 2,2S mit mechanischer Einspritzanlage. Einige Teile habe ich  verkauft und andere für den neuen Motor verwendet, den ich eingebaut habe. Ein Originalmotor von 1968. Das Getriebe und das Fahrwerk wurden auch noch überholt. Ebenso bekam der Porsche ein neues Lackkleid im selben silber, wie ich Ihn gekauft hatte (Porsche Silber von 1968). Im Fahrzeugschein standen 3 Einträge: der Importeur (Norbert), mein Cousin (Dino) und der Typ, der mir den Wagen verkauft hatte. Durch Kontaktaufnahme mit Norbert erfuhr ich, dass dieser den Wagen 1994 währen seiner Flitterwochen in Los Angeles gekauft hatte und anschließend mit nach Deutschland genommen hat. Auf dieser US-Reise mit dem Porsche waren er und seine Frau in einen großen Waldbrand geraten und hatten dabei das Auto in einem Tal zurücklassen müssen, welches  dann glücklicherweise vom Brand verschont geblieben ist.  Er hatte zufällig noch die Abmeldebescheinigung aus den USA in einem Ordner (12 Jahre später!) und so konnte ich Kontakt zu einem weiteren Vorbesitzer aufnehmen. Ted, ein Polizist/Dozent der Polizei/FBI Akademie in Sana Ana und er besaß noch Fotos mit dem Auto vor seinem Haus. Er berichtete, dass er ihn 1989 von einem “Key Grip” aus Hollywood gekauft hatte. Das ist so was wie ein Regieassistent beim Film. Leider kann sich Ted nicht an den Namen erinnern, so endet meine Car History 1989. Mein Wagen war also tatsächlich im Filmgeschäft angemeldet. Den S-Motor und die Farbe hatte der Wagen damals übrigens schon. Die komplette Instrumentierung (von 1968!) habe ich einmal günstig bei Ebay bekommen. Die jetzt verbauten Ledersitze sind nicht original. Mein Cousin hatte das Auto damals ohne Sitze gekauft und den Wagen auf einer Bierkiste nach Hause gefahren…

Besonderheiten des Modelljahrs 1968:
Die beiden Exemplare gehören zur sogenannten A-Serie, die nach den Werksferien ’67 bis zu den Werksferien ’68 produziert wurden. Davor gab es die 0-Serie, danach die B-Serie mit Umstellung auf den langen Radstand. Die Veränderungen von der A- zur B-Serie sind jedoch derart umfassend, dass die Autos ab Modelljahr 1969 eigentlich nicht mehr zu den echten Urelfern gezählt werden können; kaum eine Baugruppe blieb unverändert. Die A-Serie hingegen kann man also als die “Final Edition” des Urelfers bezeichnen, die Veränderungen von der 0- zur A-Serie sind nur beim genauen hinsehen erkennbar, auch wenn diese zum Teil zu einer enormen Verbesserung führten. Mechanisch sind beide mehr oder weniger identisch. Das Ausmaß der Veränderungen bewegt sich im selben Rahmen wie von Modelljahr zu Modelljahr innerhalb der 0-Serie.

Die meisten Veränderungen zielten dabei auf eine Erhöhung der Fahrzeugsicherheit ab oder passten sich den US-Regularien an. So wurde eine Zweikreis-Bremsanlage und Verbundssicherheitsglas verbaut. Die Scheibenwischer mit Anschlag links wurden zur Verringerung der Blendgefahr schwarz lackiert, ebenso der Innenspiegel. Die Türen haben eine optische Auffrischung und mit neuer Türpappenverkleidung bekommen. Auch wurden die Außenspiegel (Durant)  größer und die Türgriff-Knöpfe sind durch 2 Stege versenkt, um ein Öffnen bei einem Unfall zu vermeiden. Das Armaturenbrett ist erstmals aus geschäumtem Kunststoff, selbst der Aschenbechergriff ist nun aus weichem Gummi und nicht mehr aus scharfkantigem Bakelit. Die Armaturen sind schwarz/weiß mit roten Zeigern und so besser lesbar. Felgen wurden auf auf 5,5″ verbreitert  und der 911 bekam neue Größen der Gummilager an den Hinterachsschwertern (identisch mit dem LWB). Ebenso lassen sich an den Vorderachsnarben des 68er auch breitere Felgen/Reifenkombinationen montieren. US-Export Fahrzeuge verfügen über zusätzliche Seitenreflektoren, Gummiüberzüge aller Knöpfe und Hebel sowie eine Abgas-Luftanreicherung  zur Verringerung der Emissionen. Das S-Modell konnte trotz dieser Luftanreicherungspumpe die geänderten US-Normen  nicht einhalten und war in diesem Modelljahr in den USA nicht verfügbar. Dafür wurde der 911L eingeführt und auch die Sportomatic, das halbautomatische Schaltgetriebe konnte man erstmals ordern. Ebenfalls im MJ 68 erfolgte der Wechsel vom Aluminium- auf das deutlich leichtere Magnesiummotorgehäuse. Dieses Detail wird in der Literatur kaum erwähnt, ist jedoch eine der besten Veränderungen, trägt sie  wohl mindestens genauso zur Verbesserung des Kurvenverhaltens bei bei, wie die spätere Verlängerung des Radstands. Ein schönes Detail ist auch der Montecarlo-Aufkleber auf der Heckscheibe. Nachdem es Vic Elford erstmals gelang, die schnellen Mini Cooper zu besiegen, wurden alle nach der Rallye ausgelieferten Fahrzeuge der A-Serie damit versehen (nach Februar 1968). Da danach eigentlich alle Porsche-Fahrzeuge einen Aufkleber der einzelnen Rennerfolge bekamen, ist der seltene Montecarlo Sticker als Beginn dieser Marketing-Strategie zu sehen.

