Lukas Morai: Zeitreise Prenzlauer Berg, 1986

Farbentsättigt. Zeitreise Berlin Prenzlauer Berg, 1986. Fotos von Lukas Morai.

Wir haben diese wunderbaren historischen Aufnahmen aus dem Ostberlin der 80er Jahre von Lukas erhalten und zeigen diese natürlich super gerne hier bei formfreu.de.
Die Fotostrecke ist eine einzigartige Zeitreise mit Momentaufnahmen des einstigen Alltags. Zerbröckelnde Fassaden. Herb und rauh. Das sind Bilder wie von einem anderen Planeten. Bekannte Straßen und Plätze unwiederbringlich weit weg. Vielen Dank, Lukas!

Auch anschauen: Buchtipp: Schöner unsere Paläste! und West-Berlin.

Fotos: Copyright: Lukas Morai

Restmodern: Ernst-Reuter-Sekundarschule Wedding

“restmodern” ist ein von dem Architekturkritiker Oliver Elsers und dem Fotographen Andreas Muhs ins Leben gerufener Begriff. Als “restmodern” bezeichnet man die typischen, aber vom Verschwinden bedrohten Bauten und Details der Nachkriegsmoderne.

Zum 1953 an der Bernauer Strasse in Berlin-Wedding errichteten Schulgebäude wurde 1980 ein viergeschossiger Neubau aus Stahl- und Stahlbeton-Fertigteilen mit vorgehängter Fassade aus Betonelementen für Verwaltung, Mensa, Klassenräume und Fachräume der neuen Gesamtschule geschaffen. Ein typischer 80er-Ausdruck mit space-iger abgerundeter Fenstergestaltung.

Mehr “restmodern” findet ihr bei formfreu.de hier und hier und hier

DMY 2013 _Berlin Design Week

Berlin Design Week.

Ergänzend zur Zentralen Ausstellung in den Hangars des historischen Zentralflughafens Tempelhof öffneten zahlreiche Satellitenveranstaltungen ihre Türen. Viele Ausstellungen luden dazu ein, in Berliner Designstudios, Ateliers, Galerien, Museen und Hochschulen die kreativen Orte der Stadt zu erkunden. Wir waren unterwegs in folgenden Sonderausstellungen und Locations:

Lobby for a Week: „Lobby for a Week“ war ein Projekt der Berliner Gestalter Stefan Reinberger, Rainer Wiencke, Frank Dingel und Karsten von Kuczkowski. Eine temporäre Couture-Concept-Galerie in den privaten Räumen des Stylisten-Duos “DvonK”. Über den Dächern von einem der schönsten Plätze Berlins gab es einen spektakulären Blick sowohl auf den Gendarmenmarkt als auch auf Mode, Schmuck, Dekorationsobjekte, ungewöhnliche Installationen und spannende Objektkompositionen. Lobby for a Week

HSOWL @ Plattenpalast: Die Detmolder Schule für Architektur und Innenarchitektur ist ein Pool von jungen Gestaltern. Es wird konzipiert, entwickelt, experimentiert, ausprobiert und umgesetzt. Der Plattenpalast war ein toller Rahmen für die Ausstellung. Der Plattenpalast ist ein gelungenes Beispiel für “Recyclingarchitektur”. Er besteht aus demontierten Großflächenplatten des Plattenbautyps WBS 70 und – genial!!! – Fensterscheiben des Palasts der Republik. Zum Ende der Abbrucharbeiten des Palasts der Republik im Dezember 2008 wurden die Scheiben dieses viel diskutierten Bauwerks in dem recycelten Plattenbau in Berlin Mitte wieder eingebaut. Hochschule Ostwestfalen-Lippe

tokyobike: tokyobike ist eine kleines, unabhängiges Fahrradunternehmen gegründet im Jahr 2002 in Yanaka, einem ruhigen Vorort von Tokio. In gleicher Weise wie das Mountainbike für die Berge konzipiert wurde, sind tokyobikes für Tokio entworfen. Basierend auf dem Konzept “Tokyo slow” sind die Räder leicht und setzen einen Schwerpunkt auf Komfort über Geschwindigkeit. tokyobike

