280 SE Berlin

Berlin Street Life: Mercedes-Benz W116. S-Klasse.

Im Tauwetter: Die chromblitzende Sonderklassenlimousine für die wirklich arrivierte Kundschaft der 1970er Jahre.

Mehr saukalte Winterhauptstadtstraßenfotos findet ihr hier und hier

#BerlinCars

Giallo Ginestra.

Remember Coupé.

Mein Coupé Fiat. Der ginstergelbe automobile Lebensabschnittbegleiter 1997-2004. Bangle-Cressoni-Basso-Piovano-Davis-…-Design mit den markanten Fontana-Kotflügel-Cuts. Ob es den Wagen heute irgendwo noch gibt?

Buchtipp: Schöner unsere Paläste!

formfreu.de-Buchtipp:

»Schöner unsere Paläste!«, so lautete eine Parole, die Witzbolde an eine der vielen verfallenden Hauswände irgendwo im alten Ostberlin gemalt hatten. Mit den Häusern zerbröckelte die ganze DDR, und ein großer Wind genügte, um sie schließlich davonzuwehen. Nahezu unbeachtet von der Öffentlichkeit hat der Berliner Fotograf Gerd Danigel eindrucksvolle Bilder vom letzten Jahrzehnt der DDR und des folgenden Umbruchs geschaffen. Auf den Straßen und Plätzen, in Kneipen und Geschäften, an Bahnhöfen und vor Fabriken beobachtete er die Menschen seiner Heimatstadt Berlin und Ostdeutschlands. Seine Bilder sind von Zartheit und tiefer Zuneigung, aber auch von viel Humor geprägt. Die erste umfangreiche Auswahl seiner Aufnahmen lädt ein, das Werk eines Fotografen zu entdecken, der den Vergleich mit namhaften Vertretern des Ostdeutschen Fotorealismus nicht zu scheuen braucht.*

Ein tolles Fotobuch mit wunderbaren historischen Aufnahmen aus dem Vorwende- und Nachwendeberlin. Gerd Danigel läßt die verschwundene Welt Ost-Berlins wieder aufleben. Menschen, Alltag, Gesichter, Straßenkreuzungen, Prenzlauer Berg, Mauer, Palast der Republik und Schaufenster. Einzigartige Momentaufnahmen. Herb, rauh, zart, authentisch.

Gerd Danigel
Schöner unsere Paläste!
Berlin-Fotografien 1978-1998

Herausgegeben von Mathias Bertram
Lehmstedt Verlag, Leipzig 2011
159 Seiten, 24,90 Euro
ISBN: 978-3942473088

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Gerd Danigel Homepage

Weitere Berlin-Buchempfehlungen findet ihr hier und hier.

*Zitat: Gerd Danigel, www.ddr-fotograf.de
Fotos: Copyright: Gerd Danigel

#Buchtipp

Fahrzeugmuseum Suhl

Die Stadt Suhl hat eine über hundertjährige Tradition im Fahrzeugbau. Auf 1100 m² Ausstellungsfläche werden im Fahrzeugmuseum Suhl ca. 220 Exponate aus allen Bereichen des Fahrzeug­baus gezeigt: Fahrräder, Mopeds, Motorräder und Automobile.

Der große Hingucker und ein ganz besonderes Glanzstück des Museums im Suhler Congress Centrum ist der legendäre Greifzu-Rennwagen. Der Suhler Rennfahrer Paul Greifzu machte sich nach dem Krieg an sein Formel 2-Projekt. Ein geretteter BMW 328 wurde nach seinen Vorstellungen zum Formel-Monoposto umgebaut. Er war sofort erfolgreich beim Sternbergrennen zwischen Zella-Mehlis und Oberhof, auf der Halle-Saale-Schleife und beim Leipziger Stadtparkrennen. “Höhepunkt war wohl der Sieg beim Internationalen Avusrennen 1951 gegen starke nationale und internationale Konkurrenz vor 300.000 Zuschauern”.* Greifzu verunglückte 1952 auf der Dessauer Autobahn-Rennstrecke tödlich.