Garage 911

#porschegeschichten

Text: Markus und Philipp

Lukas Morai: Zeitreise Prenzlauer Berg, 1986

Farbentsättigt. Zeitreise Berlin Prenzlauer Berg, 1986. Fotos von Lukas Morai.

Wir haben diese wunderbaren historischen Aufnahmen aus dem Ostberlin der 80er Jahre von Lukas erhalten und zeigen diese natürlich super gerne hier bei formfreu.de.
Die Fotostrecke ist eine einzigartige Zeitreise mit Momentaufnahmen des einstigen Alltags. Zerbröckelnde Fassaden. Herb und rauh. Das sind Bilder wie von einem anderen Planeten. Bekannte Straßen und Plätze unwiederbringlich weit weg. Vielen Dank, Lukas!

Auch anschauen: Buchtipp: Schöner unsere Paläste! und West-Berlin.

Fotos: Copyright: Lukas Morai

Denkendorf 2013!!

Zweitakt- und Ostfahrzeugtreffen Süddeutschland 2013

Im Zweitakt nach Denkendorf. Historisches Blech und baumwollverstärktes Phenoplast der Marken IFA, Wartburg, Trabant, Auto Union/DKW und Skoda gab es am vergangenen Samstag in der schwäbischen Gemeinde im Landkreis Esslingen zu bewundern. Über dreißig kultige Fahrzeuge kamen erstmals zum autobunten Zweitakt- und Ostfahrzeugtreffen Süddeutschland. Die restmodernen 353er und die Trabanten dominierten das Feld. Die klassischen 311/312er glänzten und funkelten mit den DKWs und dem IFA F9 chromblitzend um die Wette. Der ahorngelbe 353W war nach einem chirurgischen Benzinpumpeneingriff bei Dr. Klaus wieder fit und fröhlich mit dabei.

Ein wunderbarer Autotag mit Sommersonnenschein, azurblauen Abgasfahnen, unverkennbarem Motorengeknatter, vielen Benzingesprächen und leckerster Stärkung vom Grill. Ein Höhepunkt war die gemeinsame Ausfahrt auf die Schwäbische Alb. Einen kräftigen Dank an die Orgamann- und Orgafrauschaft und “Hopp-Hin!” bis zum nächsten Jahr!

Noch mehr Ostmobiles bei formfreu.de: Anklam, Eisenach, Finowfurt, Lonsee und Wünsdorf.

Street Parade Zürich

Die farbigste House- und Technoparade der Welt. Friedlich, bunt, tolerant, lebensfroh.

Inspiriert von einem TV-Bericht über die Berliner Love Parade machte der Zürcher Mathematikstudent Marek Krynski im Juni 1992 bei der Stadtpolizei eine Eingabe für eine «Demonstration für Liebe, Friede, Freiheit, Grosszügigkeit und Toleranz». Dann geht’s ab zum Anschauungsunterricht an die Love Parade, die Marek nicht einfach nur begeistert, sondern buchstäblich überwältigt. Zurück in Zürich erhält er ohne nennenswerte Umstände die Bewilligung für seine Demo: Der ersten Street Parade am 5. September 1992 steht nichts mehr im Wege. Ausser natürlich einem riesigen Haufen organisatorischen Krams, den auch einige Love-Mobile-Macher unterschätzen: Sieben Mobiles sind dabei. She-DJs Violas Love Mobile ist das einzige, das wirklich funktioniert… Niemand mochte recht daran glauben, dass in Zürich mitten am helllichten Tag Ravers auf den Strassen tanzen würden.* Jeden Sommer treffen sich seither sich zu elektronischen Beats bewegende Massen in den Straßen rund um das Seebecken.

Vergangenen Samstag feierten wieder 950000 Besucher bei strahlendem Sonnenschein unter dem Motto ‘Dance for Freedom’ auf der schrillsten Party der Schweiz. 27 musikbeladene Love-Mobile waren auf der 22. Street Parade unterwegs. Bob Sinclair, Alex M.O.R.P.H., Westbam und Fedde le Grand waren die großen Namen. Coolste Moves und gewagteste Outfits. Geilste Stimmung. Mittendrinbilder.

Street Parade

*Quelle: Streetparade

Restmodern: Behördenzentrum Suhl

Suhl Stroll.

Über die Stadt Suhl und über den Thüringer Wald ragt das Behördenzentrum Hölderlinstrasse in DDR-Bauweise. Bis 1989 befand sich in dem Bau die Bezirksverwaltung Suhl des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR. Die verwitterte Blechverkleidung wirkt wie beissende Zähne. Die Antennen auf dem Dach erinnern und ermahnen an die einstige Funktion.

Unbedingt anschauen: Kinosaal im ehemaligen Ministerium für Staatssicherheit. Und mehr ‘Restmoderne’ findet ihr bei uns hier und hier und hier und hier

Ferrari Markenclubtreffen__Oldtimer-Grand-Prix Nürburgring

Beim Oldtimer-Grand-Prix auf dem Nürburgring sind neben den Rennwagen immer auch die Sportwagen der Markenclubs ein Publikumsmagnet. Neben Porsche, Maserati und Alfa Romeo präsentieren auch die Mitglieder des Ferrari Club Deutschland e.V. ihre hochglanzpolierten Renner auf der Fläche der Mercedes-Arena. Wir waren mit unserem 308 GT4 dabei und parkierten mitten im Feld der meist roten Schmuckstücke.

Und hier noch ein schöner Artikel mit Fotos vom Treffen 1991!!

Ferrari Club Deutschland e.V.
AvD-Oldtimer-Grand-Prix