Institut für Produkt- & Prozessgestaltung an der UdK Berlin: X-fach-Playterst für experimentelle Produktionslinien. Prototyping in the Wild. Das weite Sortiment an Materialien und Halbzeugen bei Modulor bot ein “Paradies für parasitäre und partizipatorische Wertschöpfungsstrategien“. UdK Berlin

Zur Berlin Design Week gehörte auch die Ausstellung Werner Aisslinger: Home of the Future im Haus am Waldsee. Aisslinger stellte anhand zahlreicher Möbel- und Objektbeispiele sein zentrales Thema des Materialtransfers vor. Es wurden urbane Themen, Alltagstendenzen und Wohnvisionen gezeigt. Den formfreu.de-Beitrag findet ihr hier.

DMY Berlin
formfreu.de: DMY 2013 _Zentrale Ausstellung

Alle unsere DMY Beiträge findet ihr übrigens gebündelt hier.

DMY#

DMY 2013 _Zentrale Ausstellung

DMY International Design Festival Berlin 2013 @ Zentralflughafen Berlin-Tempelhof

Zum elften Mal gab es DMY Berlin. Der ehemalige Flughafen Tempelhof beherbergte dieses Jahr 500 Designer. Jede Menge Kreativität und Spaß in den Hangars: neue Produkte, Hochschulen, Prototypen, konzeptionelles Denken und Materialinnovationen. Eine wunderbare Plattform. Polen war als fünftes Gastland des DMY International Design Festivals in Kooperation mit dem Polnischen Institut Berlin eingeladen: Präsentationen, Installationen und formschönes Design von mehr als 40 Designstudios, Unternehmen oder Design-Hochschulen gaben einen umfassenden Blick auf den aktuellen Designausstoß unseres Nachbarlandes. Eine tolle Schau in einer großartigen Location!

Einige coole Ausstellerlinks:
diefabrik
roststoff
dookke
Meike Harde
o432
Jeder Quadratmeter Du
Aleksandra Michalowska
Hanna Emelie Ernsting
Malgorzata Chwedoruk
perlamadredesign

Das Verzeichnis der zahlreichen Aussteller findet ihr hier.

DMY Berlin

Die Fotostrecken von DMY@THF aus den vergangenen Jahren gibt es hier und hier und hier und hier. Alle unsere DMY Beiträge findet ihr gebündelt hier. Und alle unsere Bilderreihen zum Zentralflughafen Tempelhof haben wir hier.

THF#, DMY#

Werner Aisslinger: Home of the Future

Die Efeu berankte Fassade ist hinter farbigen Quadraten verschwunden. Selbst Stammbesucher können die Gründerzeitvilla in Zehlendorf wohl kaum wiedererkennen. Vor dem Haus am Waldsee mit seiner derzeit mit knallbuntem Wollstoff überzogenen und neu eingekleideten Fassade steht – wie zufällig geparkt – ein textilummantelter Porsche 928, ein Exemplar des wohl space-igsten Sportwagens der 1970er Jahre. Werner Aisslinger verwandelt den Ausstellungsort für internationale Gegenwartskunst noch bis zum 9. Juni in ein „Home of the Future“. Der international bekannte Designer stellt anhand zahlreicher Möbel- und Objektbeispiele sein zentrales Thema des Materialtransfers vor. Es werden urbane Themen, Alltagstendenzen und Wohnvisionen gezeigt. Die Ausstellung ist eine umfassende Präsentation des bisherigen Werks von Werner Aisslinger.