Die Ausstellung gibt einen wunderbaren Überblick über die Automobilbautradition in Thüringen. Die herrschaftlichen Simson Supra aus Suhl sind besonders schön inszeniert. Auch die Eisenacher Dixi, BMW, EMW, IFA und Wartburg-Modelle dürfen natürlich nicht fehlen. Bekanntlich steht ja die automobile Wiege von BMW nicht in München, sondern in Thüringen. Alle BMW-Automobile wurden bis zum Ende des 2. Weltkriegs ausschließlich in Eisenach hergestellt. Besonders erwähnenswert ist der ausgestellte auf dem BMW DA2 basierende kleine rote Sportwagen mit Ihle-Aufbau. Sein markantes Erkennungszeichen ist die Frontgestaltung, später “BMW-Niere” genannt, die bei diesem Wagen erstmalig zum Einsatz kam.

Besonders umfangreich ist natürlich der Zweiradbereich im Museum. Die Dampfhammer AWO 425/Simson 425 und alle Simson Mopeds der Vogelserie – Schwalbe, Spatz, Star, Sperber und Habicht – gibt es neben den Modellen von MZ, BMW/EMW und einer Vielzahl weiterer zweirädriger Kostbarkeiten zu bestaunen.

Die formfreu.de-Empfehlung: Das Fahrzeugmuseum Suhl ist ein besonders schöner Grund für eine Reise in den schönen Thüringer Wald!

Noch mehr Thüringer Automobilbautradition findet ihr bei uns hier und hier und hier

Fahrzeugmuseum Suhl

* Zitat: traumautoarchiv.de

#Wartburg

Ponton Berlin

Streetlife Berlin: Mercedes-Benz 180 Ponton, Baureihe W 120.

Stolz am Straßenrand. Der Chrom hat Pickel, der Lack ist matt, das Faltdach zerschlissen, und das Bakelit-Lenkrad trägt die Kampfspuren Hunderttausender von Kilometern.

#BerlinCars

M 25 Berlin

Streetlife Berlin: M 25

Aus der LPG Aktivist Dixförda entführt: VEB Fahrzeugwerk Waltershausen Multicar M 25. Vorwendemodell. Multicar ist die einzige Fahrzeugmarke, die vom Industrieverband Fahrzeugbau der DDR (IFA) übriggeblieben ist.

#BerlinCars

SM Berlin

Streetlife Berlin: SM.

Raketenähnlich-bizarr. Mystisch. Die Concorde und der Citroën SM wurden in den 1970er Jahren in Frankreich in einem Atemzug genannt.

Mehr klassische Citroën gibt’s hier und hier.

#BerlinCars

Oldtema Erfurt 2013

‘In der Kälte wird dem Oldtimer-Fan warm ums Herz!’

Die Oldtimersaison steht irgendwie schon vor der Türe. Die Oldtema in Erfurt ist der große Wintertermin für den Altautofan. In zwei Hallen und dem schneeweißen Freigelände drehte sich am vergangenen Wochenende wieder alles um die Old- und Youngtimer. Schwerpunkt waren natürlich die knatternden Ostmobile – Wartburg, Trabant, Barkas & Co. Vom privaten Oldtimerfreund, der seine Garage aufgeräumt hatte, bis hin zu Firmen, die auf diese Weise ihren Kunden näher kommen möchten, wurden gebrauchte und neue Teile sowie Leistungen rund um die zwei- und vierrädrigen Schätzchen angeboten. Ein frohes Teilejagen und ein spannendes Stöbern in altem Zeug. Jede Menge – ölhaltige!! – Benzingespräche und Thüringer Rostbratwurst gehörten dazu. Natürlich gab es auch Komplettfahrzeuge zu kaufen und zu besichtigen.

Zahlreiche Clubs hatten ausgestellt und wiesen auf ihre Veranstaltungen für 2013 hin. Der Stand des Allgemeinen Wartburgfahrerclubs Eisenach war wieder im Eingangsbereich und verbreitete schon jetzt große Vorfreude auf das kommende Heimwehtreffen im August. Noch 187 Tage! Jetzt zu haben: die DVD “Heimweh 2012″!