“Das Stoffoutfit des Fahrzeugs ist ein farbenfroher Hinweis auf die mögliche Weiterverwertung älterer Autos, wenn diese ästhetisch im Sinne einer “car fashion” aufgefrischt werden. Upcycling & Tuning wird hier als Tool zur Verlängerung von Produktlebenszyklen gesehen – ist der CO2-Footprint eines neu zu produzierenden Autos trotz seines geringeren Benzin- und Energieverbrauchs heute doch insgesamt kaum noch zu rechtfertigen. Der Designer wird hier zum Re-Designer bereits exisitierender Objekte”* Auch die Fassade des Ausstellungshauses wird durch Stoffflächen anders proportioniert und mit einem Farbverlauf als Pixelmuster belegt. “Wie beim textilen Auto wird auch hier ein Bestandsgebäude einer nichtpermanenten Aktualisierung unterworfen, ein Konzept, das nicht Sanieren oder das Bauen im Bestand propagiert, sondern die temporäre asthetische Aktualisierung.”*

In der Ausstellung sind u.a. modulare Bausysteme als Stauräume zu sehen sein sowie Energiespeicher oder nachwachsende Möbel, mit denen Aisslinger in jüngster Zeit spektakulär experimentiert sowie sein bekannter Loftcube, der seit 2007 im Park des Hauses am Waldsee installiert ist. (…) Biologische Strukturen, Nachhaltigkeit und praktische Aspekte spielen am Anfang seiner Entwurfspraxis stets die Hauptrolle. Die Funktion ist Folge eines Materialtransfers, den der Designer anstößt und eigenhändig durcharbeitet. * Seine aus die aus alten Büchern zusammengeschraubten Books Leuchten kennt der aufmerksame formfreu.de-Besucher bereits aus dem Michelberger Hotel in Berlin.

Im zugehörigen Park gibt neben dem Loftcube auch die Skulpturen aus gestapelten Kühlschranken von Thomas Rentmeister sowie die muschelartige Kraft-Form Outspan von Tony Cragg zu sehen.

Mehr zu Werner Aisslinger gibt es bei formfreu.de hier und hier und hier und hier und hier. Noch mehr Haus am Waldsee findet ihr hier.

*Zitate: Haus am Waldsee

26. Oldtimertage Berlin-Brandenburg @ Classic Remise Berlin

Die 26. Oldtimertage Berlin-Brandenburg fanden auch in diesem Jahr traditionsgemäß in Gemeinschaft mit der Classic Remise Berlin statt. Das automobile Kulturgut wurde aus den Garagen der Hauptstadt geholt und entlang der Wiebestraße und dem angrenzenden Mitarbeiterparkplatz der Firma Siemens geparkt. Ein tolles Potpourri. Autobunt mit so mancher Kostbarkeit von Amphi Ranger, Awtowelo-BMW, EMW, Saporoshez oder Tatra. Schon mal einen Nissan Pao gesehen? Hero auf der Showrampe war der kleine Fabian im gelben Matra M25. Vrrooooommm….

Oldtimertage Berlin-Brandenburg
Classic Remise Berlin

Mehr Oldtimertage Berlin-Brandenburg findet ihr bei formfreu.de hier und hier. Alle unsere Beiträge zu Classic Remise bzw. Meilenwerk gibt es hier.

#Meilenwerk

XXXVI. Tatra-Treffen

Tatra in Berlin!

Die Tatra-Freunde-International veranstalteten vergangenes Wochenende nun zum 36. Mal ihr alljährliches Treffen. Dieses Jahr kamen die tschechoslowakischen Limousinen in die deutsche Hauptstadt. Start- und Zielort war die charmante Altstadt von Köpenick mit dem malerischen Schloss. Die dreitägige Veranstaltung umfaßte verschiedene Orientierungsfahrten. Am Samstag ging es ins Berliner Umland zum Schiffshebewerk Niederfinow.

Jede Menge Begeisterung für die Ledwinka’schen Stromlinientatras. Gänsehaut pur: einzigartige Blechkunst, zentrale Flossen, der Sound der luftgekühlten V8-Motoren, T87, Tatraplan, T603… Ungewöhnlichst: der T613 im damals zeitgenössischen italienischen Chic aus der Carrozzeria Vignale. Ein ganz besonders einzigartges Designmerkmal der Luxuskarrosserie aus der CSSR sind die wie Finnen ausgebildeten hinteren Dachpfosten. Sowas gab es sonst wohl nur bei Ferrari & Co.… In die Tatratruppe eingeschlichen hatten sich zwei Wartburg und ein Trabant – auch sehr schön.

Tatra-Freunde-International

Noch mehr Tatra findet ihr bei uns hier und hier und hier und hier und hier.