Die Oldtema gibt es außerdem im Mai in Leipzig und im Oktober in Halle.

Oldtema

Noch mehr Ostfahrzeuge findet ihr bei formfreu.de übrigens hier und hier und hier und hier und hier und hier

#Wartburg

Altautotreff @ Solitude 2013.01

Saukalt. Schneeweiß. Und sehr streusalzig. Im Januar geht es nun mal winterlich zu, und der Altautotreff findet bei jedem Wetter – jeweils am dritten Sonntag im Monat – statt. Also zwei Paar Socken übergestülpt und zum Parkplatz gecruised. Auch wenn so manch hochglanzpoliertes Schätzchen im Winterschlaf ruht, so machten sich am Sonntag doch einige automobile Winterhelden auf den Weg zum Start- und Zielturm der historischen Solitude-Rennstrecke bei Leonberg. Zur Belohnung gab es spannende Benzingespräche, heiße Würstchen sowie Kaffee und Kuchen. Der grüne 2er Golf mit den Türverkleidungen im schicken Kaffeerupfensackdesign ist übrigens der Horscht Pfui. Horscht ist im Jahre 1990 als Mainstreamerscheinung in Wolfsburg vom Band gefallen und auch schon dreimal vor dem Schrott gerettet worden… Horscht hat sogar seine eigene Facebook-Seite.

Jeden dritten Sonntag im Monat gibt es den Altautotreff auf Parkplätzen in verschiedenen Städten der Republik. “Die Idee ist, ein zwangloses Treffen zu organisieren, wo sich Schrauber und Schraubenlasser unabhängig von Marke und Zustand ihres Old- und Youngtimers austauschen können. Ohne Programm, ohne Einlaßkontrolle, ohne Pokale, ohne Eintritt. Jeder kommt und zeigt, was er hat ohne Klassenunterschiede zwischen rostigem Käfer und Ferrari im restauriertem Q-Tipps Zustand.”

Alle Fotostrecken zum Altautotreff findet ihr bei formfreu.de hier.

Altautotreff

#Altautotreff

KreuzBube – the Story of KingKerosin

S-Klasse. By René Rollin.

2005 kam dieser 500 SEL der Baureihe W126 auf den Hof und in den vorläufigen Fuhrpark von meinem Cousin. Geboren 1989 mit standesgemäßer Vorgeschichte kam er erstmal in den Schober, für fünf Jahre! Er hatte dabei schon die FlipFlop-Lackierung, die Beule im linken Flügel, war vier cm sportlicher und stand auf Borbet A-Design 225/275 in 17‘ … eine gewisse Ludengeschichte war also schon immer gegeben, bei den bekannten Vorbesitzern sowieso!

Nach fünf Jahren BMW 525td (e34) musste was Neues für den Alltag her – das merkte auch mein Cousin. Geboren wurde die Idee den 500er im Sommer zu fahren und den BMW im Winter. Mittlerweile ist der BMW in gute Hände gekommen und der SEL seit gut zwei Jahren mein dekadenter Alltagskarren! Im Januar 2011 kam der Bock aus dem Schober, ein gewisser Wartungsstau wurde aufgehoben, eine Autogasanlage wurde verbaut, mit 100l-Gasbombe im Kofferraum, die Tierferlegung wurde durch das Mehrgewicht entschärft und 15‘-Stahlfelgen kamen drauf. Optisch wurde erstmal nix gemacht … warum auch, denn bekanntlicher Weise entstellt ein zeitlos/elegant schönes Auto nichts, aber auch gar nix! Im März des Jahres wurde der Wagen dann abgeholt und es ging direkt von da aus nach Weißrussland für 14 Tage, wobei die weiteste Entfernung Minsk gewesen ist. 6000 km kamen in den 14 Tagen auf teilweise brutalen Strassen auf die Uhr, alles ohne Probleme … obgleich der Bock ja fünf Jahre gestanden war und mit damals 285000 km schon etwas gemacht hatte. Ich war in jedem Fall beruhigt, denn mein Mechaniker war ja stets mit dabei auf der Tour!