Bitte wachküssen: Bierpinsel Berlin

Bunt gemustert.

Im Rahmen der “Turmkunst”-Aktion besprühten vor drei Jahren internationale Street-Art-Künstler die Fassade des berühmten poppig roten Bierpinsels in Steglitz. Seit dem Herbst 2010 liegt der markante Bau wieder im Dornröschenschlaf. Bitte wachküssen: Für dieses Jahr planen die Eigentümer die Neueröffnung – unter dem alten Namen „Schlossturm“ soll das 46 Meter hohe Bauwerk zum Café-Restaurant und Zentrum für Kunst und Kultur werden – und seine ursprüngliche rote Farbe zurückerhalten. Der Bierpinsel ist ein wunderbares Beispiel der sogenannten Space-Age Architektur. Er gehört zum alten West-Berlin der 70er Jahre wie Harald Juhnke, Edith Hancke, Evelyn Gressmann oder ‘Die drei Damen vom Grill’. Der ufo-artige Bau nach den Plänen der Architekten Ralf Schüler und Ursula Schüler-Witte könnte aus einer Episode der Zeichentrick-Reihe ‘Captain Future’ entstammen. Tatsächlich inspirierten alte Segelschiffe die Architekten.

Alle unsere Fotostrecken zum Thema findet ihr hier und hier und hier und hier

Briefmarkentrabant

Berlin Street Life: Trabant 601 im Postwertzeichenlook

Verflucht, verspottet und geliebt. Alt und holprig, und als Ikone der Wendejahre purer Kult.

Auch gucken: Hauptstadttrabanten gibt es außerdem hier und hier.

#BerlinCars

280 SE Berlin

Berlin Street Life: Mercedes-Benz W116. S-Klasse.

Im Tauwetter: Die chromblitzende Sonderklassenlimousine für die wirklich arrivierte Kundschaft der 1970er Jahre.

Mehr saukalte Winterhauptstadtstraßenfotos findet ihr hier und hier

#BerlinCars

Buchtipp: Schöner unsere Paläste!

formfreu.de-Buchtipp:

»Schöner unsere Paläste!«, so lautete eine Parole, die Witzbolde an eine der vielen verfallenden Hauswände irgendwo im alten Ostberlin gemalt hatten. Mit den Häusern zerbröckelte die ganze DDR, und ein großer Wind genügte, um sie schließlich davonzuwehen. Nahezu unbeachtet von der Öffentlichkeit hat der Berliner Fotograf Gerd Danigel eindrucksvolle Bilder vom letzten Jahrzehnt der DDR und des folgenden Umbruchs geschaffen. Auf den Straßen und Plätzen, in Kneipen und Geschäften, an Bahnhöfen und vor Fabriken beobachtete er die Menschen seiner Heimatstadt Berlin und Ostdeutschlands. Seine Bilder sind von Zartheit und tiefer Zuneigung, aber auch von viel Humor geprägt. Die erste umfangreiche Auswahl seiner Aufnahmen lädt ein, das Werk eines Fotografen zu entdecken, der den Vergleich mit namhaften Vertretern des Ostdeutschen Fotorealismus nicht zu scheuen braucht.*

Ein tolles Fotobuch mit wunderbaren historischen Aufnahmen aus dem Vorwende- und Nachwendeberlin. Gerd Danigel läßt die verschwundene Welt Ost-Berlins wieder aufleben. Menschen, Alltag, Gesichter, Straßenkreuzungen, Prenzlauer Berg, Mauer, Palast der Republik und Schaufenster. Einzigartige Momentaufnahmen. Herb, rauh, zart, authentisch.

Gerd Danigel
Schöner unsere Paläste!
Berlin-Fotografien 1978-1998

Herausgegeben von Mathias Bertram
Lehmstedt Verlag, Leipzig 2011
159 Seiten, 24,90 Euro
ISBN: 978-3942473088

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Weitere Berlin-Buchempfehlungen findet ihr hier und hier.

*Zitat: Gerd Danigel, www.ddr-fotograf.de
Fotos: Copyright: Gerd Danigel

#Buchtipp