Mittlerweile steht die Uhr kurz vor 350.000 km, und in einem Monat gibt es neuen TÜV und die Bilanz der Mängel in den zwei Jahren beschränkt sich auf zwei undichte Benzinpumpen und ein „Backfire“ ohne Folgen … war mehr eine Filtergeschichte! Dass der nun mittlerweile zweite Winter natürlich am Blechle nagt ist klar, stört mich aber nicht wirklich, wer meinen BMW kennt und die Neigung zur individuellen Szene, selbstredend! Die eigentlich tödlichen Problemstellen am W126 sind bei meinem top, und damit meine ich ausdrücklich den Heckscheibenrahmen, alles andere ist „pillepalle“ und ja, immer machbar! Der ja schon immer verletzte Kotflügel ist ein Testobjekt in Oberflächenbehandlung von meinem Cousin und mir. Gewisse Schleifverfahren in Verbindung mit brutalster Chemie geben dem Objekt eigentlich halbjährlich je nach Witterung einen neuen „Glanz“!

Im Herbst diesen Jahres kam dann noch die Eigenbaukonstruktion eines Auspuffklappensystems mit Fernbedienung zu meiner ganz besonderen Freude hinzu. Klar, bereinigt auf Zylinderwinkel/Zündfolge und Vergasertechnik, fehlt ihm das Letzte richtig rotzige im Vergleich zum klassischen Ami-V8 Sound … aber für einen europäischen V8, halleluja … schön tief von unten bollernd, drehmomentfordernd und in der Frühzündung befindlich ein echter „Heartbreaker“!

Ich darf sagen, dass ich mittlerweile durchaus bekannt bin in gewissen Szenen, dazu gehören immer klassische Termine/Treffen … aber auch immer mehr individuelle Treffen/Termine, was auch viel mit meinem neuen Hobby Fotografie kombiniert werden darf! Beim W123-Jahrestreffen in Nürnberg gab ein nicht unbekannter in der Szene KingKerosin den passenden Namen „Aschenputtel“! Gewisse Termine/Treffen für 2013 sind jetzt schon fix und da freue ich mich auch besonders drauf … und wie schrieb doch schon so passend der Herr Grabowski – „Es kommt nicht immer darauf an was man fährt, sondern wie man es fährt“…

Ja, wie fährt sich nun eigentlich so ein 500er? Es ist einfach ein/der Königstiger, der heute noch verdammt und ehrlich wirkt, für die Ewigkeit zeitlos geschnitten, Balsam in der immer mehr werdenden Hektik, Therapie und ja … Das Beste Auto der Welt! Nicht umsonst endet ja, nun schon etwas länger, mein automobiler Horizont nicht von irgendwoher 1996!

Datenblatt: 5-Liter-V8 (M117), 252 PS/400 Nm, 4-Gang Automatik, 0-100km/h 7,5 Sek., Leergewicht aktuell mit 100l-Gasbombe 1.820kg! – für die offizielle Wiegung hatte ich damals extra den 120l-Benzintank vollgemacht (und der TüV-Prüfer wog kaum mehr als 75kg!) Länge 5,16m
Ausstattung: Volleder grau, 4x Fensterheber, 4x Sitzheizung, Tempomat, Klima, ABS, ASR, Airbag, Fahrer-Beifahrersitz elektrisch, Fahrersitz mit Memory, Schiebedach, Telefon, Lichtpaket, Zusatzheizung, Scheinwerferreinigung, Kopfstützen im Fond.

Weitere Fotostrecken von René findet ihr bei uns hier und hier. Und außerdem bei autostolz.formfreu.de: hier

Fotos: René Rollin, Martin Rudolph
Buchstabensuppe: René Rollin

Mercedes-Benz, S-Klasse, S-Class, Daimler, Youngtimer
#RenéRollin